„103 im Average? Für mich fühlte es sich an wie 133“ – Gerwyn Price glänzt zum Auftakt der Flanders Darts Trophy

PDC
durch Nic Gayer
Sonntag, 13 September 2026 um 8:15
Gerwyn Price
Gerwyn Price hat bei seinem ersten Auftritt bei der Flanders Darts Trophy 2026 eindrucksvoll seine Ambitionen unterstrichen. „The Iceman“ setzte sich in der zweiten Runde mit 6:3 gegen Bradley Brooks durch und spielte dabei einen starken Average von 103,5 Punkten. Aus Sicht des Walisers hätte das Ergebnis allerdings noch wesentlich deutlicher ausfallen können.
Vor allem zu Beginn der Partie präsentierte sich Price in herausragender Verfassung. In der ersten Hälfte des Matches lag sein Average zeitweise sogar bei mehr als 110 Punkten. Dennoch gelang es Brooks, den Anschluss an den früheren Weltmeister zu halten und die Begegnung lange offen zu gestalten.

Price über Brooks: „Ich könnte hier vielleicht auch 5:0 führen“

Price selbst hatte während der Partie das Gefühl, dass der spielerische Unterschied größer war, als es der Zwischenstand vermuten ließ. „Ich dachte und spürte eigentlich, dass ich etwas besser spielte als er“, analysierte Price im Anschluss im Bühneninterview. „Ich fand, dass er phasenweise ordentlich spielte. Aber er traf in den richtigen Momenten die richtigen Scores und setzte mich damit unter Druck.“
Gerwyn Price in Aktion.
Gerwyn Price überzeugte bei seinem Auftakt in Antwerpen mit einem Average von 103,5 Punkten und trifft im Achtelfinale auf Ross Smith.
Genau damit verhinderte Brooks, dass sich Price frühzeitig entscheidend absetzen konnte. Beim Stand von 3:2 war für den Engländer weiterhin alles möglich, während Price das Gefühl hatte, die Partie hätte zu diesem Zeitpunkt beinahe schon entschieden sein können. „Als es 3:2 stand, dachte ich: Ich könnte hier vielleicht auch 5:0 führen. Er war also immer noch in der Partie. Aber allen Respekt für Bradley, er ist ein fantastischer Spieler.“

„Für mich fühlte es sich an wie ein 133er Average“

Mit einem Endaverage von 103,5 Punkten konnte Price letztlich mehr als zufrieden sein. Während der Partie hatte der Waliser sogar den Eindruck, auf einem noch höheren Niveau unterwegs gewesen zu sein. „103 im Average? Für mich fühlte es sich an wie 133“, scherzte Price. „Ich fand, dass ich ziemlich ordentlich spielte.“
Insbesondere angesichts seiner furiosen Anfangsphase war dieses Gefühl durchaus nachvollziehbar. Price erwischte einen äußerst starken Start und spielte im ersten Abschnitt der Begegnung einen Average von mehr als 110 Punkten. Brooks weigerte sich jedoch, klein beizugeben, und fand gerade in wichtigen Momenten immer wieder die passenden Scores.
„Genau“, antwortete Price, als er auf die Hartnäckigkeit seines Gegners angesprochen wurde. „Wie ich schon sagte: Bradley warf im richtigen Moment eine 180, dann eine 140 und traf anschließend zur rechten Zeit die Doppel-3. So etwas passiert im Darts.“
Vom Widerstand seines Kontrahenten ließ sich Price allerdings nicht aus dem Rhythmus bringen. Der frühere Weltmeister vertraute weiterhin auf seine Scoring-Power und nutzte letztlich die Möglichkeiten, die sich ihm boten.
„Ich hatte das Gefühl, dass ich in diesem Match gut spielte. Wenn ich meine Chancen nutze, wusste ich, dass ich gewinnen würde. Und genau so ist es gekommen.“
Mit dem 6:3-Erfolg sicherte sich Price seinen Platz im Achtelfinale des European-Tour-Turniers in Antwerpen.

Kracher gegen Ross Smith

Dort steht dem Waliser am Sonntag ein hochkarätiges Duell bevor. Price trifft auf Ross Smith, der ebenfalls mit reichlich Selbstvertrauen in die Begegnung gehen dürfte.
Die jüngsten Auftritte von „Smudger“ haben bei Price durchaus Eindruck hinterlassen. Einen Grund, sich selbst deshalb in der Außenseiterrolle zu sehen, erkennt „The Iceman“ allerdings nicht. Schließlich stimmt auch seine eigene Form. „Ich bin mir sicher, dass es ein gutes Match wird“, blickte Price voraus. „Wie gesagt: Ross ist in guter Form und spielt großartig, aber ich bin selbst auch gut drauf.“
Nach Einschätzung des Walisers werden beide Spieler mit derselben Überzeugung an das Oche treten. „Lustigerweise gebe ich mir in diesem Match die beste Chance, und das wird er wahrscheinlich auch tun. Es wird also eine gute Partie.“
Nach seinem 103,5er-Average gegen Brooks darf Price der nächsten Herausforderung jedenfalls mit reichlich Selbstvertrauen entgegenblicken. Gleichzeitig ist dem Waliser bewusst, dass ihm Smith erneut alles abverlangen dürfte.

Support aus Wales in Antwerpen

Während seines Aufenthalts in Antwerpen darf sich Price zudem über Unterstützung aus der Heimat freuen. Im Interview wurde der frühere Weltmeister auf zwei Fans aufmerksam gemacht, die eigens aus Wales angereist sind und jede Session des Turniers besuchen wollen.
Das sorgte bei „The Iceman“ für eine Reaktion ganz nach seinem Geschmack. „Das Lustige ist, dass ich selbst auch aus Wales angereist bin“, lachte Price. „Das ist eine lange Reise.“ Anschließend richtete er sich direkt an seine mitgereisten Unterstützer: „Aber allen Respekt, gut gemacht.“
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