Martin Schindler hat auch beim
World Matchplay 2026 seinen Fluch nicht gebrochen. Der deutsche Topspieler verspielte am Montagabend in Blackpool eine komfortable Führung gegen
Gerwyn Price und verlor sein Auftaktmatch nach Verlängerung mit 9:11. Damit wartet Deutschland weiter auf einen zweiten Erfolg in den Winter Gardens seit Max Hopps Sieg im Jahr 2019.
Schindler erwischte einen Traumstart und zog schnell mit 4:0 davon. Ein Break auf der Doppel-20 leitete die Führung ein, ein 98er-Checkout und ein starkes 50er-Finish bauten den Vorsprung weiter aus. Auch danach blieb "The Wall" zunächst am Drücker und schob sich über ein 66er-Checkout auf 5:2 nach vorne.
Price kämpft sich Leg für Leg zurück
Price fand über weite Strecken der Partie keinen Zugriff auf sein Spiel und pendelte lange bei einem Average von unter 90 Punkten. Dennoch nutzte der Waliser jede Gelegenheit, die sich ihm bot, und glich schließlich zum 8:8 aus. Mit einem Treffer auf der Doppel-6 ging der frühere Weltmeister sogar erstmals selbst in Führung.
Die deutsche Nummer eins hatte Price lange Zeit am Rande eine Niederlage
Schindler zeigte in dieser Phase Nervenstärke und rettete sich mit einem starken 121er-Checkout zum 9:9 in die Verlängerung. Dort behielt Price jedoch die Oberhand: Mit Finishes von 57 und 100 Punkten entschied er das Duell für sich und zog mit 11:9 Legs ins Achtelfinale ein.
| 93.88 |
Average (3 Darts) |
90.69 |
| 24 |
100+ Thrown |
26 |
| 14 |
140+ Thrown |
17 |
| 4 |
180 Thrown |
2 |
| 100 |
Highest Checkout |
121 |
| 0 |
Checkout 100+ |
1 |
| 50 |
Checkout percentage |
30 |
| 11 / 22 |
Checkout |
9 / 30 |
Elmar Paulke, DAZN-Kommentator und langer Bestandteil der deutschen Dartsszene, ordnete die Partie im
Podcast "Game On" folgendermaßen ein: „Das war echt so ein Abend, an dem du Gerwyn Price echt schlagen kannst und vielleicht sogar auch schlagen musst." Er verwies dabei auf die Zwischenstände von 4:0 und 8:5 aus Schindlers Sicht und betonte, wie lange Price über weite Strecken der Partie mit einem Average von unter 90 gekämpft habe.
Ein bitterer fünfter Auftakt in Blackpool
Für Schindler bedeutet die Niederlage bereits die fünfte Erstrunden-Pleite beim
World Matchplay in Folge. Bei allen fünf Teilnahmen in Blackpool schied der Berliner jeweils direkt aus. Florian Hempel, ehemaliger Tourcard-Inhaber und aktuell wegen Rückenproblemen nicht aktiv, brachte die Enttäuschung im Podcast auf den Punkt: „Verdammte Hacke, ja. Das ist, glaube ich, das, was man da final zu sagen kann, weil er hat das echt gut im Griff gehabt." Er erwähnte zudem das zwischenzeitlich spielrettende 121er-Finish zum 9:9 und lobte, wie teuer sich Schindler verkauft habe, ohne dabei über die gesamte Distanz die nötige Konstanz zu finden.
Paulke sprach ebenfalls ein Thema an, das über die sportliche Enttäuschung hinausgeht: die Reaktionen auf Social Media. „Ich habe auch Nachrichten bekommen, es gab wieder viel Hate auf Social Media in Richtung Martin", berichtete der Kommentator und fügte an, Schindler wisse mittlerweile offenbar, damit umzugehen. Deutlicher wurde er dazu später dennoch: „Es ist furchtbar, es ist schrecklich, es ist scheiße, aber das ist wohl offenbar so die Zeit."
Kühler Handschlag und laute Gerwyn-Price-Show
Auch abseits der reinen Zahlen sorgte das Match für Gesprächsstoff. Nach dem gewonnenen Checkout zum Matchgewinn feierte Price wie gewohnt lautstark und suchte dabei immer wieder den Blickkontakt in Richtung seines deutschen Gegners. Beim abschließenden Handschlag wirkte die Stimmung zwischen beiden Spielern spürbar angespannt, was nach einem so umkämpften Duell jedoch wenig überrascht.
Für Gerwyn Price geht es nach dem Zittersieg weiter: Im Achtelfinale trifft der Waliser auf Rob Cross, der sich später am Abends deutlich mit 10:3 gegen Danny Noppert durchsetzen konnte.