Luke Littler hat mit seinem Triumph beim World Matchplay 2026 nicht nur seine Führung in der PDC Order of Merit eindrucksvoll ausgebaut, sondern auch Darts-Geschichte geschrieben. Der erst 19 Jahre alte Engländer ist der erste Spieler überhaupt, der in der Weltrangliste die Marke von drei Millionen Pfund an erspieltem Preisgeld überschritten hat.
Die PDC Order of Merit basiert auf den Preisgeldern, die die Spieler innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren bei Ranglistenturnieren einspielen. Nach seinem Titelgewinn in Blackpool steht Littler nun bei insgesamt 3.143.500 Pfund und ist damit der erste Profi, der diese historische Marke erreicht.
Littler pulverisiert Taylors Rekord
Den Grundstein für diesen Meilenstein legte Littler mit einer dominanten Turnierwoche in den Winter Gardens. Zum Auftakt setzte sich „The Nuke“ mit 10:6 gegen Niko Springer durch, ehe er Nathan Aspinall mit 11:8 ausschaltete.
Luke Littler baut mit seinem Triumph beim World Matchplay seine Führung in der PDC Order of Merit weiter aus und durchbricht als erster Spieler die Drei-Millionen-Marke an Preisgeld.
Ab dem Viertelfinale wurde Littlers Überlegenheit noch deutlicher. Josh Rock bezwang er mit 16:7, Dirk van Duijvenbode ließ er beim 17:5 im Halbfinale keine Chance. Auch Gerwyn Price konnte den Engländer im Endspiel nicht stoppen und musste sich deutlich mit 9:18 geschlagen geben.
Doch nicht nur die Ergebnisse sorgten für Aufsehen. Littler spielte während des gesamten Turniers dreimal einen Average von mehr als 110 Punkten und beendete das World Matchplay mit einem Turnieraverage von herausragenden 111,04 Zählern.
Damit löschte er einen 16 Jahre alten Rekord von Phil Taylor aus den Geschichtsbüchern. Die Darts-Legende hatte das World Matchplay 2010 mit einem Turnieraverage von 106,31 gewonnen – eine Bestmarke, die nun deutlich übertroffen wurde.
Fast hätte Littler sogar einen weiteren historischen Rekord Taylors eingestellt. Bei seinem Triumph bei der European Championship 2008 hatte „The Power“ einen Turnieraverage von 111,54 gespielt. Mit 111,04 Punkten verpasste Littler diese Bestmarke lediglich um einen halben Punkt.
Der Titelgewinn brachte dem Weltmeister zudem 225.000 Pfund für die PDC Order of Merit ein. Da er vor zwei Jahren bereits in der ersten Runde ausgeschieden war, musste Littler in Blackpool kein Preisgeld verteidigen und konnte den gesamten Betrag seinem Rankingkonto gutschreiben.
Der Moment des Triumphes: Hier gewinnt Luke Littler das World Matchplay 2026
Price zurück in den Top-4 – van Gerwen stürzt ab
Innerhalb der Top Ten der PDC Order of Merit gab es nach dem World Matchplay nur wenige Veränderungen. Die größten Verschiebungen betrafen Gerwyn Price und Michael van Gerwen.
Für van Gerwen hatte das Turnier in Blackpool weitreichende Folgen. Der Niederländer scheiterte bereits im Achtelfinale mit 12:14 an Dirk van Duijvenbode und konnte damit das Preisgeld für seinen Finaleinzug aus dem Jahr 2024 nicht verteidigen.
Die Konsequenz: Der dreimalige Weltmeister rutscht von Rang vier auf Platz sieben ab und belegt damit seine niedrigste Position in der PDC Order of Merit seit 2012.
Gerwyn Price ging dagegen den umgekehrten Weg. Dank seines Finaleinzugs verbesserte sich der Waliser von Rang sieben auf Platz vier und zog dabei an Michael van Gerwen, James Wade und Jonny Clayton vorbei. Gleichzeitig übernimmt „The Iceman“ wieder die Rolle als bestplatzierter Waliser der Weltrangliste.
Kampf um Platz zwei spitzt sich zu
Auch im Rennen um Platz zwei ist neue Spannung entstanden. Gian van Veen erreichte in Blackpool das Halbfinale und verkürzte dadurch den Rückstand auf Luke Humphries auf lediglich 9.500 Pfund.
Humphries musste dagegen einen herben Rückschlag hinnehmen. Der Weltmeister von 2024 schied überraschend bereits in der ersten Runde gegen Cameron Menzies aus und büßte damit einen Großteil seines Vorsprungs auf van Veen ein.
Knapp außerhalb der Top Ten verbesserte sich Gary Anderson auf Rang elf und verdrängte Ryan Searle. Wessel Nijman machte ebenfalls einen Platz gut und liegt nun auf Position 13 vor Chris Dobey.
Schindler bleibt deutsche Nummer eins
Den größten Sprung unter den Topspielern machte Dirk van Duijvenbode. Der Halbfinaleinzug bescherte dem Niederländer ein Preisgeld von 65.000 Pfund und einen Sprung um fünf Plätze – von Rang 28 auf Position 23.
Ebenfalls verbessern konnten sich Damon Heta, Cameron Menzies, Dave Chisnall und Niko Springer. Der deutsche Matchplay-Debütant machte drei Plätze gut und kletterte auf Rang 39 der Weltrangliste.
Niko Springer verbesserte sich nach seinem Debüt beim World Matchplay um drei Plätze und belegt nun Rang 39 der PDC Order of Merit.
Martin Schindler behauptet trotz seines Erstrunden-Aus beim World Matchplay weiterhin die Spitzenposition unter den deutschen Profis. Der 29-Jährige bleibt unverändert auf Rang 19 der PDC Order of Merit.
Ricardo Pietreczko verbesserte sich trotz seiner verpassten Qualifikation für das World Matchplay um einen Platz auf Rang 34. Möglich wurde dies durch den Rückfall von Michael Smith. Auch Gabriel Clemens machte einen Rang gut und liegt nun auf Position 44, nachdem Dimitri Van den Bergh deutlich zurückgefallen ist.
Aus österreichischer Sicht darf sich Mensur Suljovic über eine Verbesserung freuen. Der Routinier profitierte vom Rückgang Brendan Dolans um zwei Plätze und belegt nun Rang 53 der Weltrangliste.
Van den Bergh erlebt den größten Absturz
Der deutlichste Rückschlag traf Dimitri Van den Bergh. Der Belgier hatte sich in diesem Jahr nicht für das World Matchplay qualifiziert, nachdem er vor zwei Jahren noch das Viertelfinale erreicht hatte. Das damals gewonnene Preisgeld fiel nun aus der Zweijahreswertung heraus.
Die Folge ist ein Absturz um gleich sieben Plätze auf Rang 46 der PDC Order of Merit. Für „The Dreammaker“ wird die Situation damit zunehmend kritisch. In den kommenden Monaten droht ein weiterer Rückfall, sodass der ehemalige World-Matchplay-Sieger inzwischen sogar um den Erhalt seiner Tour Card kämpfen muss.
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.