„Willst du jetzt Wessel und Gian mit mir vergleichen?“ - Michael van Gerwen zittert sich in die zweite Runde der European Championship
PDCMichael van Gerwen erlebt in diesem Herbst eine ungewohnte Situation. Zum ersten Mal in seiner Karriere wird der Niederländer die Players Championship Finals in Minehead verpassen. Statt sich wie üblich in einem weiteren Major zu messen, steht ihm ein freies Wochenende bevor – ein Novum in seiner sonst so durchgetakteten Wintersaison.
„Nein, nein – ich habe drei Turniere mit Jason Thame geplant“, scherzte Mighty Mike im Gespräch mit Darts Now, bevor er hinzufügte: „Dann habe ich ein Wochenende frei, ja.“ Doch von Entspannung kann kaum die Rede sein. „Ich habe am Donnerstag einen Pressetag in Bristol, bin Freitag, Samstag und Sonntag zu Hause, und am Montag steht eine Produkteinführung an. So viele freie Tage habe ich also auch nicht.“
„Ich war noch nie in dieser Situation“
Dass zwischen dem Grand Slam of Darts und der Weltmeisterschaft kein Major-Turnier ansteht, fühlt sich für van Gerwen ungewohnt an. „Ich war noch nie in dieser Situation, also kann ich das noch nicht beurteilen“, sagte er. Dennoch wolle er die Zeit nutzen, um sich gezielt auf die WM vorzubereiten – den wichtigsten Titel des Jahres.
Zuvor hatte van Gerwen bei der European Championship gegen seinen Landsmann Wessel Nijman knapp mit 6:5 gewonnen. Nijman vergab dabei sieben Matchdarts. „Insgesamt denke ich, dass es eine wirklich gute Leistung war“, so van Gerwen. „Wenn man sich das zehnte Leg ansieht – alle unter 15 Darts. Das ist hohes Niveau. Aber wenn man drei Darts zum 6:4-Sieg verpasst, kann man sich nur selbst die Schuld geben.“
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„Ich habe es mir wieder selbst schwer gemacht“
Van Gerwen gab zu, dass die Nerven am Ende bei beiden Spielern eine Rolle spielten. „Wenn die Dinge schwieriger werden und man nicht so gut spielt, wie man möchte, kann es frustrierend sein“, erklärte er. „Aber ich wusste, dass auch Wessel nervös wird – das muss man ausnutzen. Das ist mir diesmal nicht gelungen.“
Trotzdem fand der dreifache Weltmeister lobende Worte für seinen jungen Gegner: „Er ist ein guter Spieler, keine Frage. Einige seiner Legs waren überragend. Natürlich muss er noch viel lernen, aber das gilt für uns alle – auch ich lerne nach 20 Jahren noch dazu.“
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„Ich hatte einige persönliche Dinge zu klären“
Nach seinem Rückzug von einem Players Championship-Turnier Anfang des Monats war die Vorbereitung auf die EM nicht optimal. „Ich gebe 100 Prozent – das ist alles, was ich tun kann“, sagte van Gerwen. „Ich hatte Höhen und Tiefen, musste mich um persönliche Dinge kümmern. Manchmal kämpft man auf verschiedenen Ebenen, und das ist nicht einfach.“
„Saudi-Arabien? Kein Problem – ich fliege hin“
Auch zur Ankündigung eines neuen PDC-Turniers in Saudi-Arabien äußerte sich van Gerwen. „Wenn sie Geld einnehmen wollen, wie in anderen Sportarten, sollen sie es tun“, meinte er. „Mir ist egal, ob das Turnier in Amerika, Saudi-Arabien oder Japan stattfindet. Wenn die PDC sagt, wir spielen dort, dann spiele ich dort. Ich steige in den Flieger, so einfach ist das.“
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„Lass sie erst mal Titel gewinnen“
Zum Schluss wurde van Gerwen auf den niederländischen Darts-Nachwuchs angesprochen – mit Namen wie Wessel Nijman und Gian van Veen. Der Altmeister reagierte gewohnt selbstbewusst: „Willst du jetzt Wessel und Gian mit mir vergleichen? Das wäre wirklich unhöflich! Lass sie erst mal Titel im Fernsehen gewinnen.“
Doch van Gerwen betonte auch: „Ich wünsche ihnen alles Gute, aber Darts ist kein Mannschaftssport. Wenn sie Turniere gewinnen, freut mich das natürlich nicht – weil ich sie selbst gewinnen will!“
Der Blick des „Green Machines“ ist also klar nach vorn gerichtet: auf eine intensive Vorbereitung, ein wohlverdientes freies Wochenende – und den nächsten großen Angriff auf den Weltmeistertitel im Alexandra Palace.
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










