Weniger Magie auf der European Tour: Wo bleiben die 100+-Averages im Jahr 2026?

PDC
durch Nic Gayer
Mittwoch, 22 April 2026 um 10:00
Michael van Gerwen (1)
Am vergangenen Wochenende machte die European Tour Station in Sindelfingen. Beim European Darts Grand Prix 2026, dem fünften Event der laufenden Saison, sicherte sich Gerwyn Price den Turniersieg. Im Finale setzte sich der Waliser mit 8:6 gegen Ross Smith durch.
Neben dem sportlichen Ausgang des Events geriet vor allem eine statistische Entwicklung in den Fokus: Die Zahl der Partien mit Averages jenseits der 100-Punkte-Marke liegt nach den ersten fünf Turnieren der Saison deutlich unter dem Niveau der Vorjahre.

Rückgang der 100+ Averages

Ein Blick auf die Statistik zeigt eine klare Tendenz. Während im Jahr 2024 noch 104 Matches mit einem Average über 100 registriert wurden, sank diese Zahl 2025 auf 94. In der laufenden Saison 2026 steht die European Tour nach fünf Turnieren bislang sogar erst bei 66 Partien mit dreistelligem Average. Das deutet auf eine auffällige Veränderung hin – auch wenn belastbare Schlüsse zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison noch verfrüht wären.
Dennoch lassen sich mehrere Faktoren identifizieren, die diesen Rückgang plausibel erklären könnten. Ein möglicher Einflussfaktor sind die unterschiedlichen Bedingungen an den jeweiligen Spielorten. Bereits kleine Unterschiede bei Temperatur, Luftzirkulation oder Beleuchtung können sich spürbar auf das Scoring-Niveau auswirken.
Zwei entscheidende Aspekte sind die Formkurve und Anwesenheit führender Spieler. Profis wie Michael van Gerwen, Luke Littler und Luke Humphries tragen auf der European Tour üblicherweise einen erheblichen Anteil zu den 100+ Averages bei. Wenn diese Akteure in der frühen Phase der Saison nicht konstant ihr Topniveau abrufen oder vermehrt Turniere auslassen, wirkt sich das unmittelbar auf die Gesamtstatistik aus.
Ein seltener Gast auf der European Tour: Luke Littler ließ in diesem Jahr bereits mehrere Events aus
Ein seltener Gast auf der European Tour: Luke Littler ließ in diesem Jahr bereits mehrere Events aus
Darüber hinaus könnte der aktuelle Rückgang auch als leichte Korrektur nach einem außergewöhnlich starken Jahr zu interpretieren sein. Die Saison 2024 sticht mit 104 dreistelligen Averages deutlich heraus und deutet darauf hin, dass das Niveau damals besonders hoch war. Vor diesem Hintergrund erscheint es plausibel, dass sich die Zahlen aktuell wieder in Richtung eines durchschnittlicheren Niveaus bewegen.
Ob sich daraus tatsächlich ein nachhaltiger Trend entwickelt, werden erst die kommenden Turniere zeigen. Zum jetzigen Zeitpunkt spricht jedoch vieles für eine Kombination aus Formschwankungen und natürlichen Leistungszyklen innerhalb der Saison.
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