Luke Littler hat die
World Series of Darts Finals mit einem heftigen Kater verlassen. Der amtierende Weltmeister unterlag am Sonntagnachmittag im Viertelfinale klar mit 4:10 gegen Jonny Clayton. Neben seiner schwachen Doppelquote spielte erneut das angespannte Verhältnis zwischen Littler und einem Teil des Publikums in der AFAS Live eine Hauptrolle.
Littler startete stark in sein Viertelfinale. Der Engländer ging 2:1 in Führung, beide Spieler warfen zu diesem Zeitpunkt einen average deutlich über 105. „The Ferret“ ließ seinen Gegner jedoch nicht wegziehen und stellte auf 2:2.
Auch danach blieb die Partie zunächst ausgeglichen. Beim 3:3 hatten beide Spieler ihre eigenen legs gehalten und die averages lagen um die Hundert. Ab diesem Moment kippte das Match komplett.
Clayton setzte die erste Break und bestätigte sie anschließend zum 5:3. Littler holte mit einem feinen 129er-Finish zwar noch ein leg zurück, doch vor allem auf die Doppel entstand ein großer Unterschied. Zur Halbzeit lag Claytons Checkout-Quote bei 54 Prozent, während Littler nur 26,67 Prozent seiner Chancen nutzte.
Ein frustrierter Luke Littler verlor klar gegen Jonny Clayton
Frust bei Littler nimmt zu
Clayton profitierte maximal von den Fehlern seines Gegners. Der Waliser breakte erneut zum 7:4 und zog weiter auf 8:4 davon.
Littler bekam in dieser Phase zwei exzellente Möglichkeiten, etwas zurückzuholen, traf aber Doppel 1 nicht. Das war der Moment, in dem beim 19-Jährigen die Frustration sichtbar anstieg. Littler ließ seinen Ärger am Board aus und spendete dem Publikum anschließend sarkastischen Applaus.
Clayton ließ sich nicht beirren. Er stellte auf 9:4 und machte das Match schließlich über Tops zu: 10:4. Littler nutzte über die gesamte Partie nur vier seiner zwanzig Doppelchancen.
Durch die Niederlage endete auch seine Jagd auf eine besondere Bestmarke. Littler kann in diesem Kalenderjahr nicht mehr alle Majors gewinnen.
Ganzes Wochenende Unruhe um Littler
Littlers Frust kam nicht aus heiterem Himmel. Der Engländer lag das ganze Wochenende immer wieder mit einem Teil der anwesenden Zuschauer über Kreuz.
Am Freitag sah er sich in seinem Match gegen Danny Noppert mit Buhrufen konfrontiert. Littler reagierte, indem er die Hände hinter die Ohren legte und die Fans damit provozierte. Noppert entschuldigte sich später, nachdem er eine 180 überschwänglich gefeiert hatte, während er dicht an Littler vorbeilief.
Einen Tag später gab es erneut Probleme in Littlers Partie gegen Nathan Aspinall. Es wurde gepfiffen, als der Weltmeister am Wurf stand, woraufhin der Referee gezwungen war, das Match kurzzeitig zu unterbrechen und die Halle zu ermahnen. Littler entging an diesem Abend noch dem Aus, indem er Aspinall mit 10:9 schlug.
Nach dieser Partie machte er deutlich, dass seine Geduld mit dem niederländischen Publikum am Ende sei. Littler drohte sogar, künftige European Tour-Turniere in den Niederlanden zu meiden.
„Wenn die Niederländer so weitermachen, fahre ich nicht mehr zu den Euro Tours dort. Es hat keinen Sinn für mich zu reisen und meine Zeit zu verschwenden, wenn ich ausgepfiffen werde“, sagte er.