„Damit muss ich aufhören“ – Nathan Aspinall will nach 106er-Gala gegen Niko Springer seine Einstellung ändern

PDC
durch Nic Gayer
Sonntag, 13 September 2026 um 11:00
Nathan Aspinall
Nathan Aspinall ist mit einem echten Statement in das Achtelfinale der Flanders Darts Trophy 2026 eingezogen. „The Asp“ ließ Niko Springer beim deutlichen 6:1-Erfolg keine Chance und glänzte dabei mit einem Average von 105,99 Punkten. Nach der Partie rückte allerdings weniger seine herausragende Leistung als vielmehr sein Umgang damit in den Mittelpunkt: Aspinall erklärte, künftig weniger hart mit sich selbst ins Gericht gehen zu wollen.
Während des Bühneninterviews nach dem Spiel sorgte zunächst allerdings das Publikum für reichlich Ablenkung. Aspinalls Aufmerksamkeit galt einem Zuschauer auf den Rängen, der offenbar versuchte, ein Bier auf Ex zu trinken – mit überschaubarem Erfolg. „Ich glaube, da hinten will jemand einen Pint kippen, aber er macht eine Riesensauerei“, scherzte Aspinall. „Ich weiß nicht, was da passiert. Das ist doch einfach ein Haufen Teletubbies, oder?“

Aspinall hinterfragt seine eigene Erwartungshaltung

Anschließend richtete der Engländer den Blick doch noch auf seine eigene Vorstellung – und an der gab es kaum etwas auszusetzen. Sowohl im Scoring als auch auf die Doppel war Aspinall seinem deutschen Kontrahenten deutlich überlegen. „Das war eine großartige Performance. In den letzten Wochen kam ich nach Matches nach Hause und dachte, ich hätte miserabel gespielt. Dann sah ich eine Statistik, die zeigte, dass ich in den vergangenen Monaten der viertbeste Spieler war.“
Nathan Aspinall lächelt auf der Bühne.
Nathan Aspinall ließ Niko Springer beim 6:1 keine Chance und überzeugte bei der Flanders Darts Trophy mit einem Average von 105,99 Punkten.
Diese Erkenntnis brachte Aspinall zum Nachdenken. Statt seine Leistungen permanent an einer extrem hohen Messlatte zu messen, möchte er seine Partien künftig wieder mit mehr Leichtigkeit angehen. „Heute Abend habe ich versucht, mir keinen Druck zu machen und es einfach zu genießen. Ich spiele gut. Ich habe ein starkes Match abgeliefert, sehr gut gecheckt und sehr gut gescort. Ich habe dem Publikum etwas zum Jubeln gegeben, also alles gut. Weiter geht’s morgen.“

„Ich wollte überhaupt keine Extra-Legs“

Dank seiner starken Vorstellung war die Begegnung bereits nach sieben Legs beendet. Auf die Frage, ob er angesichts seines hohen Niveaus vielleicht gerne noch etwas länger auf der Bühne gestanden hätte, hatte Aspinall eine unmissverständliche Antwort parat. „Nein, ich wollte überhaupt keine Extra-Legs. Ich will zurück und einen Pint trinken“, lachte er.
Kurz darauf schlug der Engländer jedoch wieder ernstere Töne an. Aspinall räumte offen ein, dass ihm seine ausgeprägte Selbstkritik bisweilen selbst im Weg steht. „Ich bin sehr, sehr kritisch mit meinen eigenen Leistungen. Ich gehe von der Bühne und sage, dass es miserabel war, obwohl ich einen Average von 97 oder 98 gespielt habe.“
Genau diese Denkweise möchte „The Asp“ künftig ablegen. „Ich denke, damit muss ich aufhören, denn so machst du dir nur noch mehr Druck. Du kommst hier auf die Bühne, weißt, dass du gut spielst, und dann musst du einfach deine Darts werfen.“
Gegen Springer gelang es Aspinall, genau diesen Ansatz in die Tat umzusetzen. „Das habe ich heute Abend getan. Das Publikum war relativ klein im Vergleich zu dem, was wir sonst gewohnt sind, vielleicht konnte ich mich dadurch etwas besser konzentrieren. Aber hör zu, es war eine großartige Performance und ein großer Sieg. Niko ist ein fantastischer Spieler, deshalb ist das ein wichtiger Erfolg. Wir werden sehen, wie es morgen läuft.“
Zum Abschluss des Interviews wanderte Aspinalls Blick noch einmal zu einigen lautstarken Zuschauern im hinteren Teil des Saals. Der Engländer nahm die Situation erneut mit Humor. „Abgesehen von diesen Idioten da hinten, was geht da überhaupt ab?“, sagte er. „Ich hole mir ein neues Shirt, ziehe mich um und gehe da unten mit ihnen einen trinken.“
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading