Luke Littler beeindruckt nicht nur mit Titeln, sondern auch mit seiner finanziellen Bilanz. Nach Einschätzung von Ex-Profi
Paul Nicholson ist es durchaus denkbar, dass der englische Überflieger den Spitzensport noch vor seinem 30. Geburtstag verlässt. Der Teenager hat in weniger als zwei Jahren Summen verdient, von denen frühere Darts-Generationen nur träumen konnten.
„The Nuke“ kassierte allein in den vergangenen beiden Saisons rund 2,87 Millionen Pfund Preisgeld. Der Weltranglistenerste gewann im Dezember seinen zweiten WM-Titel und feierte zudem den Premierensieg beim
Winmau World Masters. Sein Pokalregal wächst rasant – genauso wie sein Kontostand.
„Das ist nicht mehr nötig“: Warum Darts-Profis früher aufhören können
Nicholson sieht in Littlers Erfolg ein Zeichen für den tiefgreifenden Wandel im Profisport. Während Spieler früher jahrelang um finanzielle Stabilität kämpfen mussten, sichern sich heutige Topstars durch wenige dominante Jahre ihre Zukunft. „Hättest du mich vor drei Jahren gefragt, ob jemand vor seinem 20. Geburtstag alle PDC-Majors gewinnen kann, hätte ich dich für verrückt erklärt“, sagte Nicholson im Gespräch mit Betway. „Aber schau, wo wir jetzt stehen.“
Nach seinem Sieg beim Winmau World Masters fehlt "The Nuke" nur noch der European Championship-Titel, um alle 10 PDC Major gewonnen zu haben.
Der Australier geht sogar noch weiter. Er hält ein Szenario für realistisch, in dem ein Spieler vor seinem 30. Lebensjahr acht Premier-League-Titel gewinnt. „Ich sage nicht, dass
Luke Littler das schafft – aber möglich ist es. Sowohl er als auch
Luke Humphries verdienen inzwischen Summen, durch die sie innerhalb von zehn Jahren in Rente gehen können. Das sind Fußballer-Dimensionen“, betont Nicholson.
Frühere Generationen wie Paul Lim oder Steve Beaton mussten bis ins hohe Alter weiterspielen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Heute ist das nicht mehr nötig. „Littler und Kollegen verdienen ausgesprochen gut und gehen verantwortungsvoll mit ihrem Geld um. Sie müssen weder auf Exhibitions angewiesen sein noch bis Mitte vierzig weiterspielen.“
Zwischen Ehrgeiz und Zukunftssicherheit
Trotz der finanziellen Freiheit glaubt Nicholson nicht, dass der sportliche Ehrgeiz deshalb erlischt. Eine lange Karriere könne enorme Erträge bringen – und sporthistorische Rekorde gleich mit. „Wer zwanzig Jahre auf Topniveau spielt, kann gigantische Summen verdienen und Meilensteine setzen. Acht oder mehr Premier-League-Titel sind realistisch.“
Littler hat inzwischen über drei Millionen Pfund Preisgeld angehäuft. In der laufenden
Premier-League-Saison winken dem Sieger weitere 350.000 Pfund. Der Start verlief jedoch holprig: Am ersten Spieltag unterlag er Gian van Veen, der danach das
Finale gegen Michael van Gerwen verlor. Mit 15 Wochen im Kalender bleibt „The Nuke“ aber noch reichlich Zeit, sich zu stabilisieren – und wieder auf Kurs Richtung Play-Offs zu gehen.