„Ihn so kämpfen zu sehen, das tut weh“ - Kim Huybrechts zollt Peter Wright Respekt nach Sieg über eine wankende Darts-Legende

PDC
Sonntag, 05 April 2026 um 9:00
Kim Huybrechts & Peter Wright
Kim Huybrechts hat am Samstagabend die zweite Runde beim German Darts Grand Prix erreicht – zufrieden wirkte der Belgier danach jedoch nicht. Zwar besiegte er Peter Wright mit 6:3, doch im Fokus seiner Analyse stand weniger das Ergebnis als vielmehr die eigene Leistung und die emotionale Komponente der Partie.
Der 38-Jährige ordnete den Sieg beim German Darts Grand Prix ungewöhnlich kritisch ein. Statt sich über das Weiterkommen zu freuen, sprach er offen über die mentale Belastung während des Matches – und über den großen Respekt, den er seinem Gegner entgegenbringt.

Respekt bremst den Spielfluss

„Es war eigentlich nicht so gut“, stellte Huybrechts direkt nach dem Match klar. Seine Worte wählte er bewusst, fast schon nüchtern. Besonders die Situation von Wright ließ ihn nicht los. „Ich habe unglaublich viel Respekt vor Peter. Ihn so kämpfen zu sehen, das tut weh. Er ist eine Legende unseres Sports. Das geht dir als Spieler nahe.“
Kim Huybrechts (2)
Kim Huybrechts trifft in Runde zwei auf Luke Woodhouse
Diese Gedanken begleiteten ihn während der gesamten Partie. Huybrechts spürte, wie sehr ihn die emotionale Lage beeinflusste. „Es war mental ein sehr schwieriges Spiel. Unter solchen Umständen ist es nicht einfach, das eigene Niveau konstant abzurufen.“
Auch auf der Bühne zeigte sich dieses Ringen. Beide Spieler fanden zunächst keinen Rhythmus auf ihre eigenen Anwurflegs. Erst im vierten Leg setzte Huybrechts mit einem Break ein erstes klares Zeichen und ging mit 3:1 in Führung.
Doch Ruhe brachte ihm dieser Vorsprung nicht. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Spieler nahmen sich wiederholt die Legs ab, ohne echte Kontrolle aufzubauen. Nach acht Legs lag Huybrechts mit 5:3 vorne – eine Ausgangsposition, die er schließlich konsequent nutzte.
Mit einem soliden 17-Darter brachte der Belgier sein eigenes Anwurfleg durch und machte den 6:3-Erfolg perfekt. Es war ein abgeklärter Abschluss – auch wenn der Weg dorthin alles andere als souverän wirkte.

Zwischen Emotion und Anspruch

Huybrechts sprach anschließend offen über das Spannungsfeld zwischen Respekt und Leistungsdruck. „Ich war vorbereitet und hungrig, aber ich hatte großen Respekt vor Peter Wright. Ich wusste: Wenn ich mein Spiel bringe, gewinne ich. Aber genau dieser Respekt kann dich auch bremsen.“
Damit beschreibt er ein bekanntes Phänomen im Profi-Darts. Die Balance zwischen Emotion und maximaler Leistungsfähigkeit entscheidet oft über Nuancen. „Du willst gewinnen und professionell auftreten, aber am Ende bist du auch ein Mensch“, erklärte Huybrechts.
Trotz seines Erfolgs bleibt der Belgier kritisch – auch mit Blick auf seine Entwicklung. Die Zusammenarbeit mit Coach Eric Klaris zeigt Wirkung, dennoch sieht Huybrechts weiterhin Luft nach oben.
„Er wird heute nicht zufrieden sein“, sagte er offen. „Ich habe gesehen, wie er den Kopf geschüttelt hat. Das war nicht gut genug.“ Gleichzeitig verliert er das große Ziel nicht aus den Augen: „Ich stehe in der nächsten Runde – und das zählt.“
Dort wartet nun Luke Woodhouse – eine Aufgabe, die Huybrechts mit klarerem Kopf angehen will.
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