„Fußball ist das Einzige, worüber er spricht“ – Nathan Aspinall stuft Darts-Kollegen in Kategorien ein: Tänzer, Pub-League-Quizexperten, Walk-ons und die am wenigsten geselligen Spieler

PDC
Donnerstag, 28 Mai 2026 um 17:30
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Nathan Aspinall gilt als einer der offensten, ehrlichsten und unterhaltsamsten Spieler auf der PDC-Tour. In der Happy Hour-Podcast zeigte sich „The Asp“ erneut von seiner spontansten Seite. Von seinem berühmten Walk-on über seine liebsten Partykollegen auf der Tour bis zu den Spielern, die man besser nicht verärgert: Aspinall nahm kein Blatt vor den Mund.
Was als Gespräch über sein mittlerweile legendäres Einlaufstück Mr. Brightside von The Killers begann, mündete in eine Reihe urkomischer Anekdoten und markanter Meinungen über Kollegen.

„Ich kenne den Text meines eigenen Walk-ons nicht“

Nathan Aspinall ist inzwischen untrennbar mit Mr. Brightside verbunden. Bei nahezu jedem Turnier sorgt der Song in der Halle für einen massiven Mitsingmoment. Dennoch gestand der Engländer etwas Bemerkenswertes: Er kennt den Songtext kaum.
„Ehrlich, ich kenne den Text nicht“, sagte Aspinall lachend. „Normalerweise kenne ich die Worte, wenn ich ein Lied zwei- oder dreimal höre. Aber bei diesem Song habe ich einfach eine mentale Blockade.“
Mehr noch: Der frühere Major-Sieger gab zu, dass ihm der Song eigentlich gar nicht gefällt. „Ich hasse dieses Lied. Ich kann es nicht ausstehen.“ Trotzdem versteht er, warum es bei Dartsfans so beliebt ist. Laut Aspinall geht es längst nicht mehr um seinen persönlichen Geschmack, sondern um die Atmosphäre, die der Song in der Halle erzeugt.
In dem Podcast bekam Aspinall anschließend die Aufgabe, bekannte Walk-ons von Dartspielern blind danach zu ordnen, welcher am ikonischsten ist. Einmal vergebene Plätze durfte er nicht mehr verändern.
Seinen eigenen Walk-on setzte er dabei auffällig nur auf Rang vier. „Michael van Gerwen mit Seven Nation Army ist ikonischer als meiner“, stellte er ohne Zweifel fest. Die Nummer eins war für Aspinall glasklar: der ikonische Einlauf des 16-fachen Weltmeisters Phil Taylor.
Als der Walk-on von Stephen Bunting (Titanium) dran war, räumte Aspinall sogar ein, dass dieser inzwischen vielleicht noch mehr Stimmung erzeugt als sein eigener Song. „Es tut weh, das zu sagen, denn es gibt immer Diskussionen darüber, wer den besten Walk-on hat. Aber wenn Titanium startet … das ist so laut. Das übertönt Mr. Brightside komplett.“
Dennoch blieb er dabei, dass sein eigener Einlauf ikonischer ist. „Für die Interaktion mit dem Publikum ist er unglaublich. Echt großartig. Aber ikonischer als meiner ist er immer noch nicht.“
Auch Luke Littlers Einlaufstück Greenlight bekam Lob. „Am Anfang mochte ich es nicht, aber jetzt macht es süchtig. Kinder singen überall: ‚I’m ready to go!‘“
Laut Aspinall gehört Raymond van Barnevelds ikonischer Walk-on absolut in die Spitzengruppe. „Ich würde Barney auf Platz zwei setzen.“
Nathan Aspinall während seines Walk-ons
Das Einlaufstück von Aspinall sorgt für einen der ikonischsten Walk-ons im Darts.
Nach dem Teil über Walk-ons verlagerte sich das Gespräch auf seine Kollegen auf der PDC Tour. Dabei musste Aspinall jeweils benennen, welcher Spieler am besten zu bestimmten Beschreibungen passt.
Auf die Frage, wer der lustigste Spieler der Tour sei, musste er nicht lange überlegen. „Joe Cullen“, sagte er bestimmt. Doch als man ihn fragte, wer bei einem Abend aus die Nummer eins sei, zeigte Aspinall sofort auf sich selbst. „Alle nennen mich die Partykanone der Tour. Niemand feiert so wie ich.“
Auch der Name James Wade fiel mehrfach im Podcast. Laut Aspinall hat Wade vielleicht den Ruf eines eher mürrischen Spielers, doch er relativierte dieses Bild sofort. „Er ist nicht wirklich griesgrämig, aber gegen ihn zu spielen ist eine Qual.“ Danach lachte Aspinall. „Nennen wir lieber Ryan Joyce als den launischsten Spieler. Er schaut immer, als wäre etwas im Argen.“
Auf die Frage, wen er am liebsten in seinem Pubquiz-Team hätte, nannte Aspinall einen überraschenden Namen: Dirk van Duijvenbode. „Das wird die Leute wundern, aber Dirk ist ein sehr kluger Mann.“ Viele unterschätzten den Niederländer, so Aspinall. „Wirklich, er ist äußerst intelligent.“

Der Spieler, mit dem du keinen Ärger willst

Als es darum ging, welchen Darter er am wenigsten gern in einem Kampf gegenüber hätte, fielen mehrere Namen. Am Ende entschied sich Aspinall für den Iren William O’Connor. „Er hat das einfach in sich.“
Außerdem nannte er Boris Koltsov, den er scherzhaft „Big Bad Boris“ nennt. Dazu erzählte Aspinall eine urkomische Geschichte aus der Corona-Zeit.
Bei einem Players Championship mussten mehrere Spieler gemeinsam in einem kleinen Warteraum sitzen. Boris Koltsov saß offenbar auf dem Stuhl von Andy Boulton, woraufhin Boulton seinen Platz zurückhaben wollte. Laut Aspinall reagierte der Russe ziemlich einschüchternd. „Er sagte: ‚Wenn dieser Stuhl nächste Woche nicht da steht, komme ich dir hinterher.‘“
Auch Chris Dobey kam zur Sprache. Nicht, weil er langweilig wäre, betonte Aspinall sofort, sondern weil er seiner Meinung nach völlig im Fußball aufgeht. „Du versuchst, dich mit ihm zu unterhalten, aber er hängt nur am Handy und schaut Newcastle.“ Aspinall lachte: „Bei ihm dreht sich alles um Fußball. Das ist das Einzige, worüber er spricht.“ Deshalb entschied er sich letztlich für Dobey als den am wenigsten geselligen Spieler auf der Tour.
Auf die Frage, wer der beste Tänzer im Circuit sei, fiel zunächst der Name Michael van Gerwen. „Ich sehe ihn immer beim DJ stehen und völlig abgehen.“ Am Ende änderte Aspinall jedoch seine Meinung und wählte Gerwyn Price. „Wenn Gezzy loslegt, hat er wirklich Moves.“
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