„Das hat mich irritiert. Ich stehe ich auch im Halbfinale, und das ist bemerkenswerter, als dass er dort steht“: Dirk van Duijvenbode ärgert sich nach World Matchplay über den Luke-Littler-Hype
Dirk van Duijvenbode hat beim World Matchplay 2026 sein bestes Major-Ergebnis seit langer Zeit eingefahren. Der 34-jährige Niederländer erreichte überraschend das Halbfinale und feierte auf dem Weg dorthin starke Siege gegen Chris Dobey, Michael van Gerwen und Gary Anderson. Nach dem Turnier überwog dennoch die Enttäuschung, denn im Kampf um den Finaleinzug erwies sich Luke Littler als zu stark.
Zum Auftakt setzte sich van Duijvenbode in einer umkämpften Partie mit 13:11 gegen Chris Dobey durch. Anschließend bezwang der Niederländer Landsmann Michael van Gerwen mit 14:12 und ließ im Viertelfinale mit einem 16:13-Erfolg über den zweifachen Weltmeister Gary Anderson den nächsten Topspieler hinter sich. Damit stand der „Aubergenius“ erstmals seit November 2024 wieder in einem Halbfinale eines Majors.
„Ich bin nicht überrascht“
Für van Duijvenbode war der Lauf in Blackpool vor allem ein Beleg dafür, dass er trotz einer bislang wechselhaften Saison weiterhin mit den besten Spielern der Welt mithalten kann.
Der Moment des Triumphes: Hier bezwingt Dirk van Duijvenbode die schottische Legende Gary Anderson
„Ich bin nicht überrascht“, sagte er im Gespräch mit De Telegraaf. „Aber es lag nicht unbedingt auf der Hand. Ich habe einfach nicht mein bestes Jahr, doch ich weiß, dass ich es kann.“
Auch seine bisherigen Erfolge gegen die Topspieler gaben ihm Selbstvertrauen. „Die Gegner, die ich geschlagen habe, habe ich alle schon mal besiegt. Es war also nicht so, dass ich es für unmöglich hielt, so weit zu kommen. Ich bin mit der Woche zufrieden, aber nicht mit dem Halbfinale.“
Alle Aufmerksamkeit galt Luke Littler
Im Halbfinale wartete mit Luke Littler der spätere Turniersieger. Der Engländer befand sich auf dem Weg zu seinem zweiten World-Matchplay-Titel in Folge und hatte bereits in den Runden zuvor mit herausragenden Leistungen überzeugt. Am Ende gewann Littler das Turnier mit einem Rekord-Turnieraverage von 111,04 Punkten und besiegte Gerwyn Price im Finale souverän.
Schon vor dem Halbfinale fiel van Duijvenbode jedoch auf, dass sich nahezu sämtliche Aufmerksamkeit auf seinen Gegner richtete – sehr zu seinem Missfallen.
„Das hat mich irritiert. Meines Erachtens stehe ich auch im Halbfinale, und das ist bemerkenswerter, als dass er dort steht. Dass er gut wirft, ist auch nicht überraschend. Und dann drehen sich die Fragen trotzdem um ihn“, sagte der Niederländer.
Auf der Bühne bestätigte Littler anschließend eindrucksvoll seine Ausnahmestellung. Van Duijvenbode fand kaum zu seinem Spiel und musste mit ansehen, wie der Weltmeister Leg für Leg davonzog. Am Ende stand eine deutliche 5:17-Niederlage auf der Anzeigetafel.
Trotz des klaren Ergebnisses wusste van Duijvenbode genau, weshalb die Partie so deutlich ausfiel. Aus seiner Sicht spielte Littler auf einem Niveau, das kaum Fehler zuließ.
„Das ist völlig irre. Du drehst dich um, und er wirft schon wieder eine 180. Zunächst ärgerst du dich, denn egal ob du knapp oder deutlich verlierst: Ich habe auch einfach nicht großartig gespielt. Aber ja, ob du nun 17:15 verlierst oder 17:5, ist mir doch egal! Du hast verloren und kannst nach Hause.“
Dass wohl die meisten Spieler gegen einen Littler in dieser Form chancenlos gewesen wären, ist für den Niederländer nur ein kleiner Trost. Gleichzeitig betont die aktuelle Nummer 23 der Weltrangliste, dass der Engländer abseits der Bühne ein völlig anderer Mensch sei.
„Er schüchtert mich als Person überhaupt nicht ein, denn er ist ein sehr lieber und ruhiger Junge, aber am Board ist er eben gut.“
Fokus richtet sich auf Hildesheim
Lange möchte sich van Duijvenbode ohnehin nicht mit der Niederlage beschäftigen. Bereits einen Tag nach seinem Ausscheiden richtet sich sein Blick auf die anstehenden Players-Championship-Turniere in Hildesheim, bei denen erneut wichtiges Preisgeld für die Ranglisten vergeben wird.
Der Niederländer hat sich bislang noch nicht für alle großen TV-Turniere im Herbst qualifiziert. Entsprechend wichtig werden starke Ergebnisse auf der Pro Tour sein, um seine Position in den verschiedenen Qualifikationsranglisten weiter zu verbessern.
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.