Die Samstagnachmittagssession der
Belgian Darts Open in den Oktoberhallen von Wieze brachte in der zweiten Runde jede Menge Qualität, enge Entscheidungen und ein paar deutliche Warnschüsse an die Konkurrenz. Das Turnier ist das dritte European-Tour-Event der Saison, und am heutigen Samstag greifen alle gesetzten Spieler in Runde zwei ein.
Für Deutschlands Nummer eins
Martin Schindler entwickelte sich der Nachmittag bei den
Belgian Darts Open zum erhofften Befreiungsschlag. Der 28-Jährige traf auf William O’Connor und nutzte seine Chancen deutlich konsequenter als der Ire, der über weite Strecken zwar mithielt, aber zu viele Doppel ausließ.
Schindler setzt Ausrufezeichen
Martin Schindler eröffnete seine Kampagne mit einem konzentrierten Auftritt gegen William O’Connor und setzte sich am Ende mit 6:3 durch. Der Deutsche stabilisierte sich in einer noch fehleranfälligen Anfangsphase schneller, holte sich früh ein Break und zog mit einem starken 14-Darter sowie einem späteren 13-Dart-Break auf die Siegerstraße. O’Connor blieb in Reichweite und brachte sich mit zwei 14-Dartern noch einmal zurück, doch Schindler hielt im richtigen Moment dagegen und machte den Deckel eiskalt drauf. Im Achtelfinale wartet auf die deutsche Nummer eins nun entweder der Premier League Spieler Stephen Bunting oder der belgische Publikumsliebling Andy Baetens. Die beiden treffen in der heutigen Abendsession aufeinander.
Erstmals im Jahr 2026 schafft "The Wall" den Schritt ins Achtelfinale
Auch Jermaine Wattimena meldete sich mit einem klaren 6:3 gegen Ryan Meikle überzeugend zurück. Der Niederländer brauchte einen kurzen Moment, um ins Rollen zu kommen, drehte die Partie dann aber mit drei gewonnenen Legs in Serie und beendete das Match mit starkem Schlussspurt in 14, 15 und 13 Darts. Damit unterstrich Wattimena einmal mehr, wie gefährlich er wird, wenn er seine Doppelfelder trifft, denn das Scoring ist selten das Problem.
Chris Dobey bestätigte gegen Dave Chisnall seine starke Form auf der European Tour. Der Engländer spielte früh druckvoll, setzte mit zwei 13-Dartern klare Akzente und krönte seinen Auftritt mit einem perfekt getimten 120er Shanghai-Finish zum Break. Chisnall kämpfte sich zwar noch einmal heran, doch Dobey löste die kritischen Momente mit Klasse und zog am Ende verdient mit 6:3 weiter.
Danny Noppert lieferte später das vielleicht hochwertigste Match des Nachmittags. Gegen Luke Woodhouse zeigte der Niederländer einen Auftritt auf Topniveau, spielte drei 11-Darter und kam auf einen Average jenseits der 106er-Marke. Woodhouse hielt stark dagegen, setzte mit einem 81er Bull-Finish und mehreren Checks in wichtigen Momenten eigene Glanzpunkte, doch Noppert erwieß sich auf die Dauer einfach als zu konstant und zog souverän mit 6:3 ins Achtelfinale ein.
Joyce schockt Aspinall
Die Überraschung des Nachmittags lieferte
Ryan Joyce mit seinem 6:3 gegen Nathan Aspinall. Obwohl Aspinall im Scoring keineswegs abfiel und sich insgesamt 23 Darts auf die Doppel erspielen konnte, machte ihm eine katastrophale Doppelquote das Leben schwer. Joyce nutzte genau diese Schwäche gnadenlos aus, traf, wie für ihn typisch, extrem zuverlässig und blieb in den entscheidenden Phasen stabil. Mit einem 127er Bull-Finish setzte er früh ein Ausrufezeichen, später zog er mit klarer Linie davon und verdiente sich den Einzug in die nächste Runde.
Daryl Gurney sorgte ebenfalls für ein deutliches Signal. Gegen Damon Heta startete der Nordire furios, checkte ein 126er Highfinish auf dem Bullseye in 12 Darts und dominierte die Anfangsphase nach Belieben. Heta kämpfte sich zwar noch einmal zurück und glich zwischenzeitlich aus, doch Gurney erhöhte am Ende wieder das Niveau und gewann mit 6:3. Vor allem seine starke Doppelquote machte den Unterschied.
Ross Smith und Cameron Menzies eröffneten die Session mit einem intensiven Duell, das Smith dank besserer Konstanz und eines entscheidenden Breaks mit 6:4 gewann. Menzies zeigte zwar, wie beispielsweise mit einem spektakulären 125er-Finish, immer wieder, was er kann, ließ aber in den wichtigen Momenten zu viel liegen. Ryan Searle setzte sich in einem weiteren engen Match mit 6:5 gegen Ricky Evans durch und bewies im Decider Nervenstärke, obwohl Evans sogar den etwas höheren Average spielte.