Am kommenden Donnerstag fällt in der Frankfurter Eissporthalle der Startschuss zum
World Cup of Darts 2026. Beim prestigeträchtigen Nationenturnier geht Belgien in diesem Jahr als Nummer sechs der Setzliste an den Start. Die Hoffnungen ruhen dabei erneut auf
Mike De Decker und
Dimitri Van den Bergh, die zum zweiten Mal in Folge gemeinsam die belgischen Farben vertreten.
Mit insgesamt 40 Nationen erreicht der
World Cup of Darts auch 2026 wieder ein hochkarätiges Teilnehmerfeld. Die vier topgesetzten Teams steigen erst in der K.-o.-Phase ins Turnier ein. Die übrigen 36 Nationen wurden auf zwölf Gruppen mit jeweils drei Teams verteilt. Nur die jeweiligen Gruppensieger qualifizieren sich für das Achtelfinale.
Belgien startet ohne Rekordteilnehmer Huybrechts
Belgien trifft in der Gruppenphase auf Hongkong und Slowenien. Das belgische Team besteht erneut aus Mike De Decker und Dimitri Van den Bergh. Für De Decker ist es erst die zweite Teilnahme am
World Cup of Darts, während Van den Bergh bereits zum neunten Mal bei dem Nationenturnier antritt.
Mike De Decker steht zum zweiten Mal in Folge im belgischen Aufgebot für den World Cup of Darts und will in Frankfurt an seine größten Erfolge anknüpfen
Über viele Jahre hinweg war Kim Huybrechts eine feste Konstante im belgischen Aufgebot. Mit insgesamt 13 Teilnahmen hält er weiterhin den nationalen Rekord. Inzwischen wurde „The Hurricane“ in der Weltrangliste allerdings sowohl von Van den Bergh als auch von De Decker überholt. Obwohl Huybrechts bislang eine starke Saison spielt, kommt eine Rückkehr ins belgische Team derzeit noch zu früh.
Historisch gesehen zählt Belgien zu den erfolgreichsten Nationen, die den World Cup of Darts bislang nie gewinnen konnten. Insgesamt erreichten die Belgier bereits achtmal das Halbfinale – ein Bestwert unter allen Nationen ohne Titelgewinn. Den größten Erfolg feierten Kim und Ronny Huybrechts
im Jahr 2013, als sie das Finale erreichten, dort jedoch den Kürzeren zogen.
Ergebnisse von Team Belgien beim World Cup of Darts
| Jahr | Team | Ergebnis |
| 2010 | Patrick Bulen & Rocco Maes | Zweite Runde |
| 2012 | Kim Huybrechts & Kurt van de Rijck | Viertelfinale |
| 2013 | Kim Huybrechts & Ronny Huybrechts | Finalisten |
| 2014 | Kim Huybrechts & Ronny Huybrechts | Viertelfinale |
| 2015 | Kim Huybrechts & Ronny Huybrechts | Halbfinale |
| 2016 | Kim Huybrechts & Ronny Huybrechts | Halbfinale |
| 2017 | Kim Huybrechts & Ronny Huybrechts | Halbfinale |
| 2018 | Kim Huybrechts & Dimitri van den Bergh | Halbfinale |
| 2019 | Kim Huybrechts & Dimitri van den Bergh | Viertelfinale |
| 2020 | Kim Huybrechts & Dimitri van den Bergh | Halbfinale |
| 2021 | Kim Huybrechts & Dimitri van den Bergh | Zweite Runde |
| 2022 | Kim Huybrechts & Dimitri van den Bergh | Viertelfinale |
| 2023 | Kim Huybrechts & Dimitri van den Bergh | Halbfinale |
| 2024 | Kim Huybrechts & Dimitri van den Bergh | Halbfinale |
| 2025 | Mike De Decker & Dimitri van den Bergh | Gruppenphase |
Formkrise sorgt für Unsicherheit
Trotz der starken Historie reist Belgien diesmal nicht mit den besten Voraussetzungen nach Frankfurt. Besonders Dimitri Van den Bergh kämpft seit längerer Zeit mit erheblichen Formproblemen. Der 31-Jährige muss mittlerweile sogar um den Erhalt seiner PDC Tour Card bangen.
Bereits Mitte des vergangenen Jahres überraschte Van den Bergh mit der Absage eines Floor-Turniers, ehe er eine längere Pause einlegte. Sein Comeback erfolgte ausgerechnet beim World Cup of Darts. Wirklich erfolgreich verlief die Rückkehr allerdings nicht. Zwar gelang gemeinsam mit De Decker ein Sieg gegen Lettland, nach einer Niederlage gegen die Philippinen war das Turnier für Belgien jedoch bereits nach der Gruppenphase beendet.
Auch im weiteren Verlauf des Jahres 2025 blieb die erhoffte Trendwende aus. Der Start in die aktuelle Saison verlief mit zahlreichen Niederlagen in Serie sogar besonders enttäuschend. Erst in den vergangenen Wochen
sind erste positive Signale erkennbar. Van den Bergh stellte seinen Wurf um und erklärte zuletzt, weiterhin auf der Suche nach dem optimalen Rhythmus zu sein. Das Vertrauen in das eigene Spiel kehre jedoch langsam zurück. Ob diese Entwicklung bereits ausreicht, um beim World Cup eine tragende Rolle zu spielen, bleibt abzuwarten. Fest steht allerdings, dass Van den Bergh bei Einsätzen für Belgien häufig zusätzliche Kräfte freisetzen kann.
Auch Mike De Decker befindet sich derzeit nicht in der stärksten Phase seiner Karriere. Nachdem der 30-Jährige 2024 sensationell den World Grand Prix gewonnen hatte, gelang es ihm bislang nicht, dieses Niveau dauerhaft zu bestätigen. Zwar liefert „The Real Deal“ nur selten wirklich schwache Auftritte ab, derzeit gelingt es ihm jedoch zu selten, das Oche als Gewinner zu verlassen. Zudem scheint De Decker seit dem Wechsel seines Materialausrüsters noch immer nicht vollständig zu seinem gewohnten Spielgefühl zurückgefunden zu haben.
Teamgeist als möglicher Schlüssel zum Erfolg
Ein wichtiger Pluspunkt für Belgien könnte die gute Beziehung zwischen den beiden Spielern sein. Gerade beim World Cup of Darts, bei dem ausschließlich Doppel-Partien ausgetragen werden, spielt die Harmonie innerhalb eines Teams oft eine entscheidende Rolle.
Angesichts ihrer derzeitigen Formschwankungen wird es für De Decker und Van den Bergh besonders wichtig sein, sich gegenseitig zu unterstützen und durch schwierige Phasen zu tragen. Die Zusammenarbeit könnte letztlich zu einem entscheidenden Faktor werden.
Mit Hongkong wartet bereits in der Gruppenphase ein unangenehmer Gegner. Lok-Yin Lee und Man Lok Leung erreichten im vergangenen Jahr das Viertelfinale, ehe sie dort an Wales scheiterten. Leung sorgte zudem vor zwei Jahren bei der Darts-Weltmeisterschaft für Aufsehen, als er Gian van Veen überraschend aus dem Turnier warf. An Qualität mangelt es dem asiatischen Duo keineswegs.
Dennoch spricht die individuelle Klasse grundsätzlich für Belgien. Allerdings werden die Gruppenspiele lediglich über die Distanz von Best of 7 Legs ausgetragen. In einem so kurzen Format können bereits wenige Fehler entscheidend sein.
Slowenien gilt dagegen als Außenseiter der Gruppe. Nach dem Debüt bei der ersten Ausgabe des World Cup of Darts im Jahr 2010 ist es erst die zweite Teilnahme für die Slowenen. PDC-Tour-Card-Inhaber Benjamin Pratnemer bildet gemeinsam mit Stefano Bozicek das Team. Unter normalen Umständen sollte Belgien gegen diesen Gegner keine Probleme bekommen.
Zwei Major-Sieger mit Potenzial
Trotz aller Fragezeichen bleibt Belgien eine Nation, die beim World Cup of Darts keinesfalls unterschätzt werden darf. Nur wenige Länder können zwei frühere Major-Sieger in ihren Reihen aufbieten.
Entscheidend wird jedoch sein, ob es De Decker und Van den Bergh gelingt, rechtzeitig zu ihrer Bestform zurückzufinden. Gelingt ihnen das, ist Belgien auch in diesem Jahr ein Kandidat für einen tiefen Turnierlauf. Die ersten Antworten darauf wird es ab Donnerstag in Frankfurt geben.