„Nicht fair gegenüber den Spielern, die gegen sie spielen mussten“ – Gerwyn Price kein Befürworter der Idee, kranke Spieler in der Premier League zu ersetzen

PDC
Montag, 30 März 2026 um 15:00
Gerwyn Price (8)
Die Diskussion über das Format der Premier League Darts ist nach den Ereignissen in Dublin erneut entflammt. Der Rückzug von Gian van Veen wegen Nierensteinen führte dazu, dass ein Viertelfinale komplett wegfiel, was die Rufe nach alternativen Lösungen, etwa der Rückkehr von „Challengers“, wieder lauter werden ließ.
Für Gerwyn Price ist das jedoch keine Option. Der Waliser, der Van Veen eine Woche später in Berlin überzeugend mit 6:1 besiegte, spricht sich klar gegen eine Wiedereinführung des Systems aus. „Ich denke, das wäre völlig unfair“, sagt Price in einem Medientermin. „Als es diese Challengers gab, war die Idee ganz nett, aber nicht fair für die Spieler, die gegen sie antreten mussten. Der Leistungsunterschied ist einfach zu groß.“
Laut Price liegt das Problem vor allem in der Willkür der Gegner. Während der eine Spieler auf einen absoluten Weltklassespieler treffen kann, bekommt ein anderer womöglich einen deutlich schwächeren Gegner zugelost. „Der eine kann gegen Fallon Sherrock spielen, ein anderer gegen Chris Dobey, und wieder ein anderer gegen Luke Humphries, so wie ich damals“, erklärt Price. „Das ist kein Level Playing Field.“
Der ehemalige Weltmeister räumt ein, dass auch das aktuelle Format Schwächen hat, sieht in den Challengers aber keine Lösung. „Im Moment ist es vielleicht etwas repetitiv, und wenn jemand krank ist, kannst du diese verpassten Punkte nicht wieder reinholen. Dann bekommt jemand anders im Grunde geschenkte Punkte, und das ist auch nicht fair. Aber ich weiß nicht, was die Lösung ist.“

Webster: Jedes Alternativmodell hat Nachteile

Auch Mark Webster, ehemaliger BDO-Weltmeister, sieht keinen einfachen Ausweg. Seiner Ansicht nach bringt jede mögliche Anpassung neue Probleme mit sich.
„Ich verstehe die Idee, aber ich weiß nicht, wie man es fair gestalten kann“, so Webster. „Wen willst du einladen? Diese Spieler befinden sich alle auf einem anderen Niveau als zum Beispiel Gian, als er sich zurückziehen musste. Es ist nie ein ebenbürtiges Match.“
Der Experte weist darauf hin, dass das Problem schon öfter Einfluss auf die Liga hatte. „Es ist letztes Jahr passiert und in dieser Saison auch schon ein paar Mal. Es kann am Ende für die Play-offs entscheidend sein, also weißt du nicht, wie es sich auswirkt.“
Zudem betont Webster, dass Spieler selbst keinen Ersatz wollen, wenn sie ein Freilos erhalten. „In einer idealen Welt willst du, dass jeder spielt, aber wenn du eine freie Runde bekommst, nimmst du die Punkte einfach mit“, stellt er klar. „Die Leute sagen, Spieler würden lieber spielen, aber das ist Unsinn. Sie nehmen diese zwei Punkte immer.“
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