Martin Schindler ist bei den
Baltic Sea Darts Open in Kiel nach einem echten Krimi ausgeschieden. Der Deutsche verlor sein Zweitrundenmatch gegen
Ryan Joyce mit 5:6 und musste damit nach einem umkämpften Abend die Segel streichen.
Dabei hatte Schindler zunächst einen schwierigen Start, kämpfte sich dann aber eindrucksvoll zurück. Aus einem 0:2 machte der Deutsche zwischenzeitlich ein 3:2. Später rettete er sich noch in den Decider, doch dort blieb Joyce einen Schritt stabiler und entschied das Match mit einem 32er-Checkout.
Am Ende zeigte die Statistik, wie eng diese Partie war. Joyce spielte mit 88,47 Punkten den etwas höheren Average, Schindler kam auf 86,43. Der Deutsche warf zwei 180er, Joyce eine. Auch bei den 140-plus-Aufnahmen lag Joyce mit 7:6 knapp vorn. Schindler hatte dafür das höchste Finish des Matches: ein starkes 108er-Checkout.
Schindler kämpft sich zurück, verliert aber im Entscheidungsleg
Der Start verlief aus deutscher Sicht bitter. Joyce holte sich das erste Leg, obwohl Schindler durchaus Möglichkeiten hatte. Der Deutsche kam in den Finishbereich, blieb aber auf den Doppeln hängen. Joyce nutzte schließlich 36 Rest und ging mit 1:0 in Führung.
Noch schmerzhafter wurde es im zweiten Leg. Joyce stellte sich 48 Rest und nahm Schindler den Anwurf ab. Schindler kam zwar noch auf 150 Rest herunter, bekam aber keinen Dart mehr auf Doppel. Nach zwei Legs lag der Deutsche mit 0:2 zurück, und Joyce wirkte in dieser Phase deutlich abgeklärter.
Die Antwort kommt mit Wucht
Doch Schindler ließ sich vom Fehlstart nicht aus der Partie werfen. Im dritten Leg kam die erste echte Reaktion. Der Deutsche setzte eine 180 und später eine weitere starke Aufnahme, stellte sich 81 Rest und arbeitete sich auf 26 herunter. Joyce stand bei 36, doch diesmal machte Schindler das Leg zu. Das Rebreak zum 1:2 war der erste wichtige Moment des deutschen Comebacks.
Danach wurde Schindler mutiger. Im vierten Leg glich er mit einem 57er-Checkout zum 2:2 aus. Wieder stand Joyce gefährlich bereit, diesmal bei 32 Rest, doch Schindler blieb ruhig und holte sich das Leg.
Der Höhepunkt folgte direkt danach. Im fünften Leg breakte Schindler erneut und checkte 108 Punkte zum 3:2. Nach dem frühen 0:2 hatte er die Partie komplett gedreht.
Die Halle in Kiel war wieder drin, Schindler war wieder drin, und Joyce musste plötzlich reagieren.
Joyce stoppt den Lauf, Schindler bleibt im Kampf
Ryan Joyce zeigte jedoch genau die Ruhe, die ihn so unangenehm macht. Der Engländer stoppte Schindlers Lauf sofort und glich mit einem 32er-Checkout zum 3:3 aus. Damit war klar: Dieses Match würde nicht über einen Lauf entschieden, sondern über Nerven.
Im siebten Leg wurde es dann richtig zäh. Beide Spieler bekamen Chancen im Finishbereich, beide ließen Möglichkeiten liegen. Joyce stand zunächst bei 36 Rest, Schindler bei 35. Später blieb Joyce sogar auf 4 Rest stehen. Schindler nutzte schließlich 18 Rest und breakte erneut zum 4:3.
Doch auch dieser Vorteil hielt nicht lange. Joyce antwortete direkt mit dem Rebreak. Eine 180 brachte ihn im achten Leg in eine gute Position, später checkte er 36 zum 4:4. Schindler hatte zuvor wieder Chancen, kam aber nicht durch. Die Partie war endgültig ein Nervenduell.
Schindler erzwingt den Decider
Im neunten Leg ging Joyce wieder in Führung. Der Engländer nutzte 12 Rest zum 5:4, während Schindler zu spät in den Finishbereich kam. Damit stand der Deutsche mit dem Rücken zur Wand.
Doch Schindler zeigte noch einmal Charakter. Im zehnten Leg musste er seinen Anwurf halten, und genau das gelang ihm. Eine wichtige 140-plus-Aufnahme brachte ihn auf Kurs. Danach spielte er sich auf 79 Rest herunter, während Joyce noch bei 204 stand. Schindler machte das Leg zu und stellte auf 5:5.
Alles musste also im Decider entschieden werden.
Der Decider: Joyce ist den einen Schritt früher unten
Im Entscheidungsleg hatte Joyce den Anwurf. Schindler startete nicht schlecht, doch der Engländer hielt den kleinen Vorteil konsequent fest. Nach den ersten Aufnahmen stand Joyce bei 364 Rest, Schindler bei 441. Noch war alles offen, aber Joyce hatte die Nase leicht vorn.
Schindler blieb im Leg, kam über 383 und 338 Rest aber nicht schnell genug nach unten. Joyce arbeitete sich dagegen sauber in Richtung Finishbereich: 264, 210, 152. Als Joyce bei 92 Rest stand, hatte Schindler noch 280 Punkte auf der Uhr.
Der Deutsche verkürzte noch auf 180 Rest, doch Joyce stellte sich 32. Jetzt brauchte Schindler noch einmal einen großen Wurf, und er lieferte: Mit einer starken 140-plus-Aufnahme kam er auf 40 Rest herunter. Der Druck war wieder da. Joyce musste das Match ausmachen.
Und genau das tat er. Joyce checkte 32 Punkte, gewann den Decider und beendete Schindlers Abend in Kiel.
Die Zahlen zeigen das enge Bild
Die Statistiken unterstreichen, wie knapp dieses Match wirklich war.
Joyce lag beim Average mit 88,47 knapp vor Schindler, der auf 86,43 kam.
Schindler warf zwei 180er, Joyce eine.
Bei den 100-plus-Aufnahmen hatte Joyce mit 16:14 leichte Vorteile.
Auf die Doppel traf Schindler 5 seiner 15 Versuche und kam damit auf 33,33 Prozent.
Joyce brauchte mehr Darts, brachte aber 6 seiner 24 Versuche ins Ziel und lag bei 25 Prozent.
Der wichtigste Dart des Abends war am Ende dennoch der letzte auf Doppel 16.
Schindlers Highlight blieb das 108er-Checkout zum 3:2.
Joyce’ höchstes Finish lag bei 48, aber der Engländer war in den entscheidenden Momenten oft gerade rechtzeitig zur Stelle.
Bitteres Aus für Schindler nach großem Kampf
Für Martin Schindler ist diese Niederlage besonders bitter. Er startete schwach, kämpfte sich aber mit viel Willen und einigen starken Momenten zurück. Nach dem 0:2 sah es früh schwierig aus, nach dem 3:2 schien die Partie sogar auf seine Seite zu kippen.
Am Ende entschieden Kleinigkeiten. Ein verpasstes Doppel hier, ein etwas zu kleiner Score dort, ein Joyce, der im Decider eiskalt blieb. Schindler zeigte Kampfgeist, kam zurück und zwang das Match in ein letztes Leg. Der Lohn blieb ihm aber verwehrt.
Ryan Joyce zieht damit nach einem 6:5-Erfolg in die nächste Runde der Baltic Sea Darts Open ein. Schindler verlässt Kiel nach einem echten Darts-Drama, das aus deutscher Sicht lange Hoffnung machte und am Ende doch schmerzhaft endete.