„Ich will einfach wieder auf die Bühne und es genießen“ – Adrian Lewis: Fitter denn je und bereit für großes PDC-Comeback

PDC
durch Nic Gayer
Sonntag, 22 März 2026 um 15:00
Adrian Lewis jubelnd auf der Bühne
Der Gedanke an ein Comeback von Adrian Lewis nimmt wieder konkretere Formen an. Der zweifache Weltmeister spricht offen über eine mögliche Rückkehr auf die große Bühne – und wirkt dabei fitter, fokussierter und vor allem wieder motiviert.
In einem ausführlichen Gespräch mit dem Double Tops Podcast machte der Engländer deutlich, dass er ernsthaft an einem Comeback arbeitet. Nicht Preisgeld oder Ruhm treiben ihn an, sondern etwas Grundsätzlicheres: die Freude am Spiel.

Physische Transformation als Fundament

Wer Lewis zuletzt gesehen hat, erkennt direkt eine Veränderung. Der Engländer bestätigte selbst, wie konsequent er an sich gearbeitet hat. „In den vergangenen vierzehn Monaten habe ich rund dreieinhalb Stone (gut 20 Kilo, Anm. d. Red.) abgenommen“, erklärte er. „Ich gehe viel spazieren, ernähre mich gesünder und halte mich von Alkohol fern.“
Ein zweifacher und Back-to-Back-Weltmeister: Adrian „Jackpot“ Lewis
Ein zweifacher und Back-to-Back-Weltmeister: Adrian „Jackpot“ Lewis
Diese Entwicklung folgt einem klaren Plan. „Ich mache das bewusst, weil man fit sein muss, wenn man auf die Tour zurückkehrt. Sowohl körperlich als auch mental muss man bereit sein.“
Damit setzt Lewis ein deutliches Zeichen. In früheren Jahren galt körperliche Vorbereitung nicht immer als seine größte Stärke – trotz seines außergewöhnlichen Talents.

Mentale Ruhe nach langer Karriere

Nach mehr als zwanzig Jahren auf höchstem Niveau entschied sich Lewis bewusst für eine Pause. Rückblickend bezeichnet er diese Auszeit als notwendig. „Ich habe diese Auszeit wirklich gebraucht“, sagte er. „Nach so einer langen Zeit auf der Tour bist du einfach ausgelaugt. Jetzt fühle ich mich frischer.“
Dieser mentale Neustart spielt eine zentrale Rolle in seinen Comeback-Überlegungen. „Ich will einfach wieder auf die Bühne und es genießen. Das ist das Wichtigste.“
Auffällig ist sein bewusst realistischer Blick auf eine mögliche Rückkehr. Große Zielansagen vermeidet er. „Es wird über die Q-School laufen müssen“, erklärte er. „Und dann schaue ich, was passiert. Ich erwarte nicht, dass ich sofort wieder in den Top-16 stehe.“
Dieser Ansatz passt zu einem Spieler, der bereits alles gewonnen hat. Sein Fokus liegt heute klar auf der Freude am Sport. „Wenn ich zurückkomme, will ich das Spiel wieder mögen. Das ist mein Ziel.“

Nicht vom Geld motiviert

In einer Zeit wachsender Preisgelder im Dartsport betonte Lewis, dass finanzielle Aspekte für ihn nie im Mittelpunkt standen. „Ich habe es nie fürs Geld gemacht“, stellte er klar. „Für mich ging es immer um die Trophäen.“
Dabei verwies er auch auf Gespräche mit Gary Anderson. „Gary hat immer gesagt, ich würde es fürs Geld tun, aber das stimmt nicht. Mir ging es ums Gewinnen.“
Diese Haltung steht exemplarisch für eine Generation von Spielern, die ihren Ruf in einer Phase aufgebaut haben, in der sportliches Prestige oft wichtiger war als finanzielle Anreize.

Realität der modernen Tour

Eine Rückkehr auf die PDC-Tour bleibt dennoch eine große Herausforderung. Die Leistungsdichte ist höher denn je, der Kalender anspruchsvoll. „Ich gehe erst zurück, wenn ich wirklich bereit bin“, betonte Lewis.
Der Aufstieg junger Spieler wie Luke Littler beeinflusst seine Motivation zwar nicht direkt, beeindruckt ihn jedoch sichtbar. „Was Littler geschafft hat, siehst du vor allem im Publikum“, erklärte er. „Es gibt viel mehr Kinder, die mit dem Darts anfangen. Das finde ich großartig.“
Diese Entwicklung verfolgt er mit Interesse. „Das inspiriert mich schon, ja. Es zeigt, wie groß der Sport gerade wird.“

Naturtalent versus harte Arbeit

Im Gespräch ging es auch um den Unterschied zwischen Talent und Training. Lewis gilt seit Jahren als eines der größten Naturtalente im Darts. Er selbst sieht das differenziert. „Manchmal, wenn ich einen Monat nicht geworfen habe, fühlt es sich an, als wäre ich nicht einmal Rechtshänder“, sagte er scherzhaft. „Aber nach zehn Minuten ist es wieder da.“
Diese besondere Mischung aus Gefühl und Technik machte ihn über Jahre zu einem der gefährlichsten Spieler auf der Tour.
Was ein mögliches Comeback konkret bringen könnte, bewertet Lewis vorsichtig. Eine Teilnahme an der Premier League Darts hält er aktuell noch für ambitioniert. „Das wäre vielleicht zu viel“, räumte er ein. „Aber wenn ich gut genug spiele … dann sage ich nicht nein.“
Damit zeigt sich: Der Ehrgeiz ist weiterhin vorhanden – heute jedoch kontrollierter und reflektierter. Ein mögliches Comeback von Adrian Lewis wäre kein lautes Comeback mit großen Versprechen, sondern eines, das auf Ruhe, Klarheit und neuer Motivation basiert. Körperlich und mental wirkt er so nah an einer Rückkehr wie lange nicht.
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