Der 19-jährige
Jenson Walker hat sich an die Spitze der Weltrangliste der World Darts Federation (WDF) gearbeitet. Bemerkenswert ist, dass der britische Student erst während der Corona-Pandemie ernsthaft mit dem Dartsport begann, weil ihm langweilig war. Inzwischen klopft er deutlich an die Tür der internationalen Spitze.
Walker, Accounting-Student an der Coventry University und Sportstipendiat der Universität, wurde vergangene Woche offiziell die neue Nummer eins der WDF-Rangliste. Sein schneller Aufstieg folgt auf starke Ergebnisse bei internationalen Turnieren und mehrere Nominierungen für PDC-Events. Dabei besiegte er auch bereits dreimal Weltmeister Luke Littler.
Nach Walkers eigener Einschätzung war sein Aufstieg alles andere als selbstverständlich. Der junge Engländer betont, dass er anfangs kein ausgeprägtes Talent war. „Ich war kein Naturtalent, als ich angefangen habe“, sagt er
im Gespräch mit der BBC. „Zu Weihnachten schauten wir immer die Darts-WM im Fernsehen und holten das Board vom Dachboden, um selbst ein bisschen zu werfen.“
Das änderte sich, als das Board nach den Feiertagen hängen blieb und die Corona-Pandemie ausbrach. „Irgendwann blieb das Board nach Weihnachten hängen und dann kam Corona. Aus purer Langeweile warf ich öfter, und von da an kam alles ins Rollen.“
Durchbruch bei Jugendturnieren
Nach etwa einem Jahr merkte Walker, dass er Fortschritte machte. Als die ersten Lockdowns vorbei waren, entschied er sich erstmals, an Jugendturnieren teilzunehmen.
„Nach ungefähr einem Jahr begann ich zu merken, dass ich ganz ordentlich darten konnte. Als wir wieder spielen durften, meldete ich mich für ein Jugendturnier an. Ich war ziemlich stabil und da ich das Spiel zuvor nie wirklich ernsthaft betrieben hatte, verspürte ich auch keinen Druck.“
Seine Entwicklung nahm anschließend Fahrt auf. Walker qualifizierte sich für die WDF-Weltmeisterschaft 2025 und erreichte dort auf Anhieb das Halbfinale. Zudem gewann er unter anderem die Romanian Open Classic, womit er sich endgültig international etablierte.
Auffällig in seiner jungen Laufbahn sind die Duelle mit Luke Littler, dem zweifachen Weltmeister der PDC. Walker kennt die englische Sensation seit Jahren und spielte mehrfach gegen ihn, unter anderem im Nationalteam.
„Luke und ich haben ungefähr zur gleichen Zeit angefangen“, sagt Walker. „Wir haben gemeinsam für England gespielt und oft gegeneinander gestanden. Er führt derzeit mit 5:3 in unseren direkten Duellen, und damit kann ich vorerst gut leben.“
Studium bleibt wichtig
Trotz seines schnellen Aufstiegs nimmt Walker sein Studium weiterhin ernst. Er kombiniert seine Sportkarriere bewusst mit seiner Ausbildung in Accounting. „Es fühlte sich wie der richtige Zeitpunkt an, mein Studium mit Darts zu verbinden“, erklärt er.
„Durch das Preisgeld, das es im vergangenen Jahr zu verdienen gab, konnte ich es mir nicht leisten, das nicht voll anzugehen. Deshalb habe ich mein Studium im September noch kurz aufgeschoben und im Januar begonnen.“ Diese Balance fühlt sich seiner Aussage nach nun gut an. „Ich bin bereit. Es fühlt sich an, als wäre dies der richtige Moment.“