„Warum sollte man keinen lokalen Spieler einspringen lassen?“ – William O'Connor plädiert für die Rückkehr des ‚Challenger‘-Formats in der Premier League Darts
William O’Connor gehört seit 2011 zum festen Inventar der PDC-Tour. Trotz dieser langen Zugehörigkeit bleibt der Ire für viele Fans ein Spieler unter dem Radar. Dabei bringt „The Magpie“ alles mit, um auch die Topstars zu ärgern – zumindest an guten Tagen. Genau darin liegt jedoch das Muster seiner Karriere: starke Auftritte wechseln sich mit weniger konstanten Phasen ab.
Der 39-Jährige geht mit dieser Realität bemerkenswert offen um. O’Connor weiß selbst, wo seine größte Baustelle liegt – und spricht sie ohne Umschweife an. Auf die Frage, warum er nicht häufiger bei großen TV-Turnieren wie dem World Matchplay oder dem World Grand Prix auftaucht, liefert er eine klare Antwort: „Training. Wenn du trainierst, spielst du gut. Wenn du nicht trainierst, spielst du nicht gut. Das ist die Realität.“
Konstanz bleibt O’Connors größte Herausforderung
Diese Aussage bringt den Kern seines Spiels auf den Punkt. Während sich die absolute Weltspitze durch strukturierte Trainingsroutinen auszeichnet, kämpfen viele Spieler dahinter mit genau dieser Konstanz. O’Connor bildet hier keine Ausnahme. Seine Leistungen schwanken sichtbar – und genau das macht ihn so schwer einzuschätzen.
William O'Connor ist die aktuelle Nummer 41 der Welt
An guten Tagen gehört der Ire zu den unangenehmsten Gegnern im Feld. Dann trifft er konstant hohe Scores und nutzt seine Chancen auf die Doppel eiskalt. Doch diese Phasen halten nicht immer an. Es fehlt die Regelmäßigkeit, die nötig wäre, um sich dauerhaft in der erweiterten Weltspitze festzusetzen.
Diese Unberechenbarkeit hat zwei Seiten: Für Gegner ist O’Connor jederzeit gefährlich, gleichzeitig steht er sich damit auch selbst im Weg. Der Schlüssel liegt auf der Hand – mehr Struktur und Konsequenz im Training könnten seine Ergebnisse stabilisieren.
Diskussion um Premier League sorgt für Gesprächsstoff
Neben seiner eigenen Situation äußerte sich O’Connor auch zur aktuellen Debatte rund um die Premier League Darts. Besonders der Spielabend in Dublin hatte zuletzt für Gesprächsstoff gesorgt. Ein kurzfristiger Ausfall und Anpassungen im Ablauf warfen Fragen zum Format auf.
Ein Vorschlag, der dabei wieder in den Fokus rückte, ist das sogenannte „Challenger“-Format. Dabei könnten lokale Spieler als Ersatz einspringen und an einzelnen Abenden teilnehmen. O’Connor sieht darin durchaus Potenzial: „Ich denke, es ist definitiv eine Überlegung wert. Wenn jemand ausfällt, warum sollte man keinen lokalen Spieler bringen?“
Für ihn liegt der Vorteil auf der Hand: Die Lücke im Spielplan wird geschlossen, und das Publikum bekommt einen Akteur, mit dem es sich identifizieren kann.
Dublin bleibt für O’Connor in bester Erinnerung
Zur viel diskutierten Atmosphäre in Dublin wollte sich O’Connor nicht äußern – schlicht, weil er den Abend nicht verfolgt hat. Seine eigenen Erfahrungen mit dem Publikum in der irischen Hauptstadt fallen jedoch durchweg positiv aus.
„Als ich dort gespielt habe, bekam ich einen großartigen Empfang“, erinnert er sich. „Vielleicht einen der besten überhaupt.“ Diese Verbindung zu den Fans könnte im Falle eines kurzfristigen Einsatzes eine besondere Rolle spielen.
Und genau so ein Szenario kann sich O’Connor gut vorstellen. Auf die Frage, ob er als Ersatzspieler bereitgestanden hätte, antwortet er ohne Zögern: „Absolut.“