Am Donnerstagabend, 23. April, gastiert die
Premier League Darts erneut in Liverpool. Der zwölfte Spieltag der Saison 2026 führt die Top‑Spieler in die M&S Bank Arena, wo
Gian van Veen gegen Gerwyn Price startet und
Michael van Gerwen in einem Top‑Match auf Josh Rock trifft. Liverpool ist seit 2008 ein fester Fixpunkt der Premier League‑Landschaft und hat sich zu einem der lautstärksten und atmosphärisch dichtesten Spielorte der Liga entwickelt.
Klassiker in der M&S Bank Arena
Die Halle hat inzwischen mehrere wegweisende
Premier‑League‑Momente hervorgebracht. 2014 dominierte Michael van Gerwen Phil Taylor mit 7:0 und legte dabei einen Average von 109,59 vor, fünf Jahre später bezwang Adrian Lewis Raymond van Barneveld 2019 mit 7:4 und einem Average von 111,52.
Seit dem neuen Modus ab 2022 gab es in Liverpool vier verschiedene Abendgewinner: Jonny Clayton (6:4 gegen Joe Cullen), Michael van Gerwen (6:4 gegen Michael Smith), Luke Littler (6:2 gegen Rob Cross) und zuletzt Gerwyn Price, der mit starken Averages nacheinander Chris Dobey, Rob Cross und im Finale Luke Humphries schlug.
Spielplan Premier League Darts 2026
Donnerstag, 23.04. (ab 20:00 Uhr)
M&S Bank Arena, Liverpool – 12. Spielrunde
| Zeit | Spieler 1 | v | Spieler 2 | Runde |
| 20:15 | Gian van Veen | v | Gerwyn Price | VF |
| 20:45 | Stephen Bunting | v | Jonny Clayton | VF |
| 21:15 | Josh Rock | v | Michael van Gerwen | VF |
| 21:45 | Luke Humphries | v | Luke Littler | VF |
Gian van Veen vs. Gerwyn Price
Den Abend in Liverpool eröffnen Gian van Veen und Gerwyn Price. Für den Niederländer steht viel auf dem Spiel. „The Giant“ gewann in den letzten sechs Wochen nur einmal sein Auftaktmatch und rangiert damit aktuell auf Platz 6 der Tabelle, vier Punkte hinter dem viertplatzierten Michael van Gerwen. Zudem hat er trotz vier Finalteilnahmen noch keinen Abend gewonnen – ein Titel käme genau zum richtigen Zeitpunkt, um seine Play‑off‑Chancen zu stabilisieren.
Genau hier stößt Van Veen auf den denkbar unangenehmsten Gegner. Abgesehen davon, dass Price seit Wochen in starker Form ist und Rang drei der Tabelle innehat, hat der Waliser auch eine klare statistische Überlegenheit gegen den Niederländer. Die beiden trafen insgesamt bereits 13‑mal aufeinander, und Price gewann nicht weniger als 11 dieser Begegnungen. In dieser Premier‑League‑Saison trafen sie bereits viermal aufeinander; Price gewann drei dieser Partien, Van Veen nur eine – damals in Belfast mit 6:5.
Van Veen stand in dieser Premier League bereits viermal im Finale, konnte aber noch keinen Abend gewinnen.
Stephen Bunting vs. Jonny Clayton
Nach dem Auftakt‑Match folgen Stephen Bunting und Jonny Clayton. Für „The Bullet“ bleibt ein Platz in den Play‑offs zwar theoretisch möglich, doch der Weg ist steil. Mit 11 Punkten liegt er auf dem vorletzten Rang, fünf Zähler hinter Van Gerwen. Ein Abendtitel könnte ihm den nötigen Schub verschaffen, um wieder in Schlagdistanz zu kommen. In den letzten Wochen hat Bunting regelmäßig das Halbfinale erreicht, vergangene Woche unterlag er in Rotterdam aber chancenlos mit 1:6 gegen Josh Rock.
Gegenüber sitzt ihm derzeit der formstärkste Mann der Premier League. „The Ferret“ gewann bereits vier der elf Spielwochen und führt mit 29 Punkten klar die Tabelle an. Damit gilt Clayton praktisch als sicherer Finalist für die Finals Night. Vergangene Woche in Rotterdam holte er den Abendtitel, indem er Luke Littler im Finale mit 6:4 schlug und seine Rolle als Top‑Kandidat weiter unterstrich. In dieser Saison trafen Bunting und Clayton bereits dreimal aufeinander; Clayton siegte zweimal, Bunting einmal. Insgesamt stehen sich die beiden 24‑mal gegenüber, mit 14 Siegen für Clayton.
Josh Rock vs. Michael van Gerwen
Das dritte Match des Abends bestreiten Michael van Gerwen und Josh Rock. Zu Saisonbeginn hätte wohl jeder zwei Punkte für den Niederländer befürwortet, doch nach elf Wochen ist nichts mehr sicher. Während Rock zu Beginn durch eine holprige Phase kämpfte, hat er in den letzten Wochen deutlich zugelegt. In den vergangenen vier Wochen gewann er jeweils sein Auftaktmatch und steht nun bei 8 Punkten – immer noch auf dem letzten Platz, aber mit ein oder zwei Abendtiteln wieder in Reichweite der Play‑offs, sofern er diese Form halten kann.
Van Gerwen rangiert aktuell auf dem letzten Play‑off‑Platz. Mit 16 Punkten hat er die Finals Night weiter im Blick, doch sowohl Luke Humphries als auch Gian van Veen drücken von hinten. Seine Auftritte bei der European Darts Grand Prix am vergangenen Wochenende ließen allerdings wenig Anlass auf einen leichten Abend in Liverpool hoffen. In drei Matches kam er auf Averages von 91,37, 88,61 und 82,57 – Werte, die klar unter seinem Niveau liegen. Dennoch zeigt „Mighty Mike“ in der Premier League immer wieder Phasen, in denen er auf sein altes Top‑Niveau zurückkehrt.
Im direkten Vergleich spricht fast alles für Van Gerwen. In 14 bisherigen Duellen schlug er Rock zehnmal, zwei Siege gingen an den Nordiren. In der Premier League triumphierte der Niederländer bislang zweimal gegen Rock – darunter jüngere Partien, die Van Gerwen mit klarer Linie und starker Checkout‑Mentalität gewann. Für Rock wäre ein Erfolg in Liverpool ein psychologischer Schub für den Rest der Saison, für Van Gerwen ein wichtiger Schritt, um nicht in die Play‑off‑Gefahrenzone zu geraten.
Van Gerwen belegt derzeit den vierten Rang, der ihn zur Teilnahme an den Play-offs berechtigt.
Luke Humphries vs. Luke Littler
Den Abend beschließt ein Duell zweier Spitzenspieler: Luke Littler trifft auf Luke Humphries. Für Littler ist die Finals Night praktisch gesichert. Mit 24 Punkten steht er stabil auf Platz 2 der Tabelle, und angesichts seines Talents und seiner Routinen ist es unwahrscheinlich, dass er diese Position noch aus der Hand gibt. In Rotterdam erreichte er das Finale, musste sich dort aber mit 4:6 gegen Jonny Clayton geschlagen geben. Insgesamt hat der 19‑Jährige bereits drei Abende für sich entschieden – ein klarer Fortschritt gegenüber seiner ersten Premier‑League‑Saison.
Für Humphries hingegen läuft im Moment vieles schief. Vor der Saison galt er wie Littler als sichere Bank für die Play‑offs, doch aktuell liegt „Cool Hand Luke“ nur auf einem mageren fünften Platz. Zudem hat er noch keinen einzigen Abend gewonnen – ein Wert, der angesichts seiner Qualität deutlich zu niedrig ist. Um die Finals Night noch zu erreichen, muss er einen Rückstand von drei Punkten auf Van Gerwen aufholen. Wenn es einer schaffen kann, dann Humphries – aber nur, wenn er in den kommenden Wochen Abende gewinnt. Denn auch Van Gerwen wird weiter Punkte sammeln und nicht freiwillig Platz machen.
In der historischen Bilanz der beiden Lukes liegt Littler leicht vorn. In dieser Premier‑League‑Saison schlug er Humphries bereits zweimal, „Cool Hand Luke“ gewann einmal. Auffällig ist, dass alle drei Partien 6:5 endeten. Das zeigt, dass beide Spieler sich nichts schenken und in engen Spielen ihre Nervenkontrolle beweisen müssen. Ein erneutes Last‑Leg‑Decider am 23. April in Liverpool wäre daher keineswegs überraschend – und könnte entscheidenden Einfluss auf die Play‑off‑Konstellation haben.