„Menschen hinter ihrer Tastatur können alles Mögliche äußern, aber das entzieht sich meiner Kontrolle" – Stephen Bunting schert sich nicht um Kritik in den sozialen Medien

PDC
Donnerstag, 23 April 2026 um 6:00
Stephen Bunting (1)
Stephen Bunting bereitet sich auf einen emotionalen Höhepunkt vor: den Premier-League-Abend in Liverpool. Der Engländer tritt vor heimischem Publikum an und blockt jeden äußeren Druck ab. Er konzentriert sich voll auf sein Spiel und die Bühne.
Bunting spielt eine solide Saison und hat weiterhin realistische Chancen auf einen Platz in den Play-offs. Er siegte bereits in Belfast und erreichte in Rotterdam immerhin das Finale. Vor dem 12. Spieltag in der M&S Bank Arena steht er auf Platz 7 mit 11 Punkten.

Gelassener Favorit vor Heimatduell

Bunting strahlt pure Gelassenheit aus. „Ehrlich gesagt spüre ich keinen zusätzlichen Druck“, erklärt er im Vorfeld des Duells gegen Jonny Clayton. „Ich denke, ich habe bislang keine schlechte Kampagne gespielt. Ich gewinne Matches, spiele auf hohem Niveau und freue mich riesig darauf.“
Stephen Bunting in Aktion
Stephen Bunting steht derzeit auf Rang sieben in der Premier League Darts
Die Vorfreude auf den Premier-League-Spieltag in Liverpool ist riesig. Familie, Freunde und Sponsoren füllen die Ränge. „Das macht es besonders. Alle sind da, also willst du dein bestes Spiel zeigen.“ Bunting kennt die Fallstricke des Heimvorteils. Viele Dart-Stars kämpften früher mit den Erwartungen des Publikums. Er bleibt nüchtern und witzelt: „Vielleicht sollte ich so tun, als wäre ich in Spanien.“
Er hält an seiner Routine fest. „Das Wichtigste ist, fokussiert zu bleiben. Hinter den Kulissen mache ich immer die gleiche Arbeit. Morgen gehe ich früh in die Arena, gewöhne mich an die Bühne, werfe mich gut ein und sorge dafür, dass ich da bin, wenn es zählt.“ Diese Disziplin trägt ihn durch die Saison.

Spiel um Spiel, ohne Rechenspiele

Bunting vermeidet feste Ziele im Play-off-Rennen. „Sobald du dir Ziele setzt, baust du dir zusätzlichen Druck auf“, sagt er. „Ich schaue einfach von Spiel zu Spiel. Ich will gewinnen, jedes Mal. Am Einsatz wird es nie hapern.“
Die Premier League fordert absolute Weltklasse. „Du kannst fantastisch spielen und trotzdem verlieren. Das ist die Realität auf diesem Niveau.“ Sein Duell gegen Josh Rock zeigte das kürzlich. Bunting scorcte stark, doch das Finish versagte. „Ich habe das Match noch einmal angeschaut und eigentlich gut gespielt“, analysiert er. „Es gab nur wenige Fehler. Gegen einen anderen Gegner hätte ich wahrscheinlich gewonnen. Manchmal hast du einfach Pech.“
Er lernt daraus und rückt auf. „Nächste Woche gibt es die nächste Chance. Du musst dich aufrappeln und wieder alles geben.“ Gegen Clayton am 23. April um 20:45 Uhr wartet ein harter Test. Bunting plant, die Heimstimmung zu nutzen.

Premier-League-Druck im Fokus

Bunting hebt die Einzigartigkeit der Premier League hervor. Sie unterscheidet sich klar von World Series oder European Tour. „Alles steht unter dem Brennglas. Jeder schaut zu, jeder hat eine Meinung. Und es kann pro Abend nur einen Sieger geben.“
Selbst Topspieler wie Rock kämpfen mit der Konstanz. „Es ist einfach eine andere Dynamik. Aber genau das macht sie zu so einem großartigen Wettbewerb.“ Bunting rangiert auf Platz 7, knapp hinter Humphries (13 Punkte) und vor Rock (8 Punkte). Der Druck formt Champions – Bunting will dazugehören.

Publikum als Joker in Liverpool

Das Liverpool-Publikum wird Bunting massiv pushen. Er erwartet eine explosive Atmosphäre. „Das Publikum kann ein enormer Faktor sein. Manchmal hilft es dir, manchmal wirkt es gegen dich.“ Duelle gegen Littler oder Van Gerwen zeigten das.
Er hofft auf Vorteile. „Natürlich hoffe ich, dass es meine Gegner beeinflusst“, lächelt er. „Aber letztlich erwarte ich eine respektvolle Atmosphäre und einen großartigen Darts-Abend.“ Als emotionaler Spieler genießt er den Walk-on besonders. „Es wird definitiv speziell sein. Vielleicht nehme ich mir ein paar Sekunden mehr, um es aufzusaugen. Aber danach muss der Schalter umgelegt werden. Du musst fokussiert bleiben.“
Ein Sieg könnte Tränen bringen. „Vielleicht fließt eine Träne, ja. Aber lassen wir uns erst mal den Sieg holen.“ Die M&S Bank Arena lockt mit voller Lautstärke.

Kritik prallt ab

Bunting ignoriert äußere Erwartungen. Buchmacher-Prognosen oder Kritik motivieren ihn nicht. „Ich höre da nicht wirklich hin“, betont er. „Die Buchmacher dürfen finden, was sie wollen. Ich habe in dieser Saison bereits einen Abend in Belfast gewonnen, also weiß ich, was ich kann.“
Motivation kommt intern. „Ich spiele in der Premier League Darts. Wenn dich das nicht motiviert, machst du etwas falsch.“ Soziale Medien lässt er außen vor. „Menschen hinter ihrer Tastatur können alles Mögliche äußern, aber das entzieht sich meiner Kontrolle. Gleiches gilt für das Publikum in der Halle. Wenn es jubeln oder pfeifen will, ist das sein gutes Recht.“
Er bleibt bei seinem Plan. „Ich fokussiere mich auf mein Spiel, bleibe professionell und versuche, keinen Anlass für negative Reaktionen zu geben.“ Im Vergleich zu Clayton, der Kritik nutzt, wählt Bunting den ruhigen Weg.

Heimvorteil für den Play-off-Sprung

Bunting steht vor einem der Höhepunkte seiner Saison. Heimvorteil und Formkurve bieten Chancen auf Play-offs in der O2 Arena. Clayton dominiert mit vier Nightsiegen, doch Bunting hat Momentum aus jüngsten Kämpfen.
Er hält an seiner Philosophie fest: keine Ablenkung, kein unnötiger Druck. „Das Einzige, was ich tun kann, ist, mein bestes Spiel zu spielen. Und wenn das gut genug ist, werden wir sehen, wo wir am Ende landen.“ Liverpool könnte der Wendepunkt werden – Bunting zielt auf den großen Schritt.
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