„Was ist Aura eigentlich? Es ist ein erfundenes Wort, es ist fake“ – Nach Influencer-Kritik: Luke Humphries kontert Littler-Vorwürfe scharf
PDC
Luke Humphries sorgte am Samstag bei den Belgian Darts Open 2026 nicht nur auf, sondern auch abseits der Bühne für Schlagzeilen. Die aktuelle Nummer zwei der Welt und Weltmeister von 2024 erreichte nach einem 6:4-Sieg gegen Dirk van Duijvenbode den Finaltag in Wieze. Dennoch dominierte vor allem ein hitziger Schlagabtausch in den sozialen Medien die Diskussionen rund um den Engländer.
„Cool Hand Luke“ reagierte deutlich auf Kritik des Darts-Influencers Charlie Murphy – und machte später selbst klar, dass ihn die Aussagen stärker beschäftigten, als ihm lieb war.
Aufregung abseits der Bühne
Vor seiner Partie gegen van Duijvenbode in der zweiten Runde der Belgian Darts Open sorgte ein Bericht von Oche180 für Aufsehen. Dort stellte Murphy Humphries’ Selbstvertrauen infrage, behauptete, er „gebe nach“ gegenüber Shootingstar Luke Littler, und erklärte außerdem, Humphries fehle die sogenannte „Bühnen-Aura“ – ein Begriff, der in der Dartswelt zuletzt immer häufiger diskutiert wird.

Luke Humphries trifft in der dritten Runde auf Jermaine Wattimena
Humphries reagierte zunächst via X (ehemals Twitter) auf die Aussagen und sprach später im Interview mit Tungsten Tales offen darüber. „Zunächst habe ich es nicht wirklich gelesen“, erklärte er. „Aber als ich auf den Post klickte und alles sah, was über mich geschrieben wurde, fühlte ich mich ehrlich gesagt nur schlechter.“
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Besonders traf ihn die Quelle der Kritik. „Als ich sah, dass es von Charlie Murphy kam, war das ziemlich enttäuschend. Ich hatte mit ihm immer ein gutes Verhältnis.“
„Aura? Das ist ein erfundener Begriff“
Der meistdiskutierte Kritikpunkt – das angebliche Fehlen einer „Aura“ auf der Bühne – spielte für Humphries selbst keine große Rolle. Der Engländer stellte klar, dass er solchen Zuschreibungen wenig Bedeutung beimisst.
„Ich stehe nicht da, um Aura zu haben“, betonte er entschlossen. „Ich stehe dort, um Dartspiele zu gewinnen, um Preisgeld zu verdienen und um für meine Familie zu sorgen. Was ist Aura eigentlich? Es ist ein erfundenes Wort. Es ist nichts Greifbares, keine Eigenschaft, die man messen kann. Für mich ist es schlicht nicht relevant.“
Bemerkenswert: Inhaltliche Kritik akzeptiert der Weltmeister durchaus. Dass sein Status als Topfavorit infrage gestellt wurde, störte ihn nicht. Entscheidend war für ihn die Art der Formulierung. „Es geht mir nicht darum, dass Leute sagen, ich sei vielleicht nicht mehr der zweitbeste Spieler der Welt“, erklärte er. „Das ist in Ordnung, das gehört zum Sport. Aber die Art, wie gesagt wurde, ich würde Luke Littler ‚nachgeben‘ – das fand ich schwer zu akzeptieren.“
Humphries widersprach dieser Darstellung entschieden. „Ich gebe niemals gegenüber Luke Littler nach. Er ist einfach ein unglaublich guter Dartspieler. Die Leute müssen verstehen, dass er schlicht schwer zu schlagen ist. Das heißt nicht, dass die Spieler aufgeben.“
Rivalität mit Littler: Zahlen sprechen für sich
Um seine Argumentation zu untermauern, verwies Humphries auf seine jüngsten direkten Duelle mit Littler. „Unsere letzten drei Spiele gingen alle bis zum Äußersten – ein entscheidendes Leg oder ein entscheidender Satz. Ich habe ihn jedes Mal bis zum Ende gefordert. Das können nicht viele Spieler von sich behaupten.“
Auch Gerwyn Price zählt für ihn zu den wenigen Spielern, die Littler regelmäßig unter Druck setzen. „Gerwyn macht das auch, aber er hat ihn knapp nicht schlagen können. Ich habe das hingegen geschafft. Das zeigt, dass ich alles daransetze, ihn zu bezwingen.“
Damit formulierte Humphries eine klare Botschaft: Littler ist kein Gegner, dem man „nachgibt“, sondern ein außergewöhnlicher Spieler, der seine Kontrahenten an ihre Grenzen zwingt.
Im Rückblick räumte Humphries ein, dass eine öffentliche Reaktion vielleicht nicht notwendig gewesen wäre. Dennoch zeigte er Verständnis für seine spontane Reaktion. „Als Topsportler bekommst du ständig Kritik ab“, sagte er. „Die Leute sehen das vielleicht nicht, aber es kann ziemlich frustrierend sein. Die meisten, die so etwas sagen, fänden es selbst auch nicht angenehm, so bewertet zu werden.“
Er bezeichnete seine Antwort als impulsiv. „Vielleicht hätte ich es ignorieren sollen. Aber manchmal reagiert man einfach. Dann hat man eine kurze Zündschnur und dann passiert es.“
Murphy entschuldigt sich
Kurz darauf meldete sich Charlie Murphy selbst öffentlich zu Wort. Der Influencer entschuldigte sich und erklärte, seine Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Ein Respektmangel gegenüber Humphries habe nicht vorgelegen.
Die ursprünglichen Aussagen stammten aus einem Gespräch mit OLBG und verbreiteten sich anschließend über soziale Medien, wodurch sich Humphries zu einer Reaktion veranlasst sah.
Auch wenn sich die Situation inzwischen beruhigt hat, zeigt der Vorfall deutlich, wie schnell Spannungen im modernen Dartsport entstehen können – besonders in einer Zeit, in der soziale Medien eine immer größere Rolle spielen.
Währenddessen erledigte Humphries auf der Bühne souverän seine Aufgabe. Gegen Dirk van Duijvenbode setzte er sich mit 6:4 durch – allerdings nicht ohne Schwierigkeiten.
Der Engländer startete stark und zog schnell auf 4:0 sowie später auf 5:1 davon. Dennoch kämpfte sich sein Gegner zurück ins Match. „Ehrlich gesagt, Dirk kam sehr stark zurück“, analysierte Humphries. „Es war ein bisschen ein seltsames Match. Am Anfang fühlte sich alles gut an, aber je länger die Partie dauerte, desto schwächer wurde es.“
„Ich bin noch nicht einmal im zweiten Gang“
Trotz eines Averages von rund 100 Punkten zeigte sich Humphries kritisch mit seiner eigenen Leistung. Er sieht weiterhin deutliches Steigerungspotenzial.
„Es ist im Moment eine merkwürdige Phase für mich“, erklärte er. „Ich spiele immer noch 100 im Schnitt, also gibt es keinen Grund zur Panik. Aber es fühlt sich an, als wäre ich noch nicht einmal im zweiten Gang. Da ist noch etwas in mir, das bald herauskommen wird.“
Besonders die Anfangsphasen seiner Partien sieht er als Ansatzpunkt. „Meine erste Phase in Spielen ist oft nicht gut genug. Wenn ich das in den Griff bekomme, werde ich automatisch höhere Averages spielen und bessere Ergebnisse erzielen.“
Auch gegen van Duijvenbode zeigte sich dieses Muster erneut: ein starker Start, gefolgt von einer schwächeren Phase. Trotzdem brachte Humphries das Match sicher ins Ziel – und lobte anschließend ausdrücklich seinen Gegner. „Dirk ist ein fantastischer Spieler. Ich merkte, dass er anfangs etwas nervös war, er schob seine Darts ein wenig. Aber danach kämpfte er sich stark zurück. Allen Respekt vor ihm.“
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😠 Luke Humphries ADAMANT in defending himself against comments from YouTuber claiming he has no aura and 'gives in' to Luke Littler.
— Tungsten Tales Darts (@Tungsten_Tales) March 21, 2026
"I clicked on the post and it made me feel even worse. All this stuff about not having aura and stuff I don't really care about having aura.… pic.twitter.com/7MtzNeU30Q

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









