Ricky Evans steht in der zweiten Runde der
Belgian Darts Open. Der 35-jährige Engländer setzte sich zum Auftakt gegen seinen Landsmann Scott Williams durch und trifft nun auf Ryan Searle. Sportlich liefert „Rapid Ricky“ also ab – doch abseits der Bühne sorgt aktuell etwas anderes für Gesprächsstoff.
Schon zu Beginn des
Interviews fiel auf: Evans klingt ungewöhnlich heiser. Statt über seinen Sieg zu sprechen, rückte zunächst seine angeschlagene Stimme in den Fokus. Der Engländer nahm es mit Humor. „Du hörst es ja selbst, oder? Sechs Stunden Karaoke, meine Stimme ist wirklich miserabel“, sagte er lachend – und lieferte direkt die Erklärung.
Karaoke-Marathon statt Schonung
Die Ursache liegt nicht in einer Erkältung, sondern in einem ausgedehnten Karaoke-Abend – oder besser gesagt: in mehreren. Kurz vor dem Turnier in Göttingen nahm Evans an einem Junggesellenabschied teil und griff dabei offenbar stundenlang zum Mikrofon. „Ich war letzte Woche auf einer Feier“, erzählte er. „Und ich habe einfach viel zu viel Karaoke gesungen.“
Ricky Evans trifft in der zweiten Runde auf Ryan Searle
Dabei betonte er ausdrücklich, dass Alkohol keine Rolle spielte. „Es hatte nichts mit Alkohol zu tun. An dem Tag drehte sich alles nur um Karaoke.“ Während Freunde bei den Pferderennen waren, entschied sich Evans für eine andere Form der Unterhaltung: rund sechs Stunden Singen am Stück.
Die Folgen lassen sich kaum überhören. Selbst Tage später hat sich seine Stimme noch nicht erholt. Doch Evans nimmt es gelassen und zeigt einmal mehr seine lockere Art.
Selbstironie und klare Prioritäten
Der Interviewer hakte nach – schließlich klingt die Stimme auch eine Woche später noch stark mitgenommen. Evans konterte mit Selbstironie: „Du hörst, wie ich jetzt klinge – stell dir vor, wie das geklungen haben muss, als ich gesungen habe.“
Trotz allem blickt er positiv auf die Auszeit zurück. „Ich habe es wirklich genossen. Die Leute, mit denen ich unterwegs war, waren großartig. Solche Momente muss man einfach mitnehmen.“
Ganz ohne Blick auf seine Karriere ging es dann aber doch nicht. Nach der Feier versuchte Evans, zumindest etwas Struktur in seine Vorbereitung zu bringen. „Wir hatten am Mittwoch in Benidorm eine Art ‚Limonadentag‘“, erklärte er schmunzelnd. Der Hintergrund: Die Reise führte ihn über Amsterdam weiter nach Hannover – da wollte er zumindest kurzzeitig einen Gang zurückschalten.
Allerdings räumte er ein, dass die Tage davor alles andere als ruhig verliefen. „Montag und Dienstag haben wir noch ordentlich Gas gegeben – und ja, das bedeutete wieder viel Karaoke.“
Die Konsequenzen sind nun unüberhörbar. Seine Stimme sorgt sogar für Vergleiche mit bekannten TV-Figuren. Evans nimmt auch das mit Humor. „Das ist also der Grund, warum ich wie Beppe aus EastEnders klinge“, witzelte er und lockerte damit die ohnehin entspannte Gesprächsatmosphäre weiter auf.
Trotz angeschlagener Stimme bleibt sportlich alles im Plan. Auf der Bühne spricht weiterhin sein Spiel – und das reicht aktuell für den nächsten Schritt im Turnier.