Luke Littler bekommt in den letzten Wochen bei Premier-League-Abenden regelmäßig Buhrufe aus dem Publikum zu hören während der Premier-League-Abende. Sehr zum Unverständnis des ehemaligen Profidarters und Analytikers
Chris Mason, der findet, dass das Teenager-Phänomen gerade wegen seiner Leistungen Respekt verdient.
Mason kritisiert das Verhalten von Teilen des Publikums gegenüber Luke Littler
Die Nummer eins der Welt, erst neunzehn Jahre alt, liegt derzeit nach einem Sieg in den ersten beiden Spielrunden auf Rang fünf der Tabelle. Am Donnerstagabend in Glasgow sichert sich Littler zumindest schon einmal seinen zweiten Punkt der Saison, denn aufgrund einer Erkrankung bei Michael van Gerwen ist „The Nuke“ direkt ins Halbfinale eingezogen.
Mason stört sich sichtbar am Verhalten von Teilen des Publikums. Seiner Ansicht nach ist das Auspfeifen eines dominanten Spielers ein bekanntes Phänomen, aber deshalb noch lange nicht gerechtfertigt. „Es ist eine typisch britische Mentalität, wir mögen keine Sieger“, sagt Mason. „Es überrascht mich nicht, dass er in Newcastle ausgebuht wurde, denn das ist schon früher passiert.“
Er weist darauf hin, dass Littler auch außerhalb Großbritanniens bereits auf feindselige Reaktionen gestoßen ist. „Ich habe in Deutschland gearbeitet, und dort hat er ebenfalls eine Menge Kritik abbekommen. Er hat im Grunde gesagt, dass er dort nur noch spielt, wenn es wirklich sein muss.“ Laut Mason ist das umso bemerkenswerter angesichts der großen Rolle deutscher Fans in der Dartswelt. „Rund dreißig Prozent der Tickets für die WM werden an Deutsche verkauft. Das ist durchaus interessant.“
Buhrufe gehören im Darts immer häufiger dazu
Der Ex-Profi beobachtet, dass das Phänomen der Pfeifkonzerte in dieser Sportart immer öfter vorkommt. Er nennt unter anderem Gerwyn Price als Beispiel für einen Spieler, der regelmäßig Zielscheibe negativer Reaktionen war. „Die Kultur des Ausbuhens ist in die Dartswelt eingesickert. Schaut euch nur an, was sich Gezzy alles anhören musste.“
Für Spieler kann das während eines Matches ernste Folgen haben, besonders wenn es nicht nur um Lärm geht, sondern um gezielte Störungen. „Wenn es einfach nur eine Lärmwand ist, kann man darin spielen. Aber wenn gepfiffen wird oder zwischendurch andere Geräusche kommen, wird es schwierig. Man wird sich dessen sehr bewusst. Beim Wurf wartet man fast schon darauf, weil man weiß, dass es kommt.“
Mason sagt, er könne das Verhalten der Fans schlicht nicht nachvollziehen. „Ich verstehe es nicht und mir gefällt es nicht. Warum buht ihr den besten Spieler der Welt aus? Lasst ihn und die anderen einfach das tun, was sie am besten können, und auf ihrem höchsten Niveau spielen.“
Dass Erfolg auch Widerstand hervorruft, sieht ebenso Luke Humphries. Laut dem ehemaligen Weltmeister ist es ein bekanntes Muster, wenn ein Spieler über längere Zeit dominiert.
Er selbst erlebte ähnliche Situationen, als er an der Spitze der Weltrangliste stand. Nach Ansicht von Humphries gewöhnen sich manche Fans einfach daran, dass ein Spieler immer gewinnt, und sehnen sich nach Abwechslung. Das Auspfeifen sei mitunter ein Mittel, um einen dominanten Spieler aus seinem Rhythmus zu bringen.