Springer, Pietreczko und Hausotter in Runde zwei – Deutsche Hoffnungsträger prägen durchwachsene Abendsession beim German Darts Grand Prix in München

PDC
Samstag, 04 April 2026 um 23:45
Niko Springer
Die Samstagabendsession beim German Darts Grand Prix 2026 in München brachte zwar zahlreiche enge Partien hervor, ließ qualitativ jedoch einiges vermissen. Das Niveau blieb über weite Strecken überschaubar – ein Blick auf die Statistiken unterstreicht das deutlich: Der höchste Average des gesamten Abends lag bei lediglich 93 Punkten.
Dennoch bot der Samstagabend beim German Darts Grand Prix aus deutscher Sicht Grund zur Zufriedenheit. Mit Niko Springer, Ricardo Pietreczko und Marcel Hausotter zogen gleich drei deutsche Spieler in die zweite Runde ein. Ihre Siege standen exemplarisch für einen Abend, an dem Kampfgeist und Nervenstärke oft wichtiger waren als spielerische Klasse.

Hausotter gelingt die Überraschung des Abends

Für das größte Ausrufezeichen sorgte Marcel Hausotter. Der Berliner setzte sich mit 6:4 gegen Raymond van Barneveld durch und feierte damit seinen ersten Sieg auf der European Tour. Angesichts seiner bisherigen Bilanz – lediglich ein gewonnenes Leg in zwei Turnierauftritten – kommt dieser Erfolg durchaus überraschend.
Marcel Hausotter (1)
In der zweiten Runde trifft Hausotter auf Jonny Clayton.
Hausotter überzeugte vor allem mit einem stabilen Timing in den entscheidenden Momenten. Zwar blieb auch sein Spiel nicht fehlerfrei, doch im Vergleich zu seinem Gegner nutzte er seine Chancen konsequenter. Besonders beim Stand von 4:4 zeigte er seine beste Phase, als er ein starkes 84er-Finish über das Bullseye spielte und sich damit die Kontrolle zurückholte. In der Schlussphase profitierte er zudem von der schwachen Scoring-Leistung van Barnevelds, der über weite Strecken unter seinen Möglichkeiten blieb.

Pietreczko kämpft sich durch eine zähe Partie

Auch Ricardo Pietreczko hatte große Mühe, sich durch seine Auftaktpartie zu arbeiten. Gegen Ian White fand der Deutsche nur schwer ins Spiel und lag früh zurück. Vor allem in der Anfangsphase fehlte es an Konstanz im Scoring, wodurch White das Match kontrollierte.
Im weiteren Verlauf entwickelte sich eine zerfahrene Partie mit vielen ausgelassenen Chancen auf beiden Seiten. Pietreczko stabilisierte sich zwar, konnte sich jedoch nie entscheidend absetzen. Erst in der Schlussphase zeigte er die notwendige Ruhe: Nach mehreren Breaks in Serie ging es in den Decider, in dem Pietreczko seinen Anwurf behauptete und mit einem 49er-Finish den 6:5-Sieg sicherte. Es war ein Arbeitssieg, der vor allem von seiner mentalen Belastbarkeit lebte.

Springer behält im deutschen Duell die Nerven

Im letzten Spiel des Abends setzte sich Niko Springer im rein deutschen Duell gegen Jan Schmidt mit 6:5 durch. Die Partie spiegelte das Niveau des gesamten Abends wider: viele gute Ansätze, aber auch zahlreiche Schwankungen.
Springer setzte mit fünf 180ern zwar die auffälligeren Highlights im Scoring, ließ jedoch ebenfalls Chancen liegen. Schmidt hielt das Match offen, indem er Fehler konsequent bestrafte und immer wieder ausglich. Im Entscheidungsleg nutzte Springer schließlich den schwachen Start seines Gegners ohne Triple konsequent aus. Mit einer 180 verschaffte er sich die nötige Ausgangsposition und entschied die Partie mit einem 69er-Finish.

Auch internationale Namen ohne Glanz

Auch die internationalen Topspieler konnten dem Abend kaum ihren Stempel aufdrücken. Michael Smith gewann zwar souverän mit 6:2 gegen James Hurrell, blieb dabei jedoch ebenso hinter seinem besten Niveau wie viele andere Akteure.
Dirk van Duijvenbode setzte sich ebenfalls mit 6:2 gegen Stephen Burton durch, ohne dabei zu glänzen. Die Partie lebte vor allem von den Fehlern Burtons, der zahlreiche Chancen ungenutzt ließ.
Deutlich enger verlief das Duell zwischen Brendan Dolan und Cor Dekker. Trotz eines deutlich besseren Scorings von Dekker entschied Dolan das Match im Entscheidungsleg für sich.
Für das deutlichste Ergebnis sorgte Kevin Doets, der Anton Östlund beim 6:0 keine Chance ließ und dabei auch das Highlight des Abends setzte: ein 170er-Finish. Im Duell zweier erfahrener Spieler gewann Kim Huybrechts mit 6:4 gegen Peter Wright, wobei beide Spieler phasenweise deutlich unter ihrem Leistungsvermögen blieben.
Unterm Strich bleibt eine Abendsession, die vor allem von Spannung, nicht aber von spielerischer Klasse geprägt war. Dass kein Spieler die 93-Punkte-Marke im Average übertreffen konnte, unterstreicht den durchwachsenen Charakter der ersten Runde.
Aus deutscher Sicht überwiegen dennoch die positiven Aspekte: Drei Spieler in Runde zwei sind ein starkes Ergebnis. Gleichzeitig wird sich das Niveau im weiteren Turnierverlauf deutlich steigern müssen, wenn die kommenden Runden den Ansprüchen eines European-Tour-Events gerecht werden sollen.
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