„Das Publikum hat mich getragen – ich bin einfach nur glücklich“ – Marcel Hausotter feiert gegen Raymond van Barneveld ersten European-Tour-Sieg seiner Karriere
Für Marcel Hausotter war es ein Moment, auf den er mehr als zwei Jahrzehnte hingearbeitet hatte: Beim German Darts Grand Prix 2026 im Zenith München gelang dem Berliner am Samstagabend bei seiner dritten Teilnahme der erste Sieg auf der European Tour. Mit 6:4 setzte er sich gegen Darts-Legende Raymond van Barneveld durch – ein Erfolg, der ihm sichtbar viel bedeutete.
Schon kurz nach dem Match war Hausotter die Erleichterung und Freude deutlich anzumerken. Während er im Interviewbereich immer wieder vor Freude in die Hände klatschte und ungläubig jubelte, wurde schnell klar, welchen emotionalen Stellenwert dieser Sieg für ihn hatte. „Super, super. Ganz ehrlich: Super Publikum, die mich weit getragen haben. Ich bin einfach nur glücklich“, sagte Hausotter im Exklusiv-Interview mit Dartsnews.de (YouTube).
Publikum trägt Hausotter zu historischem Erfolg
Die Unterstützung der Münchner Zuschauer spielte für Hausotter eine entscheidende Rolle. Die „Hausi“-Sprechchöre im Zenith nahm der Berliner keineswegs nur am Rande wahr. „Alles, alles“, sagte er mit einem Lächeln auf die Frage, wie viel er vom Münchener Support mitbekommen habe. „Ich wollte diesmal einfach Spaß haben und habe alles mitgenommen.“
Große Emotionen im Zenith München: Marcel Hausotter feiert gegen Raymond van Barneveld seinen ersten Sieg auf der European Tour
Gerade dieser Perspektivwechsel machte sich auf der Bühne bemerkbar. Während seine bisherigen European-Tour-Auftritte noch von Nervosität geprägt waren, wirkte Hausotter diesmal deutlich gelöster. „Nach der letzten Teilnahme habe ich mir gesagt: Jetzt einfach mal Spaß haben, dann kann es nur besser laufen. Deswegen war es jetzt entspannter.“
Dass ihm dieser Ansatz gegen einen der größten Namen der Darts-Geschichte gelang, machte den Erfolg umso bemerkenswerter. „Na klar, das war auf jeden Fall besonders“, sagte Hausotter über das Duell mit dem fünffachen Weltmeister van Barneveld. „Aber ich wusste auch, dass er momentan nicht die beste Rolle spielt. Die letzten Players Championships waren wieder sehr gut von ihm, deswegen Glück gehabt, dass er mich das machen lassen hat.“
Für den Berliner ordnet sich dieser Sieg entsprechend hoch in seiner persönlichen Laufbahn ein. Nach 22 Jahren im Dartsport steht der Erfolg für ihn ganz oben. „Ja, ja, ich denke schon – na klar. Wo sonst“, sagte er lachend.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht. Bereits am Sonntag wartet mit Jonny Clayton der nächste Topgegner. Hausotter blickt dieser Herausforderung jedoch ohne zusätzlichen Druck entgegen: „Ich freue mich einfach, dass ich noch ein zweites Mal auf der Bühne stehe.“