„Wir wollen uns gegenseitig richtig auseinandernehmen“ – Jonny Clayton sorgt nach dem Ende der walisischen World-Cup-Partnerschaft für Showdown mit Gerwyn Price

PDC
Samstag, 06 Juni 2026 um 14:00
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Jonny Clayton und Gerwyn Price haben gemeinsam eine Ära im World Cup of Darts geprägt. Zwei Titelgewinne, mehrere denkwürdige Auftritte und eine außergewöhnlich erfolgreiche Partnerschaft machten die beiden Waliser zu einem der stärksten Duos der Turniergeschichte. In Kopenhagen stehen sie nun allerdings als Gegner auf der Bühne.
Beim Nordic Darts Masters 2026 treffen Clayton und Price im Viertelfinale aufeinander. Nur wenige Tage bevor Clayton gemeinsam mit Nick Kenny für Wales beim World Cup of Darts in Frankfurt antritt, kommt es damit zu einem prestigeträchtigen Duell zwischen zwei der erfolgreichsten Spieler des Landes. Beide lösten ihre Auftaktaufgaben in Dänemark, allerdings auf sehr unterschiedliche Weise.

Clayton überzeugt mit Gala-Auftritt gegen Harrysson

Clayton präsentierte sich in der ersten Runde in bestechender Form. Der ehemalige Premier-League-Champion dominierte den Schweden Andreas Harrysson nahezu nach Belieben und verpasste beim 6:1-Erfolg nur knapp einen Whitewash. Mit einem Average von 104,86 Punkten setzte der „Ferret“ direkt ein Ausrufezeichen.
Jonny Clayton in Aktion bei den Nordic Darts Masters 2026
Jonny Clayton ist aktuell die Nummer fünf der Welt
Price musste deutlich härter arbeiten. Gegen Darius Labanauskas geriet „The Iceman“ mehrfach unter Druck und rettete sich erst im entscheidenden Leg ins Viertelfinale. Dadurch kommt es nun zum nächsten rein walisischen Duell auf großer Bühne – und das in einer Phase, in der sich die Situation im Nationalteam verändert hat.
Trotz ihrer langjährigen Freundschaft erwarten beide Spieler einen kompromisslosen Schlagabtausch.
„Wir sind gute Kumpels, aber wir sind großartig auf der Bühne, wenn wir gegeneinander spielen, weil es ein Rugby-Hintergrund ist“, erklärte Clayton nach seinem Sieg. „Hinter den Kulissen sind wir Freunde, aber auf der Bühne wollen wir uns absolut verprügeln. Das ist ein Rugby-Hintergrund und hoffentlich gewinne ich das auch.“
Der Konkurrenzkampf zwischen den beiden zählt seit Jahren zu den spannendsten Geschichten im Dartsport. Auch wenn sie gemeinsam große Erfolge gefeiert haben, schenken sie sich auf der Bühne nichts.
Clayton zeigte sich besonders zufrieden mit seinem eigenen Auftritt gegen Harrysson. Der Schwede gilt als gefährlicher Gegner, fand gegen den Waliser jedoch kaum Zugriff auf die Partie.
„Mehr kann man nicht verlangen“, sagte Clayton. „Ich weiß, wozu Andreas imstande ist. Deshalb war das ein großartiger Start. Hoffentlich können wir so weitermachen.“
Die starke Leistung passt zu Claytons positiver Entwicklung in den vergangenen Monaten. Bereits in der Premier-League-Saison 2026 gehörte der Waliser über weite Strecken zu den konstantesten Spielern im Feld. Entsprechend gut ist aktuell auch seine Stimmung.
„Ich habe Spaß am Spiel“, betonte Clayton. „Ich sage immer: Wenn ein Lächeln auf meinem Gesicht ist, dann habe ich Spaß. Ich habe ein breites Lächeln im Gesicht und hoffentlich hält das noch lange an.“
Auch die Atmosphäre in Kopenhagen scheint ihm zu liegen. Die dänische Hauptstadt gehört seit Jahren zu seinen Lieblingsstationen auf der World-Series-Tour.
„Es ist eine wunderschöne Stadt“, sagte Clayton. „Jedes Mal, wenn wir zurückkommen, genieße ich meine Zeit hier. Die Fans sind fantastisch. Als Spieler wünscht man sich genau so ein Publikum. Das sorgt einfach für gute Stimmung.“

Neuer Abschnitt für Wales beim World Cup of Darts

Das Viertelfinale gegen Price erhält zusätzliche Bedeutung, weil die erfolgreiche Partnerschaft der beiden Waliser vorerst beendet ist. Gemeinsam gewannen sie den World Cup of Darts 2020 und 2023. Im vergangenen Jahr erreichten sie erneut das Finale, mussten sich dort jedoch Nordirland nach einem dramatischen Entscheidungsleg geschlagen geben.
2026 wird Wales erstmals seit langer Zeit ohne Price antreten. Stattdessen bildet Clayton beim World Cup ein Team mit Nick Kenny. Für den langjährigen Weltranglistenspieler ist das allerdings kein Grund zur Sorge.
Clayton kennt Kenny bereits seit vielen Jahren und traut seinem neuen Partner eine starke Rolle im walisischen Team zu.
„Ich habe mit Nick Kenny schon zu BDO-Zeiten im selben Team gespielt, daher weiß ich genau, was er mitbringt“, erklärte Clayton. „Er wird mit Leidenschaft und Stolz spielen. Genau dafür stehen wir Waliser. Wenn wir unser Trikot anziehen, spielen wir für unser Land. Ich weiß, dass Nick mich nicht hängen lassen wird, und ich werde versuchen, ihn ebenfalls nicht hängen zu lassen.“
Die Ambitionen bleiben dabei unverändert hoch. Der zweimalige World-Cup-Sieger sieht Wales trotz der personellen Veränderung weiterhin als Titelkandidaten.
Auf die Frage, ob sich die Erwartungen ohne Price verändert hätten, antwortete Clayton deutlich: „Überhaupt nicht. Wir sind da, um ein Turnier zu gewinnen. Egal, mit wem du spielst – du willst das Turnier gewinnen. Genau das werden wir versuchen.“
Bevor der Fokus vollständig auf Frankfurt gerichtet wird, wartet allerdings zunächst das direkte Duell mit seinem langjährigen Weggefährten. Die gegenseitige Wertschätzung ist groß, doch auf der Bühne zählt nur der Sieg.
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Price und Clayton haben den World Cup of Darts für Wales bereits zweimal gewonnen

Nach der Premier League richtet Clayton den Blick nach vorn

Der Erfolg in Kopenhagen war für Clayton auch deshalb wichtig, weil er kurz nach dem Ende seiner Premier-League-Saison kam. Die Niederlage bei der Finals Night hatte ihn zwar enttäuscht, lange wollte er sich damit jedoch nicht beschäftigen.
„Daran kannst du nichts ändern. Das war letzte Woche“, sagte Clayton. „Du musst nach vorne schauen. Heute habe ich ziemlich gut angefangen und hoffentlich geht es genauso weiter.“
Während einige Premier-League-Stars nach der intensiven Saison zunächst eine längere Pause einlegten, blieb Clayton seinem gewohnten Rhythmus treu. Nach der Rückkehr nach Wales absolvierte er die Pro-Tour-Turniere in Milton Keynes und reiste anschließend direkt nach Dänemark weiter.
„Ich hatte keinen großen Urlaub“, erklärte er. „Ich bin nach Hause gefahren, habe die Pro Tours gespielt und jetzt geht es ganz normal weiter. Es ist wieder Zeit zu arbeiten.“
Dieser Wettkampfmodus entspricht genau seiner Vorstellung. Clayton betont immer wieder, dass regelmäßige Matches für ihn die beste Form des Trainings darstellen.
„Matchpraxis ist alles“, sagte er. „Für mich persönlich gibt es kein besseres Training als echte Spiele. Zu Hause bin ich eher ein fauler Hund. Ich verbringe nicht besonders viel Zeit am Practice Board. Deshalb sind die World Series, die Pro Tours und die European Tours für mich enorm wichtig.“

Clayton will bei allen großen Turnieren dabei sein

Für die zweite Jahreshälfte hat sich der Waliser klare Ziele gesetzt. Nach dem Ende der Premier League möchte er möglichst viele Turniere spielen und sich für sämtliche wichtigen Events qualifizieren.
„Das ist genau das, was ich will“, erklärte Clayton. „Ich möchte bei jedem Major dabei sein. Ich will bis Weihnachten überall vertreten sein. Jetzt geht es wieder darum, Woche für Woche zu spielen.“
Seine Einstellung begründet der 51-Jährige mit den Werten, die ihn seit seiner Jugend begleiten.
„Am Ende des Tages ist es mein Job. Wenn du nicht zur Arbeit gehst, wirst du nicht bezahlt“, sagte Clayton. „So bin ich erzogen worden. Du arbeitest hart und verdienst dir alles. Das ist mein Motto.“
Eine längere Auszeit könnte später im Jahr folgen. Aktuell reicht ihm bereits die Rückkehr in seine Heimat, um neue Energie zu tanken.
Mit einem Augenzwinkern sagte er: „Ich bin nach Hause nach Wales gefahren. Sonniges Wales. Okay, regnerisches Wales. Aber ich bin gerne zu Hause.“
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt jedoch nicht. Zunächst wartet das hochklassige Viertelfinale gegen Gerwyn Price in Kopenhagen. Anschließend richtet sich der Blick auf den World Cup of Darts, bei dem Clayton gemeinsam mit Nick Kenny den nächsten Titel für Wales ins Visier nehmen will.
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