Das Finale der
UK Open Darts hat am Sonntagabend nicht nur sportlich für Feuerwerk gesorgt, sondern auch für einen auffälligen Moment neben der Bühne. Während des Endspiels zwischen
Luke Littler und
James Wade waren in der Halle deutlich Sprechchöre mit grober Beschimpfung des britischen Premierministers Keir Starmer zu hören, woraufhin sich der TV-Sender zu einer Entschuldigung veranlasst sah.
Grobe Ausdrücke aus dem Publikum
Das Match wurde im Butlin’s Minehead Resort ausgetragen, wo jährlich tausende Dartsfans für die
UK Open zusammenkommen. Während der zweiten Session des Finals fingen TV-Zuschauer deutlich Gesänge aus dem Publikum auf, in denen
Starmer in grober Weise beleidigt wurde. Die Kommentatoren bei ITV entschuldigten sich nahezu umgehend für die in der Übertragung hörte Wortwahl.
Trotz des Vorfalls rückte der Fokus schnell wieder auf das sportliche Spektakel. Das Finale zwischen Littler und Wade bot einen spannenden Schlagabtausch, in dem beide Spieler Chancen hatten. Am Ende zog der junge Engländer mit einem 11:7-Sieg den längeren Atem.
Für Littler war es der zweite Titel in Folge bei den UK Open. Damit gelang ihm etwas, das seit zehn Jahren niemandem mehr gelungen war. Der letzte Spieler, der seinen Titel verteidigen konnte, war Michael van Gerwen, der das Turnier 2015 und 2016 gewann.
Littler in erlesenem Kreis von Spielern
In der Geschichte des Turniers ist es nur einer Handvoll Spieler gelungen, den Titel zweimal hintereinander zu gewinnen. Neben Van Gerwen waren das Phil Taylor (2009 und 2010) und Raymond van Barneveld (2006 und 2007). Taylor bleibt übrigens Rekordsieger mit fünf Triumphen dank seiner Titel 2003, 2005, 2009, 2010 und 2013.
Für Littler war es zudem sein zweiter UK Open-Titel, womit er sich einem ausgewählten Kreis mehrfacher Gewinner anschließt. Auch Wade gehört zu diesem Kreis, nachdem er das Turnier bereits 2008, 2011 und 2021 gewann.
Luke Littler gewann zum zweiten Jahr in Folge die UK Open
Nach dem Finale zeigte sich Littler stolz über seinen neuen Titel. Der junge Darter gab zu, dass es nicht sein bestes Turnier in puncto Averages war, er jedoch stets zum richtigen Zeitpunkt zugeschlagen habe. „Es fühlt sich großartig an“, sagte Littler anschließend. „Ich glaube nicht, dass das mein bestes Turnier in Sachen Durchschnittswerte war, aber ich habe mich immer wieder durchgebissen und am Ende gewonnen.“
Zudem äußerte er sich anerkennend über seinen Gegner Wade. „Genau das macht James: Er bleibt dir immer im Nacken. Ich habe ihm nach dem Match gesagt, dass es ein völlig anderes Spiel gewesen wäre, wenn er die Doppelfelder getroffen hätte. Wir liefern uns immer gute Partien.“
Die Titelverteidigung war zudem ein Ziel, das sich Littler im Vorfeld gesetzt hatte. „Vor dem Turnier habe ich in den sozialen Medien gesehen, dass der letzte Spieler, der seinen Titel verteidigte, Michael van Gerwen war, vor zehn Jahren. Das war das Ziel, das ich mir gesteckt hatte. Aber wie immer gehe ich es Match für Match an.“
Wade zeigte sich nach der Niederlage sportlich. Dem erfahrenen Engländer zufolge war Littler an diesem Abend schlicht der bessere Spieler. „Luke war am Ende einfach zu gut für mich“, sagte Wade. „Vielleicht war ich ein wenig müde, ich bin schließlich etwas älter als er. Ich konnte einfach nicht das erforderliche Niveau abrufen.“
Dennoch bleibt Wade realistisch in Bezug auf seine eigene Form. „Über die vergangenen achtzehn Monate lief es eigentlich ziemlich gut für mich. Aber Luke ist im Moment einfach der beste Spieler der Welt. Leider habe ich jetzt drei Finals gegen ihn verloren.“