Im Frauendarts entwickelt sich das Leistungsniveau derzeit in beeindruckendem Tempo weiter. Das wurde am vergangenen Wochenende im direkten Duell zwischen
Fallon Sherrock und
Beau Greaves erneut deutlich sichtbar. Was zunächst wie ein weiteres Kapitel in der außergewöhnlichen Siegesserie von Greaves wirkte, entwickelte sich zu einem Match, das eindrucksvoll zeigte, wie hochklassig die Weltspitze inzwischen am Oche operiert.
Am vergangenen Wochenende endete die beeindruckende Siegesserie von 114 Erfolgen in der
PDC Women's Series für Beau Greaves. Im fünften Turnier der Serie
unterlag sie Fallon Sherrock. Spielerin und Analystin
Laura Turner verfolgte das Duell aus nächster Nähe. „Es war ein großartiges Match, oder?“, sagte sie in ihrer Analyse im
Love The Darts Podcast. Sherrock spielte einen Average von 102 Punkten, um Greaves zu schlagen – eine außergewöhnliche Leistung.
Absolute Topleistung von Sherrock
Diese Zahlen unterstreichen die außergewöhnliche Qualität dieses Matches. Beau Greaves galt innerhalb der PDC
Women's Series lange Zeit als nahezu unantastbar. Fallon Sherrock zeigte jedoch eindrucksvoll, dass es eine absolute Topleistung braucht, um sie zu schlagen. Ein Average jenseits der 100-Punkte-Marke bleibt auf jedem Niveau bemerkenswert und verdeutlicht zugleich, wie stark sich das Leistungsniveau im Frauendarts entwickelt hat.
Fallon Sherrock beendete am vergangenen Wochenende die beeindruckende Siegesserie von Beau Greaves
Nach dem Match rückte vor allem die Reaktion von Greaves in den Mittelpunkt. Laura Turner erkannte dabei eine klare Veränderung in ihrer mentalen Haltung. „Ich habe nach dem Match mit Beau gesprochen. Als sie früher verlor, sagte sie, ‚Erleichterung‘ sei vielleicht nicht das richtige Wort, aber sie habe irgendwie darauf gewartet. Sie erwartete, dass es irgendwann passieren würde.“
Diesmal fiel ihre Reaktion deutlich anders aus. „Also habe ich sie diesmal wieder gefragt, wie sie sich fühlt“, erklärte Turner. „Und sie sagte: ‚Nein, ich war richtig sauer.‘ Das höre ich in diesem Zusammenhang sehr gern.“
Nach Turners Einschätzung markiert genau diese Reaktion einen wichtigen Entwicklungsschritt. Statt Akzeptanz prägen nun Ehrgeiz und spürbare Frustration über Niederlagen ihre Einstellung – Eigenschaften, die Spitzensportlerinnen auszeichnen. „Man sieht jetzt eine völlig andere Haltung bei Beau“, stellte Turner fest.
Diese Entwicklung zeigt zugleich, welchen Status Greaves inzwischen erreicht hat. Sie gilt längst nicht mehr nur als großes Talent, sondern als Maßstab im Frauendarts. Genau deshalb wird jedes Duell gegen sie zu einer besonderen Herausforderung.
„Sie ist so gut“
Turner kann das aus eigener Erfahrung beurteilen, denn sie stand Greaves selbst gegenüber. „Am Ende, wenn du gegen sie spielst… ich liebe es“, sagte sie. „Ich ertappe mich manchmal dabei, dass ich einfach nur zuschaue, weil sie so gut ist.“
Diese Einschätzung reicht deutlich über das Frauendarts hinaus. „Sie ist nicht nur im Frauendarts gut, sondern im Darts allgemein“, betonte Turner. Damit wird klar, dass Greaves zunehmend an denselben Maßstäben gemessen wird wie Spieler der erweiterten Weltspitze – unabhängig vom Geschlecht.
Gleichzeitig macht genau das sie zu einer besonders schwierigen Gegnerin. „Man muss dort einfach hingehen, durchhalten und sein Bestes geben“, erklärte Turner. In solchen Matches wird nahezu perfekte Leistung zur Voraussetzung – ohne Garantie auf Erfolg.
Dominant am Board, respektvoll neben dem Oche
Trotz ihrer Dominanz bleiben selbst kleine Erfolgserlebnisse gegen Greaves bemerkenswert. „Ich war wirklich froh, dass ich ein paar Legs holen konnte“, berichtete Turner. „Und Beau war dafür auch sehr anerkennend.“ Genau das beschreibt ihren Auftritt treffend: dominant am Board, respektvoll neben dem Oche.
Besonders prägend bleibt ihr Einfluss auf ihre Gegnerinnen. „Sie kitzelt das Beste aus anderen Spielerinnen heraus“, erklärte Turner. „Man weiß, dass man einen Gang hochschalten muss.“
Dennoch bleibt die sportliche Realität anspruchsvoll. „Wenn man das annehmen kann, hat jeder eine Chance“, sagte Turner abschließend. „Aber nicht viele von uns. Es ist einfach sehr schwierig.“