Luke Littler muss am Donnerstag in Berlin erneut mit einem kritischen Empfang seitens des Publikums rechnen. Der Weltmeister trifft am achten Spieltag der
Premier League Darts wieder auf die deutschen Fans, die den Weltmeister in der Vergangenheit regelmäßig mit Pfiffen begrüßt haben. Nach Ansicht des ehemaligen Weltmeisters
Mark Webster gehört das zum Profi-Alltag – und der junge Engländer müsse lernen, damit umzugehen.
Littler äußerte sich in den vergangenen Jahren mehrfach kritisch über seine Auftritte in Deutschland. Nach verschiedenen Partien, in denen ihn Zuschauer ausbuhten, erklärte er sogar, Turniere auf deutschem Boden meiden zu wollen. Dennoch steht er in dieser Woche ganz regulär am Oche der Uber Arena, wo er seinen dritten Wochentitel der Saison anpeilt.
Webster erkennt zusätzliche Motivation
Mark Webster ist überzeugt, dass die Situation sogar zusätzliche Motivation liefern kann. „Er hat klar gesagt, dass er es nicht angenehm findet, in Deutschland zu spielen“, erklärte der Ex-Lakeside-Champion im
Podcast Love The Darts. „Aber das ist ein Turnier, das er einfach spielen muss, genauso wie die EM. Dem entkommt man nicht.“
Luke Littler muss beim Premier-League-Abend in Berlin erneut mit kritischen Reaktionen der deutschen Fans rechnen
Nach Websters Einschätzung weiß Littler genau, wie er mit der Atmosphäre umgehen muss – auch dann, wenn das Publikum nicht hinter ihm steht. „Er weiß, wie er das Publikum nutzen kann, um sich selbst anzupeitschen. Er wird es umso mehr genießen, wenn er dort eine starke Leistung zeigt und vielleicht seinen dritten Wochensieg holt – ausgerechnet vor Fans, die ihn häufig ausbuhen.“
Spannungen mit deutschem Publikum
Das Verhältnis zwischen Littler und dem deutschen Publikum ist bereits seit längerer Zeit angespannt. Schon im Vorjahr drohte er mit einem Boykott, nachdem er beim German Darts Grand Prix ausgebuht worden war. Auch auf der PDC European Tour und bei weiteren Turnieren bekam er wiederholt eine feindselige Stimmung zu spüren.
Er selbst erklärte damals, nicht nachvollziehen zu können, woher diese Reaktionen kommen. Seiner Aussage nach beginne das bereits beim Betreten der Bühne, obwohl es aus seiner Sicht keinen Anlass gebe. Seitdem kehrte Littler zwar nach Deutschland zurück, unter anderem beim PDC World Cup of Darts und der European Championship, doch auch dort blieb die Stimmung ihm gegenüber kritisch.
Webster bewertet diese Entwicklung als logische Folge von Littlers Status in der Welt des Darts. „Das gehört zum Sport. Man kann nicht überall der Favorit sein“, sagte er. „Und in Deutschland ist er ganz sicher kein Publikumsliebling.“
Wichtiger Spieltag in Berlin
Am achten Premier-League-Abend trifft Littler im Viertelfinale auf Stephen Bunting. Mit einem Sieg macht er einen weiteren Schritt Richtung Play-offs.
Zudem stehen in Berlin weitere Topduelle auf dem Programm. Spitzenreiter Jonny Clayton spielt gegen Josh Rock, während Luke Humphries und Michael van Gerwen aufeinandertreffen. Gerwyn Price kämpft gegen Gian van Veen um einen Platz im Halbfinale.