Die
Darts WM 2026 steuert an diesem Samstagabend auf ihren Höhepunkt zu. Von den
128 Spielern, die am 11. Dezember in das Turnier gestartet sind, haben sich nur zwei Stars die Ehre erarbeitet, die legendäre Ally-Pally-Bühne am 3. Januar betreten zu dürfen. Nach dem heutigen Abend steht fest, wer sich Weltmeister des Jahres 2026 nennen darf.
Und dieses Finale verspricht Hochspannung.
Gian van Veen trifft im Endspiel auf niemand Geringeren als den erst 18-jährigen
Luke Littler. Greift „The Giant“ erstmals in seiner Karriere nach dem WM-Titel – oder gelingt es „The Nuke“, seine Krone aus dem Vorjahr erfolgreich zu verteidigen?
Verfolgen Sie das große Finale der Darts WM 2026 mithilfe unserer Live-Scores!Samstag, 03.01.
Abendsession (ab 21:00 Uhr)
| 21:15 Uhr | Luke Littler | v | Gian van Veen | Finale |
Gian van Veen: der Herausforderer
Gian van Veen spielt bei dieser Weltmeisterschaft ein herausragendes Turnier. Der Niederländer bekam mehrfach ernsthafte Gegenwehr, wusste diese jedoch jedes Mal abzuwehren und marschierte mit beeindruckender Konstanz bis ins Finale. Dieser Weg begann bereits in Runde eins gegen den erfahrenen Spanier Cristo Reyes. Van Veen legte in seiner Auftaktpartie sofort einen Average von knapp 99 Punkten auf – und das war auch nötig, denn Reyes präsentierte sich mit über 96 ebenfalls in starker Form. Van Veen überzeugte von Beginn an, gewann die ersten beiden Sätze mit 3:1 und 3:0 und zog schnell auf 2:0 davon. Noch einmal wurde es eng, als Reyes auf 2:1 verkürzte und Satz vier in ein Entscheidungsleg ging. Doch genau diese Momente entwickelten sich im Turnierverlauf zum Markenzeichen des Niederländers. Van Veen holte das Entscheidungsleg souverän und zog in die zweite Runde ein.
Dort wartete mit dem Schotten Alan Soutar ein Gegner, der überraschend stark aufspielte. „Soots“ ging mutig zu Werke und sicherte sich den ersten Satz mit 3:1. Auch im zweiten Satz lag Soutar mit 2:1 vorne, doch van Veen kämpfte sich zurück und drehte den Satz. Ab diesem Zeitpunkt lief der Motor auf Hochtouren. Der Niederländer gewann sechs Legs in Serie, fegte Soutar förmlich vom Board und beendete die Partie mit einem Average von über 108 Punkten. In Runde drei traf er auf den Letten Madars Razma. Dieses Match verlief weniger spektakulär, was jedoch auch nicht nötig war, da Razma lediglich einen Average von 89 spielte. Van Veen kontrollierte die Partie, ging relativ mühelos mit 3:0 in Sätzen in Führung und ließ sich auch nicht beirren, als Razma noch einmal aufbegehrte und Satz vier gewann. Mit einem klaren 3:0 in Satz fünf machte van Veen den Einzug ins Viertelfinale perfekt.
Dort bekam er es mit dem 20-jährigen Engländer Charlie Manby zu tun, der sein WM-Debüt feierte. In den ersten beiden Sätzen konnte Manby van Veen noch gut Paroli bieten, sodass es zunächst ausgeglichen blieb. Satz drei und vier gingen dann jedoch klar an „The Giant“, dem damit nur noch ein Satz zum Sieg fehlte. Dieser entwickelte sich noch einmal spannend, doch erneut behielt van Veen im Entscheidungsleg die Nerven und machte den Einzug in die nächste Runde perfekt. Und dort wartete ein echtes Highlight: Im Viertelfinale traf er auf Luke Humphries. Gegen die Nummer zwei der Welt setzte van Veen seine Nadelstiche genau im richtigen Moment. Satz eins entschied er über sein inzwischen bekanntes WM-Markenzeichen, das fünfte Entscheidungsleg. Nachdem Humphries Satz zwei für sich entschied, wiederholte van Veen dieses Kunststück in Satz drei. Den vierten Satz gewann er anschließend überzeugend mit 3:1, ehe er auch Satz fünf erneut über ein Entscheidungsleg holte und auf 4:1 davonzog. Damit war Humphries gebrochen. Van Veen gewann auch Satz sechs und fertigte den ehemaligen Weltmeister mit 5:1 ab.
Im Halbfinale wartete schließlich die schottische Legende Gary Anderson – und auch dieses Duell wurde zu einem echten Spektakel.
Beide lieferten sich eine Partie auf höchstem Niveau und landeten jeweils bei einem Average von rund 103 Punkten. Zu Beginn nahmen sich beide Spieler gegenseitig den Anwurf, es stand schnell 1:1. In den folgenden beiden Sätzen zeigte van Veen erneut das, was sein Turnier bislang prägte: Er gewann die entscheidenden fünften Legs und zog auf 3:1 davon. Auch in Satz fünf behielt er im letzten Leg die Oberhand und erhöhte auf 4:1. Anderson gab sich jedoch nicht geschlagen, kämpfte sich eindrucksvoll zurück und verkürzte auf 3:4. Die Entscheidung fiel schließlich in den letzten beiden Sätzen – und erneut ging es jeweils in ein fünftes Leg. Wie so oft bei dieser Weltmeisterschaft war es van Veen, der die entscheidenden Darts setzte. Mit zwei weiteren gewonnenen Entscheidungslegs machte er das 6:3 perfekt und zog erstmals in seiner Karriere in ein WM-Finale ein.
Präsentiert sich in weltmeisterlicher Verfassung: Gian van Veen
Luke Littler: der Favorit
Luke Littler hat bei dieser Weltmeisterschaft bislang kaum ernsthafte Gegenwehr erlebt. In seinem Auftaktmatch traf er auf den Litauer Darius Labanauskas, spielte einen Average von über 101 Punkten und gab keinen einzigen Satz ab. Auch in Runde zwei präsentierte sich der Titelverteidiger dominant, obwohl sein Gegner diesmal mehr Widerstand leistete. Gegen den Waliser David Davies spielte Littler zwar nicht ganz so frei auf, doch Davies konnte seine Chancen nicht nutzen. Zwar hielt er mit einem Average von 95 gut mit, verpasste es jedoch, dem 18-Jährigen entscheidend weh zu tun. Davies hatte Möglichkeiten, den ersten Satz zu gewinnen, und auch in Satz zwei hätte er „The Nuke“ stärker unter Druck setzen können. In beiden Fällen ließ er diese Chancen ungenutzt, sodass Littler schnell mit 2:0 in Führung ging. Den dritten Satz gewann der Engländer anschließend klar und entschied auch diese Partie mit 3:0 für sich.
In der dritten Runde folgte dann eine echte Gala-Vorstellung. Gegen Mensur Suljovic spielte Littler eine glanzvolle Partie, warf neun 180er und erzielte einen Average von über 107 Punkten. Der Österreicher fand zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf das Match. Insgesamt gab Littler lediglich vier Legs ab und gewann erneut, ohne einen Satz zu verlieren. In der vierten Runde sollte sich das erstmals ändern. Dort traf er auf Ex-Weltmeister Rob Cross. Littler zog zunächst relativ problemlos auf 3:1 in Sätzen davon und schien einem entspannten Abend entgegenzugehen. Doch Cross stemmte sich noch einmal dagegen, verkürzte stark auf 2:3 und hatte im sechsten Satz sogar eine kleine Chance, zum 3:3 auszugleichen. Littler nutzte diesen Fehlschuss jedoch eiskalt, gewann den Satz und entschied die Partie schließlich mit 4:2 für sich. Damit stand er im Viertelfinale.
Dort war die Rollenverteilung schnell klar. Gegen den Polen Krzysztof Ratajski entwickelte sich das Match weitgehend zur Einbahnstraße. Zwar ging der erste Satz mit 3:2 noch knapp an Littler, doch die beiden folgenden Durchgänge gewann er jeweils klar mit 3:0. Satz vier verlief wieder ausgeglichener, doch auch hier behielt Littler mit 3:2 die Oberhand und stellte bereits auf 4:0. Den fünften Satz nutzte er dann direkt, um den Sack zuzumachen, und zog mit einem souveränen 5:0-Erfolg ins Halbfinale ein. Dort wartete mit Ryan Searle der Überraschungs-Halbfinalist des Turniers. „Heavy Metal“ hielt zu Beginn gut dagegen und sicherte sich sogar den ersten Satz. Doch dabei blieb es. Littler glich zum 1:1 aus, legte anschließend einen kurzen Zwischenspurt ein und schien Searle damit frühzeitig den Zahn gezogen zu haben. Der Engländer gewann keinen weiteren Satz mehr, sodass Littler sich mit einem klaren 6:1-Erfolg zum dritten Mal in Folge für das WM-Finale qualifizierte.
Ausgeglichene Bilanz zwischen Littler und van Veen
Blicken wir auf die direkten Duelle zwischen Luke Littler und Gian van Veen, dürfen wir ein spannendes Endspiel erwarten. Der Niederländer gehört zu den wenigen Spielern auf der Pro Tour, die keine negative Bilanz gegen den 18-Jährigen aufweisen. Insgesamt trafen beide achtmal aufeinander, wobei Littler und van Veen jeweils vier Siege feierten. Allein in diesem Jahr standen sie sich bereits fünfmal gegenüber, davon viermal auf der TV-Bühne. Von diesen fünf Begegnungen gewann Littler eine mehr als van Veen. Betrachtet man jedoch ausschließlich die vier TV-Duelle, ist die Bilanz mit 2:2 vollkommen ausgeglichen. Alles spricht also dafür, dass uns an diesem Abend tatsächlich ein spannendes und hochklassiges WM-Finale erwartet.
Krönt sich Luke Littler zum vierten Spieler der PDC-Geschichte, der seinen WM-Titel verteidigen kann?