„In den vergangenen vierzehn Monaten habe ich gut 20 Kilo abgenommen“ – Adrian Lewis: Fitter denn je und bereit für großes PDC-Comeback
PDC
Der Gedanke an ein Comeback von Adrian Lewis nimmt wieder konkretere Formen an. Der zweifache Weltmeister spricht offen über eine mögliche Rückkehr auf die große Bühne – und wirkt dabei fitter, fokussierter und vor allem wieder motiviert.
In einem ausführlichen Gespräch mit dem Double Tops Podcast machte der Engländer deutlich, dass er ernsthaft an einem Comeback arbeitet. Nicht Preisgeld oder Ruhm treiben ihn an, sondern etwas Grundsätzlicheres: die Freude am Spiel.
Physische Transformation als Fundament
Wer Lewis zuletzt gesehen hat, erkennt direkt eine Veränderung. Der Engländer bestätigte selbst, wie konsequent er an sich gearbeitet hat. „In den vergangenen vierzehn Monaten habe ich rund dreieinhalb Stone (gut 20 Kilo) abgenommen“, erklärte er. „Ich gehe viel spazieren, ernähre mich gesünder und halte mich von Alkohol fern.“

Ein zweifacher und Back-to-Back-Weltmeister: Adrian „Jackpot“ Lewis
Diese Entwicklung folgt einem klaren Plan. „Ich mache das bewusst, weil man fit sein muss, wenn man auf die Tour zurückkehrt. Sowohl körperlich als auch mental muss man bereit sein.“
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Damit setzt Lewis ein deutliches Zeichen. In früheren Jahren galt körperliche Vorbereitung nicht immer als seine größte Stärke – trotz seines außergewöhnlichen Talents.
Mentale Ruhe nach langer Karriere
Nach mehr als zwanzig Jahren auf höchstem Niveau entschied sich Lewis bewusst für eine Pause. Rückblickend bezeichnet er diese Auszeit als notwendig. „Ich habe diese Auszeit wirklich gebraucht“, sagte er. „Nach so einer langen Zeit auf der Tour bist du einfach ausgelaugt. Jetzt fühle ich mich frischer.“
Dieser mentale Neustart spielt eine zentrale Rolle in seinen Comeback-Überlegungen. „Ich will einfach wieder auf die Bühne und es genießen. Das ist das Wichtigste.“
Auffällig ist sein bewusst realistischer Blick auf eine mögliche Rückkehr. Große Zielansagen vermeidet er. „Es wird über die Q-School laufen müssen“, erklärte er. „Und dann schaue ich, was passiert. Ich erwarte nicht, dass ich sofort wieder in den Top-16 stehe.“
Dieser Ansatz passt zu einem Spieler, der bereits alles gewonnen hat. Sein Fokus liegt heute klar auf der Freude am Sport. „Wenn ich zurückkomme, will ich das Spiel wieder mögen. Das ist mein Ziel.“
Nicht vom Geld motiviert
In einer Zeit wachsender Preisgelder im Dartsport betonte Lewis, dass finanzielle Aspekte für ihn nie im Mittelpunkt standen. „Ich habe es nie fürs Geld gemacht“, stellte er klar. „Für mich ging es immer um die Trophäen.“
Dabei verwies er auch auf Gespräche mit Gary Anderson. „Gary hat immer gesagt, ich würde es fürs Geld tun, aber das stimmt nicht. Mir ging es ums Gewinnen.“
Diese Haltung steht exemplarisch für eine Generation von Spielern, die ihren Ruf in einer Phase aufgebaut haben, in der sportliches Prestige oft wichtiger war als finanzielle Anreize.
Realität der modernen Tour
Eine Rückkehr auf die PDC-Tour bleibt dennoch eine große Herausforderung. Die Leistungsdichte ist höher denn je, der Kalender anspruchsvoll. „Ich gehe erst zurück, wenn ich wirklich bereit bin“, betonte Lewis.
Der Aufstieg junger Spieler wie Luke Littler beeinflusst seine Motivation zwar nicht direkt, beeindruckt ihn jedoch sichtbar. „Was Littler geschafft hat, siehst du vor allem im Publikum“, erklärte er. „Es gibt viel mehr Kinder, die mit dem Darts anfangen. Das finde ich großartig.“
Diese Entwicklung verfolgt er mit Interesse. „Das inspiriert mich schon, ja. Es zeigt, wie groß der Sport gerade wird.“
Naturtalent versus harte Arbeit
Im Gespräch ging es auch um den Unterschied zwischen Talent und Training. Lewis gilt seit Jahren als eines der größten Naturtalente im Darts. Er selbst sieht das differenziert. „Manchmal, wenn ich einen Monat nicht geworfen habe, fühlt es sich an, als wäre ich nicht einmal Rechtshänder“, sagte er scherzhaft. „Aber nach zehn Minuten ist es wieder da.“
Diese besondere Mischung aus Gefühl und Technik machte ihn über Jahre zu einem der gefährlichsten Spieler auf der Tour.
Was ein mögliches Comeback konkret bringen könnte, bewertet Lewis vorsichtig. Eine Teilnahme an der Premier League Darts hält er aktuell noch für ambitioniert. „Das wäre vielleicht zu viel“, räumte er ein. „Aber wenn ich gut genug spiele … dann sage ich nicht nein.“
Damit zeigt sich: Der Ehrgeiz ist weiterhin vorhanden – heute jedoch kontrollierter und reflektierter. Ein mögliches Comeback von Adrian Lewis wäre kein lautes Comeback mit großen Versprechen, sondern eines, das auf Ruhe, Klarheit und neuer Motivation basiert. Körperlich und mental wirkt er so nah an einer Rückkehr wie lange nicht.
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










