Damon Heta hat sich nach einem zähen Thriller gegen
Michael van Gerwen für den Finaltag der
Flanders Darts Trophy 2026 qualifiziert. Der Australier setzte sich in Antwerpen hauchdünn mit 6:5 durch, musste anschließend allerdings eingestehen, dass weder er noch sein prominenter Gegner an diesem Abend ihr bestes Niveau erreichten.
Statt hochklassiger Darts war die Begegnung vor allem von harter Arbeit und der Frage geprägt, wer die sich bietenden Möglichkeiten konsequenter nutzen würde. Heta bemerkte früh, dass van Gerwen nicht in seinen gewohnten Rhythmus fand und zunehmend Frustration zeigte. Der Australier versuchte seinerseits, sich davon nicht beeinflussen zu lassen und den Fokus konsequent auf das eigene Spiel zu richten.
Heta erkennt van Gerwens Frust: „Er ist nicht aufgetaucht“
„Ich denke, einer von uns hätte das Match eigentlich an sich reißen können“, analysierte Heta im anschließenden Bühneninterview. „Er ist nicht aufgetaucht, und das habe ich gesehen. Seine Frustrationen waren auch deutlich.“
Damon Heta behielt im entscheidenden Leg die Nerven und bezwang Michael van Gerwen bei der Flanders Darts Trophy mit 6:5.
Für Heta bestand die Herausforderung deshalb vor allem darin, bei sich zu bleiben und die Kontrolle über sein eigenes Spiel zu behalten. „Ich habe einfach versucht, mich unter Kontrolle zu halten. Ich wusste, dass wir beide nicht großartig spielten, also dachte ich: Bleib bei dir und nutze deine Chancen. Alles, was er mir gab, habe ich am Ende mitgenommen.“
Erneut 6:5 für Heta
Dabei hätte der Australier die Partie nur allzu gerne deutlich früher entschieden. Van Gerwen hielt sich jedoch im Match und erzwang schließlich ein elftes und entscheidendes Leg. „Ich hätte gern mehr daraus gemacht und mir eine einfachere Partie verschafft. Aber gut, 6:5 scheint im Moment meine Spezialität zu sein.“
Ausgerechnet im Decider gelang Heta dann einer der entscheidenden Momente der Partie. Mit einer 180 zum Auftakt des Legs setzte er van Gerwen unmittelbar unter Druck – und verlieh gleichzeitig seinem eigenen Spiel einen wichtigen Schub. „Das war nicht irgendeine 180, das war eine riesige 180“, betonte Heta. „Ich musste es einfach loslassen, und danach fühlte ich mich besser.“
Im Nachhinein fragte sich der Australier sogar, weshalb es ihm nicht schon deutlich früher gelungen war, diese Lockerheit zu finden. „Ich dachte: Das hätte ich schon nach meiner ersten Aufnahme machen sollen. Da habe ich, glaube ich, etwas um die 26 geworfen. Man verheddert sich manchmal komplett in so einem Spiel.“
Auch wenn das spielerische Niveau nicht seinen eigenen Erwartungen entsprach, war für Heta letztlich vor allem das Resultat entscheidend. Einen Sieg über van Gerwen betrachtet der Australier weiterhin als etwas Besonderes – ganz gleich, auf welche Weise er zustande kommt. „Einen Sieg gegen einen der besten Spieler der Welt nimmst du immer mit. Den nehme ich jeden Tag.“
Auffälliger Heta-Supporter sorgt für Lacher
In Antwerpen durfte sich Heta darüber hinaus über lautstarke Unterstützung von den Zuschauerrängen freuen. Gleich mehrere Fans waren in seinen Shirts erschienen, während ein Anhänger sogar Hetas markanten Schnurrbart nachzeichnen ließ. Wie Interviewer
Philip Brzezinski vermutete, könnte dafür möglicherweise sogar ein wasserfester Stift zum Einsatz gekommen sein.
Heta ließ sich die Gelegenheit für einen kleinen Seitenhieb nicht entgehen. „Er muss erwachsen werden und sich selbst einen wachsen lassen, verstehst du?“, scherzte der Australier. „Hol dir einen echten, den hast du dir verdient. Tu dir den Gefallen.“
Als Heta den betreffenden Fan anschließend auf den Rängen entdeckte, schob er allerdings noch ein Kompliment hinterher. „Da ist er. Was für ein fescher Kerl.“ Danach richtete sich der Australier an das gesamte Publikum und bedankte sich für den Rückhalt: „Ich schätze eure Unterstützung enorm. Wirklich, vielen Dank.“