Ross Smith hat mit einer überzeugenden Vorstellung das Ticket für den Finaltag der
Flanders Darts Trophy 2026 gelöst. Der Engländer setzte sich in der zweiten Runde souverän mit 6:2 gegen
Jeffrey de Graaf durch und spielte dabei einen Average von mehr als 101 Punkten. Entsprechend zufrieden zeigte sich „Smudger“ nach seinem gelungenen Auftakt – auch wenn für ihn ein anderer Fakt wesentlich wichtiger war als sein starker Average: der Sieg.
Smith ist dafür bekannt, mit seinen eigenen Leistungen äußerst kritisch ins Gericht zu gehen. Auch während seines starken Auftritts gegen de Graaf hatte der Engländer keine wirkliche Vorstellung davon, auf welchem statistischen Niveau er sich bewegte.
„So fühlt es sich beim Spielen nie an“
„Ich liebe es, wenn du mir solche Dinge erzählst, denn so fühlt es sich beim Spielen nie an“, reagierte Smith, als er im Bühneninterview mit
Philip Brzezinski von seinem Average von mehr als 101 Punkten erfuhr. „Ich warte immer, bis du mir sagst, ob ich gut gespielt habe oder nicht.“
Ross Smith überzeugte gegen Jeffrey de Graaf mit einem Average von über 101 Punkten und sicherte sich souverän das Ticket für den Finaltag in Antwerpen.
Diesmal gab es für „Smudger“ allerdings kaum Anlass, nach Fehlern zu suchen. „Ich bin damit wirklich sehr glücklich. Natürlich gibt es hier und da immer ein paar Kleinigkeiten, aber manchmal kann man auch nicht an allem etwas aussetzen. Wenn ich einen 101er Average gespielt habe und mein erstes Match gewonnen habe, ist das völlig in Ordnung. Der Sieg ist das Wichtigste.“
Erstes Match gewinnen ist entscheidend
Für seine Auftritte auf der European Tour hat sich Smith in dieser Saison eine klare Vorgabe gesetzt. Aus seiner Sicht ist ein erfolgreicher Turnierauftakt die entscheidende Grundlage, um sich in den Ranglisten Schritt für Schritt eine bessere Position zu erarbeiten.
„Ich habe mir vom Jahresbeginn an gesagt: Gewinne dein erstes Match auf der Euro Tour und du machst gute Schritte für die Rangliste. Also ja, ich bin mit diesem Sieg zufrieden.“
Gegen de Graaf sah zunächst alles danach aus, als könnte Smith frühzeitig für klare Verhältnisse sorgen. Der Engländer erspielte sich eine 3:0-Führung und erhielt anschließend die Gelegenheit, seinen Vorsprung noch weiter auszubauen. Auf den Doppeln ließ er diese Chance jedoch ungenutzt.
„Ich habe drei Darts auf die Doppel verpasst, um, glaube ich, auf 4:0 zu stellen“, blickte Smith zurück. Dadurch gelang es de Graaf, den Rückstand noch einmal etwas zu verkürzen. Eine vollständige Wende ließ Smith allerdings nicht zu: Der Engländer erhöhte anschließend wieder das Tempo und brachte den Sieg schließlich sicher über die Ziellinie.
Viel Respekt für einen alten Weggefährten
Obwohl Smith erleichtert war, dass de Graaf seine ausgelassenen Möglichkeiten nicht konsequenter bestrafte, fand er anschließend ausschließlich respektvolle Worte für seinen langjährigen Weggefährten. „Alle Komplimente an Jeffrey. Ich kenne ihn seit vielen Jahren. Er ist ein Gentleman und ein fantastischer Spieler.“
Smith wusste genau, dass die Begegnung nach seinen verpassten Doppeln durchaus einen anderen Verlauf hätte nehmen können. „Er ließ mich da entkommen, denn Jeffrey ist ein großartiger Darter. Ich bin froh, dass er das tat, denn am Ende ist das hier einfach Business. Ich bin glücklich über den Sieg.“
Nach der Partie wurde Smith darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Wege der beiden bereits 2013 erstmals gekreuzt hatten, als die heutige Development Tour noch unter dem Namen Youth Tour ausgetragen wurde. Selbst „Smudger“ zeigte sich überrascht davon, wie weit die gemeinsame Geschichte tatsächlich zurückreicht. „Ich wusste, dass ich schon sehr lange gegen ihn spiele, aber mir war nicht klar, dass es so lange her ist.“
Beide Profis haben nach Einschätzung von Smith einen ähnlich langen Weg durch den Dartsport hinter sich. „Jeffrey ist seit Jahren dabei, genau wie ich. Wir sind alle über das Jugendsystem gekommen und solche Dinge. Aber wir stehen jetzt hier und ich bin glücklich mit dem Sieg. Und das völlig zurecht.“