Deutsches Duo scheitert bei Flanders Darts Trophy: Clemens überzeugt gegen van Veen – Springer von Aspinall überrollt

PDC
durch Nic Gayer
Samstag, 12 September 2026 um 23:04
Gabriel Clemens auf der Euro-Tour-Bühne.
Die deutschen Hoffnungen bei der Flanders Darts Trophy 2026 sind bereits vor dem Finaltag beendet. Gabriel Clemens und Niko Springer mussten sich am Samstagabend in Antwerpen jeweils hochkarätigen Gegnern geschlagen geben – allerdings unter völlig unterschiedlichen Vorzeichen. Während Clemens dem topgesetzten Gian van Veen bei seiner 3:6-Niederlage mit einem Average von 98,81 Punkten einen starken Kampf lieferte, geriet Springer gegen einen überragenden Nathan Aspinall deutlich mit 1:6 unter die Räder. Damit findet das Achtelfinale am Sonntag ohne deutsche Beteiligung statt.
Auch abseits der beiden deutschen Partien hatte die zweite Zweitrundensession einiges zu bieten. Damon Heta beförderte Michael van Gerwen nach einem Decider aus dem Turnier, Gerwyn Price untermauerte mit einem 103,52er-Average seine starke Form und Stephen Bunting entkam Brendan Dolan in einem dramatischen Entscheidungsleg. Zum Abschluss setzte Wessel Nijman mit drei Highfinishes noch einmal besondere Akzente und komplettierte mit seinem 6:4-Erfolg über Sebastian Bialecki das Achtelfinalfeld.

Starker Clemens verlangt van Veen alles ab

Gabriel Clemens hat den Einzug in den Finaltag der Flanders Darts Trophy trotz einer seiner stärkeren Vorstellungen der vergangenen Monate verpasst. Der „German Giant“ musste sich dem topgesetzten Gian van Veen mit 3:6 geschlagen geben, verkaufte sich mit einem Average von 98,81 Punkten aber teuer. Van Veen benötigte seinerseits einen Schnitt von 101,54 Punkten und eine Reihe hochklassiger Finishes, um den Widerstand des Deutschen zu brechen.
Gabriel Clemens in Aktion.
Gabriel Clemens bot Gian van Veen in Antwerpen mit einem Average von 98,81 Punkten einen hochklassigen Kampf, musste sich dem topgesetzten Niederländer am Ende aber mit 3:6 geschlagen geben.
Dabei erwischte Clemens einen Auftakt nach Maß. Mit einem 107er-Checkout sicherte sich der Saarländer das erste Leg und behauptete seine Führung zunächst auch beim 2:1. Dann begann allerdings van Veen, seine Möglichkeiten mit beeindruckender Konsequenz zu nutzen. Ein 143er-Highfinish brachte dem Niederländer das erste Break und die 3:2-Führung – doch Clemens hatte die passende Antwort parat: Mit einem herausragenden 146er-Checkout holte er sich das verlorene Anwurfleg umgehend zurück und stellte auf 3:3.
Es war die stärkste Phase eines ohnehin hochklassigen Duells. Im siebten Leg eröffneten beide Spieler mit enormem Scoringdruck, ehe Clemens bei 122 Restpunkten sogar die Chance auf dem Bullseye zur erneuten Führung erhielt. Der entscheidende Dart verfehlte jedoch sein Ziel. Van Veen bestrafte den Fehler umgehend und löschte 82 Punkte mit zwei Darts über Bullseye und Doppel-16. Spätestens jetzt zeigte sich die Qualität des Weltranglistendritten: Auch 84 Punkte räumte van Veen anschließend über das Bullseye aus dem Board, ehe ein weiteres Zwei-Dart-Finish von 64 Punkten den 6:3-Erfolg besiegelte.
Für Clemens blieb damit trotz einer überzeugenden Vorstellung nur die Niederlage. Zwei Highfinishes, ein Average von beinahe 99 Punkten und eine Checkoutquote von 42,86 Prozent unterstrichen jedoch, wie viel der Deutsche seinem hochdekorierten Gegner abverlangt hatte.

Aspinall lässt Springer keine Chance

Damit ruhten die deutschen Hoffnungen am Samstagabend auf Niko Springer – doch dessen Partie nahm einen völlig anderen Verlauf. Nicht weil der Mainzer einen vollkommen enttäuschenden Auftritt erwischt hätte, sondern weil Nathan Aspinall an diesem Abend schlicht in einer anderen Liga spielte. Der Engländer überrollte Springer mit 6:1 und produzierte dabei einen Average von 105,99 Punkten.
Schon früh geriet Springer unter erheblichen Druck. Aspinall brachte sein erstes Anwurfleg durch und schnappte sich anschließend das Break, nachdem der Deutsche ein 152er-Finish nur knapp auf der Doppel-16 verpasst hatte. Beim Stand von 0:3 gelang Springer auf der Doppel-8 zwar sein erster Leggewinn, mehr sollte ihm gegen einen nahezu fehlerfreien Gegner jedoch nicht gelingen.
Vor allem Aspinalls Effizienz machte jede Hoffnung auf eine Aufholjagd zunichte. „The Asp“ verwandelte sechs seiner sieben Versuche auf die Doppel, warf vier 180er und legte auf dem Weg zum Sieg noch ein 100er-Finish nach. Nach nur sieben Legs war das deutliche 6:1 besiegelt – und mit Springer auch der letzte deutsche Spieler aus dem Turnier ausgeschieden.

Heta schickt van Gerwen nach Hause

Für eine der prominentesten Niederlagen des Abends sorgte Damon Heta. Der Australier bezwang Michael van Gerwen in einem Match, das von einer enormen Spannung geprägt war. Beide Spieler verteidigten konsequent ihre Anwurflegs, sodass beim Stand von 5:5 zwangsläufig der Decider entscheiden musste.
Van Gerwen hatte zwischendurch mit einem sehenswerten 124er-Checkout eines der Highlights gesetzt, blieb insgesamt aber deutlich unter seinem gewohnten Niveau. Ein Average von 85,66 Punkten war am Ende zu wenig, um Heta ernsthaft aus der Balance zu bringen. Der Australier behielt im Entscheidungsleg die Nerven und verwandelte auf Tops zum 6:5. Während Heta damit in den Finaltag einzog, war das Turnierwochenende des dreifachen Weltmeisters bereits nach seinem ersten Auftritt beendet.

Price setzt das nächste Ausrufezeichen

Deutlich souveräner erledigte Gerwyn Price seine Aufgabe. Der Waliser unterstrich gegen Bradley Brooks früh seine Ambitionen und eröffnete das Duell mit einem 15-Dart-Break, auf das er unmittelbar einen überragenden 10-Darter folgen ließ. Brooks hielt anschließend phasenweise dagegen, doch Price ließ sich die Kontrolle über die Partie nicht mehr nehmen.
Passend zu seinem starken Auftritt setzte der „Iceman“ auch den Schlusspunkt mit einem Highlight. Ein 116er-Checkout besiegelte den 6:3-Erfolg, Price beendete die Partie mit einem Average von 103,52 Punkten und vier 180ern. Es war eine der stärksten Vorstellungen der gesamten Abendsession.
Auch James Wade löste sein Ticket für den Sonntag. „The Machine“ setzte sich mit 6:2 gegen Jim Long durch, wobei das Ergebnis deutlicher ausfiel, als es die statistischen Werte vermuten ließen. Beide Spieler bewegten sich mit 96,77 beziehungsweise 96,71 Punkten nahezu auf identischem Average-Niveau. Wade war in den entscheidenden Situationen jedoch der konsequentere Mann und nutzte sechs seiner zehn Doppelchancen.

Joyce überrascht Rock – Bunting entkommt Dolan

Bereits zum Auftakt hatte Ryan Joyce für die erste Überraschung des Abends gesorgt. Gegen Josh Rock erwischte „Relentless“ einen Traumstart und zog mit zwei Breaks schnell auf 4:0 davon. Rock kämpfte sich noch einmal auf 3:4 heran, doch Joyce stoppte die Aufholjagd mit einem wichtigen 80er-Finish und verwandelte wenig später seinen zweiten Matchdart zum 6:3-Erfolg.
Deutlich dramatischer verlief das vorletzte Match. Stephen Bunting schien gegen Brendan Dolan nach einer frühen 3:1-Führung zunächst auf Kurs, doch der Nordire kämpfte sich eindrucksvoll zurück und ging beim Stand von 4:3 erstmals selbst in Führung. Ein 97er-Finish brachte Dolan schließlich sogar bis auf ein Leg an den Sieg heran.
Bunting fand allerdings im entscheidenden Moment seine beste Antwort. Mit einem herausragenden 128er-Checkout erzwang The Bullet den Decider und nutzte den Rückenwind schließlich zum Sieg. Ein 52er-Finish besiegelte das 6:5 und den Einzug in den Finaltag – obwohl Dolan mit einem Average von 101,76 Punkten statistisch die deutlich stärkere Partie gespielt hatte.

Nijman zaubert drei Highfinishes zum Abschluss

Den Schlusspunkt unter die Abendsession setzte Wessel Nijman mit einer beeindruckenden Demonstration seiner Finishing-Qualitäten. Der Niederländer setzte sich mit 6:4 gegen Sebastian Bialecki durch und komplettierte damit das Achtelfinalfeld der Flanders Darts Trophy. Der Pole bewegte sich mit einem Average von 92,73 Punkten praktisch auf Augenhöhe mit Nijman, bekam in den entscheidenden Momenten jedoch immer wieder die außergewöhnliche Checkout-Stärke seines Gegners zu spüren.
Das erste Ausrufezeichen ließ nicht lange auf sich warten. Bereits im zweiten Leg löschte Nijman die maximal möglichen 170 Punkte aus dem Board und beantwortete damit Bialeckis frühen Leggewinn auf spektakuläre Weise. Auch 93 Punkte räumte der Niederländer zum 2:2 aus dem Weg, ehe das nächste Highlight folgte: Mit einem 115er-Checkout schnappte sich Nijman das erste Break und ging mit 3:2 in Führung.
Bialecki ließ sich davon zunächst nicht abschütteln. Der Pole holte sich das Break unmittelbar zurück und übernahm beim Stand von 4:3 sogar noch einmal die Führung. Doch erneut hatte Nijman im richtigen Moment ein Highfinish parat. Diesmal mussten 110 Punkte dran glauben – sein bereits drittes dreistelliges Checkout der Partie. Beim Stand von 4:4 setzte der Niederländer schließlich zum entscheidenden Schlussspurt an: Ein Break brachte ihn erstmals bis auf ein Leg an den Sieg heran, ehe Nijman seinen eigenen Anwurf zum 6:4 über die Ziellinie brachte und damit den Finaltag erreichte.
Klatscht 5Besucher 3
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading