James Wade verpackt es weder als Frust noch als Reue.
In seiner aktuellen Kolumne für den Daily Star legt der mehrfache Major-Sieger seine Position mit gewohntem Klartext dar und erklärt, warum die ersten Wochen des Jahres 2026 für jene, die über Weihnachten pausierten, bereits anders aussehen.
Nach einer kompletten dreiwöchigen Auszeit ohne einen einzigen Dart erläutert Wade, wie sein eigener Neustart verlaufen ist.
„Die Weihnachtspause ist offiziell vorbei. Nach drei Wochen völliger Ruhe, in denen ich keinen Dart in die Hand genommen habe, konzentriere ich mich jetzt darauf, zügig in die Saison zu starten“, schreibt er und setzt damit den Rahmen für das Folgende.
Dieser Kontext mündet direkt in das Eingeständnis, das seine Argumentation trägt. „Ich weiß, dass ich gegenüber Spielern, die bei den World Series in Bahrain und Saudi-Arabien angetreten sind, bereits im Nachteil bin“, ergänzt Wade und richtet den Fokus zum Saisonstart nicht auf Form oder Ranglistenpunkte, sondern auf Startbereitschaft.
Warum Wade frühe TV-Präsenz für entscheidend hält
Für Wade ist die von ihm beschriebene Lücke strukturell, nicht persönlich. „Das ist einfach die Realität unseres Sports“, erklärt er. „Wer an solchen ‚Einladungsturnieren‘ teilnimmt, sammelt wertvolle Erfahrungen in Drucksituationen – zumal die Intensität vor TV-Kameras noch einmal steigt.“
Diese Aussagen stehen klar im Kontext der
World-Series-Auftakte im Nahen Osten, die nur wenige Tage nach der Weltmeisterschaft sofort wieder TV-Matchpraxis boten. Die Beteiligten fanden direkt zurück in den Wettkampfrhythmus, während andere fern vom Oche neu ansetzten.
Littler, Van Gerwen und der größere Kontext
Anstatt Littler isoliert zu betrachten, weitet Wade den Blick. „Während
Luke Littler in Saudi gewann, war es großartig zu sehen, wie
Michael van Gerwen beim ersten Event des Jahres in Bahrain triumphierte“, schreibt er, bevor er den Blick nach vorn richtet. „Seine jüngsten Auftritte, einschließlich zweier Finals bei der World Series, deuten darauf hin, dass er das Turnier mit enormem Selbstvertrauen angehen wird.“
Die Implikation ist klar. Der Vorsprung, den Wade beschreibt, ist nicht nur einem Spieler vorbehalten. Er ist im Kalender angelegt. Frühe Präsenz belohnt Schärfe, nicht Sympathie, und Wade erkennt das, noch bevor die Main Tour überhaupt Fahrt aufnimmt.
Diese Perspektive wiegt umso schwerer angesichts von Wades jüngster TV-Historie mit
Luke Littler. Er gehört zu den wenigen, die den Teenager konstant aus dem Tritt bringen konnten, schlug ihn bei den UK Open 2024 und erneut bei der European Darts Championship 2025 – letzteres war Littlers letzte TV-Niederlage des Jahres. Littler wiederum revanchierte sich, indem er Wade später 2025 bei den Players Championship Finals, den UK Open und dem World Matchplay besiegte.
Kein Rückzug, nur Realismus
Trotz des eingeräumten Rückstands zu Jahresbeginn macht Wade klar, dass sich seine Zielsetzung vor dem 2026 PDC
Winmau World Masters nicht geändert hat. „Auch wenn Exhibitions Spaß machen und oft als leichte Abwechslung dienen, gehe ich ein bestimmtes Event mit ernsthafter Absicht an“, schreibt er. „Ich bin fest entschlossen, dieses Turnier zu gewinnen.“
Die Botschaft ist kein Rückzug. Sie ist Realismus. Wade akzeptiert, dass andere schärfer anreisen, vertraut aber zugleich den Bedingungen, die seine Karriere seit zwei Jahrzehnten tragen. Längere Formate, wachsender Druck und wiederholte TV-Präsenz – das sind Umfelder, die er bereits unzählige Male gemeistert hat.
In diesem Sinne ist seine Einschätzung von Luke Littlers frühem Vorteil weniger Rivalität als vielmehr ein Thema von Nuancen, die Wade seine gesamte Laufbahn hindurch verstanden, abgewogen und überstanden hat.