Gian van Veen hat sich mit seinem Auftritt bei der Darts WM endgültig ins Rampenlicht gespielt. Der 23-jährige Niederländer erreichte im Alexandra Palace erstmals in seiner Karriere das
Viertelfinale – und überzeugte dabei auf ganzer Linie. Ex-Topspieler
Vincent van der Voort sieht in dieser Leistung weit mehr als nur einen sportlichen Meilenstein. Für ihn ist van Veen inzwischen ein klarer Kandidat für die Teilnahme an der
Premier League Darts.
Der Dienstagabend in London begann aus niederländischer Sicht zunächst vielversprechend, nahm jedoch einen anderen Verlauf als erhofft. Sowohl Michael van Gerwen als auch Kevin Doets schieden frühzeitig aus, sodass van Veen als einziger Niederländer im Turnier verblieb. Der amtierende European Champion meisterte diese Situation souverän und setzte sich in der vierten Runde deutlich mit 4:1 in Sätzen gegen WM-Debütant Charlie Manby durch. „Es sah gut aus“, fasste van der Voort im
Podcast Darts Draait Door zusammen.
Viertelfinale, Weltrangliste, Premier League – Van Veen auf dem Vormarsch
Mit diesem Erfolg schrieb van Veen ein neues Kapitel seiner noch jungen WM-Geschichte. Bei seinen bisherigen Teilnahmen war er jeweils in der Auftaktrunde ausgeschieden, nun steht er erstmals unter den letzten Acht. Die Bedeutung dieser Leistung reicht jedoch weit über das laufende Turnier hinaus. Durch den Einzug ins Viertelfinale klettert van Veen auf Platz fünf der virtuellen Weltrangliste und rückt damit an Michael van Gerwen heran.
Nach Ansicht von Vincent van der Voort ist damit auch die Diskussion um eine Einladung zur Premier League praktisch beendet. Die prestigeträchtige Elite-Liga, für die die PDC acht Spieler nominiert, scheint im kommenden Jahr kaum ohne den 23-Jährigen auszukommen. „Premier League ist durch. Da können wir ein Häkchen hinter setzen“, erklärte Van der Voort unmissverständlich. Zweifel lässt er nicht zu. „Wenn er nicht dabei ist, wäre das ungerecht. Der ist dabei, das geht gar nicht anders.“
Der Niederländer verweist dabei nicht nur auf die sportlichen Resultate, sondern auch auf van Veens Auftreten insgesamt. Laut van der Voort bringt „GVV“ alles mit, was die Premier League für Zuschauer und Veranstalter attraktiv macht. „Er wirft viele 180er, interagiert mit dem Publikum und er gibt gute Interviews.“ Damit erfüllt van Veen laut van der Voort exakt das Profil, das die PDC für ihr Aushängeschild sucht.
Bemerkenswert ist, dass van Veen vor seinem Duell mit Manby selbst angab, sich nicht mit einer möglichen Premier-League-Einladung zu beschäftigen. Erst später, auf der Pressekonferenz, räumte er ein, dass der Gedanke sowohl vor der Partie als auch danach durchaus präsent gewesen sei. Sein Fokus liege jedoch weiterhin vollständig auf dem sportlichen Verlauf der WM.
Dieser hält unmittelbar die nächste große Herausforderung bereit. Im Viertelfinale trifft van Veen heute Abend auf
Luke Humphries, den ehemaligen Weltmeister und einen der absoluten Topspieler der Tour. Dennoch geht der Niederländer keineswegs chancenlos in dieses Duell. Die letzten vier Aufeinandertreffen der beiden, darunter drei TV-Matches, gewann allesamt van Veen. „Humphries ist also auch nicht entspannt“, sagte van der Voort abschließend.