Neben den deutschen Auftritten von Martin Schindler und Niko Springer hatte die Abendsession der zweiten Runde bei den
Baltic Sea Darts Open in Kiel noch einiges zu bieten.
Vier Partien, vier Geschichten in Kiel
James Wade erledigte seine Aufgabe gegen Niels Zonneveld souverän,
Cameron Menzies bestätigte seine starke Form,
Kevin Doets nahm Nathan Aspinall aus dem Turnier und
Gian van Veen überlebte gegen Dimitri Van den Bergh einen echten Thriller.
Die deutschen Fans hatten dabei vor allem zwei Partien im Blick. Martin Schindler lieferte Ryan Joyce einen dramatischen Decider-Krimi, musste sich am Ende aber knapp geschlagen geben.
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Martin Schindlers Decider-Drama gegen Ryan Joyce.
Niko Springer sorgte später für den deutschen Höhepunkt des Abends. Mit dem höchsten Average des Tages warf er Ross Smith aus dem Turnier und setzte in Kiel ein dickes Ausrufezeichen.
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Niko Springers Machtdemonstration gegen Ross Smith.
Wade lässt Zonneveld keine echte Hoffnung
James Wade hat seine Pflichtaufgabe gegen Niels Zonneveld souverän gelöst. Der Engländer gewann mit 6:2 und ließ sich auch von einem guten Start seines niederländischen Gegners nicht aus der Ruhe bringen.
Zonneveld holte sich zwar das erste Leg und setzte früh Akzente, doch Wade fand danach schnell seinen Rhythmus. Besonders ab dem 2:1 kippte die Partie klar in Richtung des Routiniers. Wade nahm Zonneveld den Anwurf ab, bestätigte den Vorsprung und zog anschließend auf 4:1 davon.
Zonneveld kam noch einmal auf 4:2 heran, doch mehr ließ Wade nicht zu. Beim 5:2 breakte der Engländer erneut, auch wenn er im Finishbereich nicht völlig fehlerfrei blieb. Im achten Leg machte Wade den Sieg schließlich perfekt.
Es war kein Auftritt für die große Highlight-Rolle, aber genau so kennt man Wade: kontrolliert, geduldig und unangenehm effizient. Zonneveld bekam seine Möglichkeiten, doch gegen einen Spieler wie Wade reichen einzelne gute Phasen nicht.
Menzies bestätigt seine Form gegen Bunting
Cameron Menzies bleibt einer der auffälligen Spieler dieses Wochenendes. Nach seinem starken Sieg gegen Rob Cross legte der Schotte gegen Stephen Bunting nach und gewann deutlich mit 6:2.
Der Start verlief noch ausgeglichen. Menzies holte sich das erste Leg, Bunting antwortete zum 1:1 und ging nach einem Break sogar mit 2:1 in Führung. Doch danach drehte Menzies die Partie komplett. Aus dem 1:2 machte er fünf Legs in Serie.
Vor allem ab dem vierten Leg übernahm Menzies immer stärker die Kontrolle. Er glich zum 2:2 aus, breakte anschließend zum 3:2 und bestätigte den Vorteil zum 4:2. Bunting fand keine echte Antwort mehr und wurde im Scoring wie im Finishbereich zunehmend unter Druck gesetzt.
Beim 5:2 war die Vorentscheidung gefallen. Menzies brachte das Match danach zum 6:2 über die Linie. Nach dem 108er-Average gegen Rob Cross war das zwar nicht ganz so spektakulär, aber sportlich fast genauso wertvoll: Menzies zeigt in Kiel, dass sein Lauf kein Zufall ist.
Doets nimmt Aspinall raus
Kevin Doets hat nach seinem Erstrundensieg gegen Lukas Wenig auch Nathan Aspinall geschlagen. Der Niederländer setzte sich mit 6:3 durch und bestätigte damit seinen starken Eindruck aus der ersten Runde.
Aspinall begann zwar mit einem 1:0, doch Doets antwortete sofort. Danach übernahm der Niederländer mehr und mehr die Kontrolle. Besonders das Break zum 2:1 brachte ihn in eine gute Position, anschließend zog er auf 4:1 davon.
Aspinall kämpfte sich zwar noch einmal heran. Mit zwei Breaks verkürzte er zwischenzeitlich auf 3:5 und hielt das Match zumindest kurz am Leben. Doch Doets blieb ruhig. Im neunten Leg stellte er sich 16 Rest und beendete die Partie zum 6:3.
Der Niederländer wirkte erneut abgeklärt in den wichtigen Momenten. Schon gegen Wenig hatte er die spektakulären High Finishes des Deutschen überstanden. Gegen Aspinall war es wieder diese Ruhe, die den Unterschied machte.
Van Veen überlebt Thriller gegen Van den Bergh
Das dramatischste Match dieser Vierergruppe lieferten Gian van Veen und Dimitri Van den Bergh. Van Veen setzte sich nach elf Legs mit 6:5 durch, musste dafür aber tief graben.
Die Partie begann mit mehreren Breaks und wechselnden Vorteilen. Van Veen ging 1:0 in Führung, Van den Bergh antwortete sofort. Danach blieb es wild: Beide Spieler nahmen sich mehrfach den Anwurf ab, keiner konnte das Match früh beruhigen.
Van den Bergh schien zwischenzeitlich auf Kurs. Der Belgier zog auf 5:2 davon und hatte das Match scheinbar unter Kontrolle. Doch Van Veen weigerte sich, dieses Spiel abzugeben. Mit drei Legs in Serie kämpfte er sich zurück und erzwang den Decider.
Besonders das 4:5 war wichtig: Van Veen startete mit einer 180, Van den Bergh antwortete ebenfalls mit einer 180, später kam noch eine weitere 180 des Belgiers. Trotzdem holte sich Van Veen das Break und blieb im Match.
Im Entscheidungsleg hatte Van den Bergh noch einmal die Chance, doch Van Veen blieb stabiler. Er arbeitete sich auf 70 Rest herunter, während Van den Bergh noch bei 100 stand, und machte den Comeback-Sieg perfekt. Aus 2:5 wurde 6:5. Das war kein glatter Sieg, sondern ein Überlebenstest.
Abendsession liefert Favoritenstürze, Comebacks und deutsche Dramatik
Die zweite Runde am Samstagabend hatte damit alles, was eine European-Tour-Session braucht. Wade erledigte seine Aufgabe souverän, Menzies bestätigte seine starke Form, Doets schaltete mit Aspinall den nächsten großen Namen aus, und Van Veen rettete sich nach 2:5-Rückstand noch zum Sieg.
Dazu kamen die beiden deutschen Geschichten des Abends: Schindlers bitteres Aus im Decider und Springers beeindruckender Sieg mit dem höchsten Average des Tages.
Kiel bekam an diesem Abend keine ruhige Session, sondern ein Paket aus Drama, Formstärke und echten Ausrufezeichen.