„Viele der Leute können nicht einmal Darts spielen“ – Ricky Evans wehrt sich nach WM-Aus gegen persönliche Angriffe
PDCRicky Evans hat nach seinem Aus bei der Darts WM 2026 öffentlich Stellung bezogen. Der Engländer reagierte über die sozialen Medien auf scharfe Kritik und persönliche Angriffe, die ihn nach seinem Ausscheiden im Alexandra Palace erreichten. Sichtbar enttäuscht hatte Evans die Bühne verlassen, anschließend zog er sich bewusst für einige Tage zurück, um Abstand zu gewinnen und die Ereignisse zu verarbeiten.
In einem ausführlichen Statement beschreibt der 35-Jährige, wie sehr ihn die Tonlage vieler Reaktionen getroffen habe. Gleichzeitig macht Evans deutlich, dass er trotz aller Enttäuschung versucht, den Blick wieder nach vorn zu richten und das Erlebte einzuordnen.
Rückzug aus sozialen Medien nach verletzenden Kommentaren
Evans erklärte, er sei vorübergehend offline gegangen, nachdem er zahlreiche Nachrichten erhalten habe, in denen ihm vorgeworfen wurde, er habe sich „lächerlich gemacht“, verbunden mit persönlichen Beleidigungen. „Ich habe ein paar Tage Abstand von sozialen Medien genommen wegen einiger schrecklicher Nachrichten und Kommentare darüber, wie ich mich angeblich zum Gespött gemacht habe“, schrieb Evans.
Besonders deutlich wurde er mit Blick auf seine Kritiker: „Viele der Leute, die so verletzende Dinge sagen, können nicht einmal Darts spielen, geschweige denn Jahr für Jahr das tun, was ich auf dem höchsten Niveau der Welt mache.“
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Gleichzeitig lenkte Evans den Blick auf einen oft übersehenen Aspekt seiner Saison. Seine Leistungen seien nicht losgelöst von gesundheitlichen Problemen zu bewerten. Der Engländer offenbarte, dass er seit längerer Zeit mit Verletzungen zu kämpfen habe. „Das ist mit dem zusätzlichen Handicap von Arthritis und Sehnenentzündungen, die mich das ganze Jahr über behindert haben“, erklärte er. Trotz dieser Einschränkungen habe er weiterhin auf der größten Bühne gespielt – etwas, das seiner Meinung nach häufig unterschätzt werde.
Evans räumte offen ein, dass seine WM nicht so verlaufen sei, wie er es sich erhofft hatte, und zeigte sich dabei selbstkritisch. „Ja, das Turnier endete nicht so, wie ich es mir gewünscht hatte, und ja, vielleicht hätte ich meine Emotionen am Ende besser im Griff haben sollen, aber das ist Darts und ich bin auch nur ein Mensch.“ Mit diesen Worten spielte er auf seine sichtbare Frustration in seinem letzten Match an, die in den sozialen Netzwerken intensiv diskutiert worden war.
Trotz allem wollte Evans den Fokus nicht ausschließlich auf die Enttäuschung legen. Er erinnerte bewusst an die positiven Seiten seiner WM-Teilnahme. „Lasst uns auf die positiven Seiten schauen. Seht euch an, wie viel Spaß und Begeisterung es in meinen ersten beiden Matches gab.“ Diese Momente bestätigten für ihn, dass seine energiegeladene, schnelle Spielweise beim Publikum weiterhin gut ankomme.
Dabei machte Evans unmissverständlich klar, dass er sich nicht verbiegen werde. „Ich bleibe der stolze, immer weitermachende, schnell werfende Verrückte, der ich bin, denn so bin ich nun mal.“
Nach der intensiven Zeit rund um die WM kündigte Evans an, nun bewusst einen Gang herunterzuschalten. Für einige Tage wolle er dem Dartsport komplett den Rücken kehren und nach Polen reisen. „Ich fahre jetzt nach Polen für ein paar Tage Spaß und nicht dartsbezogene Abenteuer mit meiner wunderbaren besseren Hälfte“, schrieb er – inklusive eines augenzwinkernden Seitenhiebs in Richtung seiner Kritiker: „Sie hat mich noch nicht verlassen, Hater.“
Zum Abschluss seiner Botschaft schlug Evans einen positiven Ton an und richtete den Blick auf das kommende Jahr. „Ich wünsche euch allen ein sehr glückliches 2026.“ Damit scheint der Engländer das Kapitel seiner WM-Teilnahme bewusst abzuschließen, um neue Kraft zu sammeln für die nächsten sportlichen Aufgaben.
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









