Jeder, der mit dem Dartsport beginnt, träumt davon, irgendwann zum nächsten Luke Littler,
Michael van Gerwen oder Luke Humphries zu werden. Die Chance, dass das tatsächlich gelingt, ist jedoch gering, und nur wenigen Spielern ist es vergönnt, die absolute Spitze zu erreichen.
Jemand, der weiß, wie man junge Spieler an die Spitze führt, ist Frank van Creij, der frühere Manager von Van Gerwen, als dieser am Beginn einer inzwischen erfolgreichen Karriere stand. Der 55-Jährige streift auch Jahre später noch durch Kneipen auf der Suche nach neuem Talent.
Große Namen aus seiner Talentschmiede
Van Creij ist seit über 30 Jahren in der Sportart unterwegs, und nach einer Phase, in der er es etwas ruhiger angehen ließ, ist er in den vergangenen vier Jahren wieder als Manager aktiv. Bekannte Namen wie
Jimmy van Schie und
Jeffrey Sparidaans, die beide kürzlich ihre Tour Card bei der
Q-School gewannen, stammen aus der Talentschmiede von Van Creij.
„Ich bekomme hunderte Nachrichten pro Jahr, oft auch von Dartspielern um die vierzig. Aber damit fange ich nicht an, ich setze auf Talente. Ein Fußballer unterschreibt mit 40 auch nicht mehr bei Real Madrid“, sagt Van Creij im Gespräch mit dem
Brabants Dagblad. Er begleitet Spieler und steckt eine realistische Route an in Richtung Spitze. Zudem übernimmt er Hotels und Startgeld für die Turniere, bei denen die Spieler antreten.
Warum macht er das? Darauf gibt es eine einfache Antwort: Er liebt den Sport. „Talente zu begleiten, ist das Schönste, was es gibt. Es gibt viele Jungs, die wollen, aber die Chance nicht bekommen. Ich muss allerdings etwas in ihnen sehen, denn der Weg ist lang und intensiv. Das Niveau ist gerade in den letzten Jahren immer höher geworden.“
Der nächste
Michael van Gerwen könnte also bereits in Van Creijs Umfeld unterwegs sein. Aktuell betreut er rund 20 Dartspieler. Und er ist überzeugt, dass einige davon „so mit der Weltspitze“ mithalten können. So einfach, wie es klingt, ist es jedoch nicht. „Das Gesamtpaket muss stimmen. Ein Junge ist zum Beispiel gerade Vater geworden, dann ist es schwierig, 40 Wochen im Jahr von zu Hause weg zu sein. Und viele Jungs arbeiten nebenher, als Dartspieler ist man nicht sofort finanziell unabhängig. Dennoch werdet ihr in den kommenden Jahren von diesen Jungs hören, macht euch schon mal auf was gefasst“, so der 55-jährige Manager.
Eines dieser Talente ist der 18-jährige Danio Aalders, der in diesem Jahr auf der Development Tour aktiv sein wird. Er wurde Van Creij mehrfach empfohlen und ist nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2024 motivierter denn je. „Darts war unser Ding. Mein Vater bat mich auf dem Sterbebett, weiterzumachen und alles rauszuholen, dafür mache ich es auch. Ich kombiniere es jetzt noch mit der Schule, aber mein Traum ist es, Profidartspieler zu werden. Wie Gian van Veen, zu ihm schaue ich auf, auch als Mensch. Und er ist ein Beispiel dafür, wie schnell es gehen kann“, sagt Aalders.