Während auf der PDC Tour der Reise-Frust wächst, bleibt
Damon Heta gewohnt cool. Während mehrere Kollegen offen über Reiseprobleme rund um das jüngste Turnier in Wieze klagten, verfolgt der Australier einen anderen Ansatz: akzeptieren und weitermachen.
Die logistischen Schwierigkeiten rund um die Belgian Darts Open sorgten im Teilnehmerfeld für deutliche Verärgerung. Britische Spieler können seit dem Brexit die schnellen E-Gates innerhalb der EU nicht mehr nutzen und müssen deshalb zeitaufwendige manuelle Passkontrollen durchlaufen.
Logistische Probleme sorgen für Verärgerung
Die Folgen zeigten sich schnell in öffentlichen Reaktionen. So machte Nathan Aspinall seinem Ärger in den sozialen Medien Luft: „Wieder eine Woche, wieder eine Euro Tour, wieder eine lächerlich lange Wartezeit bei der Passkontrolle.“
Damon Heta steht aktuell auf Rang 19 der Weltrangliste
Auch Jonny Clayton äußerte seinen Frust deutlich: „Zwei Stunden Warten am Flughafen Brüssel… das könnte gut meine letzte
European Tour des Jahres sein!“
Mitten in diese Kritik setzte Heta einen völlig anderen Akzent. Die aktuelle Nummer 19 der Weltrangliste verzichtete auf den Flug und reiste stattdessen mit dem Auto an. „Ich weiß es nicht. Du musst einfach damit klarkommen“, erklärte Heta im Love The Darts Podcast.
Seine Botschaft blieb eindeutig: Reisen gehört zum Alltag eines Profidarters. „Es ist, wie es ist. Du spielst Darts und reist, das gehört alles dazu, oder?“, sagte Heta. „Ich bin selbst gefahren. Vom einen Euro-Tour-Turnier zum nächsten, und unterwegs habe ich einfach eine nette Tour daraus gemacht.“
„Ich habe einfach das Beste daraus gemacht“
Dieser Roadtrip-Ansatz brachte ihm nicht nur weniger Stress, sondern auch eine bewusst positivere Perspektive. „Ich habe einfach das Beste daraus gemacht und unterwegs noch ein paar Freunde besucht“, berichtete er. „Man muss das etwas positiver sehen und, wie gesagt, weitermachen.“
Sportlich arbeitet „The Heat“ gleichzeitig daran, wieder konstanter in Form zu kommen. Mit einem Halbfinaleinzug bei den Poland Darts Open setzte er zuletzt ein Zeichen des Aufwärtstrends. Auf der großen Bühne bleibt der nächste Schritt jedoch vorerst aus: Seit mehr als einem Jahr erreichte er bei keinem Major mehr das Viertelfinale.
Für einen Spieler seiner Klasse ist das eine Situation, die spürbar an ihm arbeitet. Heta spricht darüber offen. „Ich habe in den letzten Jahren eigentlich immer dieselben Ziele gehabt“, erklärte er. „Wo ich stehen will und was ich mir für mich vorgenommen habe.“
Auffällig ist dabei, dass er eigene Aussagen aus dem Saisonbeginn inzwischen kritisch bewertet. „Zu Beginn des Jahres sagte ich, dass ich als Darter ziemlich zufrieden sei, dass das Leben gut sei und dass Gewinnen nicht alles ist“, sagte er. „Aber das fühlt sich jetzt nicht mehr richtig an.“
Der Australier macht deutlich, dass seine Ambitionen klar über bloße Teilnahmen hinausgehen. „Ich bin nicht zufrieden, denn ich arbeite knallhart — sowohl im Darts als auch außerhalb — um alles besser zu machen“, so Heta. „Die Ergebnisse müssen kommen, damit sich all die harte Arbeit auszahlt.“
„Es macht mich nur hungriger und schärfer“
Bislang spiegeln die Resultate diesen Anspruch noch nicht vollständig wider. „Im Moment kommt es noch nicht so raus, wie ich es mir wünsche“, gab Heta zu. „Aber es macht mich nur hungriger und schärfer.“
Genau diesen Hunger braucht er, um wieder regelmäßig um Titel mitzuspielen. Seine Ziele bleiben klar definiert, die Motivation ist vorhanden. Nun geht es darum, diese Entwicklung auch konstant auf der Bühne umzusetzen.