Dom Taylor steht vor einem Neustart seiner Darts-Karriere. Der Engländer kehrt nach einer Dopingsperre auf die große Bühne zurück und erlebt sein Comeback völlig anders als frühere Auftritte. Nach einer schwierigen Zeit baute er
sein Leben neu auf und fühlt sich so gut wie lange nicht mehr. Diese Veränderung wirkt sich auch am Oche deutlich aus: Neue Darts, ein angepasster Wurf und vor allem ein anderer Lebensstil sollen ihn zurück zu seinem Topniveau führen.
Taylor trat in dieser Woche bei der
MODUS Super Series an und qualifizierte sich dort für die Finals Night am Samstag. „Ja, fühle mich großartig, Kumpel. Viel besser als zuvor. Es hat sich einiges verändert, und ich fühle mich wieder wohl in meiner Haut“, sagte er in der Übertragung.
Alles neu aufbauen
Sichtlich genoss Taylor es, wieder Teil des Geschehens zu sein. Nach der Zeit fernab des Rampenlichts fühlte sich die Rückkehr in die vertraute Umgebung besonders an. Selbst eine Trainingseinheit auf der Bühne gab ihm ein gutes Gefühl. „Vor allem wieder auf dieser Bühne zu trainieren, zu wissen, dass die Kameras laufen, die Hitze der Lichter zu spüren – das fühlt sich wieder gut an.“
Dom Taylor sah seine Karriere in Rauch aufgehen.
Für Taylor fühlt sich die Rückkehr fast wie ein kompletter Neuanfang an. Er veränderte Material und Technik und suchte nach einem Wurf, der besser zu ihm passt. Auch abseits des Boards nahm er große Umstellungen vor. „Ich musste komplett von vorn anfangen: neue Darts, den Wurf leicht verändert. Ich habe zuvor gestapelt, aber jetzt bin ich in gewisser Weise zu meinem früheren Wurf zurückgekehrt.“
Nach Taylors Worten gehören diese Anpassungen zu einem viel größeren Prozess. Er bewertete nicht nur sein Darts-Spiel neu, sondern krempelte seinen Lebensstil grundlegend um. „Klar, kein Alkohol mehr – das ist ein großer Neustart. Im Grunde fange ich frisch an, und ich meine, mein Leben startet neu. Mal sehen, ob die Darts das widerspiegeln.“
Die Aussage zeigt deutlich, dass er diese Phase nutzen will, um eine neue Version seiner selbst zu präsentieren. Entsprechend groß ist seine Motivation, wieder auf höchstem Niveau zu performen. „Ich brenne darauf, zurückzukehren und den Leuten erneut zu zeigen, dass ich es bin – diesmal der echte ich.“
Das Selbstvertrauen wächst wieder
Erste Signale am Board deuten darauf hin, dass sich seine harte Arbeit auszahlen könnte. Der Engländer absolvierte in den vergangenen Wochen mehrere Matches und zeigte, dass sein Level noch da ist. Vor allem seine Averages geben ihm Rückenwind. „Ich habe mir selbst bewiesen, dass die Averages noch stehen können. Letzte oder vorletzte Woche bei den ADC-Wochenenden waren die Averages etwas schwankend, aber ich habe viele Stunden investiert.“
Diese Vorbereitung zahlte sich aus, als Taylor die Einladung für die große Bühne erhielt. Den ersehnten Anruf bekam er am Montagmorgen und entschied anschließend, alles für seine Vorbereitung zu geben. „Ich hatte Montagmorgen den netten Anruf, runterzukommen. Ich habe die Arbeit reingesteckt, um hier bereit zu sein. Jetzt schauen wir, ob es sich auszahlt.“
„Natürlich ist ein bisschen Nervosität da“
Sein erster Auftritt nach so langer Pause brachte naturgemäß auch Nervosität mit sich. Taylor gibt offen zu, dass er angespannt war, hält das unter den großen Lichtern aber für völlig normal. „Ja, natürlich ist ein bisschen Nervosität da. Wer sagt, er wird nicht nervös, redet Unsinn. Ich will jetzt einfach ins erste Spiel kommen. Ich weiß, dass ich heute Abend als Erster auf die Bühne gehe, und sobald das Spiel läuft, sehen wir, was passiert.“
Dass Taylor mit klaren Ambitionen zurückkehrt, zeigte auch seine knappe Antwort auf die Frage, ob er noch etwas zu beweisen habe: „Ja, 100 Prozent.“