Cameron Menzies sorgte am Montagabend in der Auftaktrunde des
World Matchplay für einen der größten Paukenschläge. Der Schotte
warf Ex-Weltmeister Luke Humphries mit 10:7 aus dem Turnier und feierte damit seinen ersten Sieg überhaupt auf der Bühne der Winter Gardens. Laut Sky-Sports-Experte
Wayne Mardle war es zudem der größte Erfolg in Menzies’ Karriere.
Der Schotte überzeugte sowohl mit seinem Scoring als auch mit seinem Timing auf die Doppelfelder. Nach einem chaotischen Beginn, in dem die ersten sieben Legs allesamt gegen den Anwurf gingen, erspielte sich Menzies zur Mitte des Matches einen entscheidenden Vorsprung.
Er zog auf 8:3 davon, ließ Humphries vier Legs in Serie aufholen, blieb jedoch cool. Ein 98-Finish brachte ihn dem Ziel deutlich näher, ehe er den Sack stilvoll mit einem überragenden 170-Finish zumachte.
Mardle fand, dass nicht nur das Ergebnis herausstach, sondern vor allem, wie Menzies mit allen Rückschlägen während der Partie umging. „Es ist sein größter Sieg überhaupt, und das hat er auch selbst so gesagt“, analysierte Mardle
anschließend bei Sky Sports.
Nicht die Emotionen, sondern die mentale Stärke
Menzies gilt seit Langem als emotionaler Spieler, was häufig thematisiert wird. Laut Mardle zeigte der Schotte am Montagabend jedoch eine mentale Robustheit, die er in der Vergangenheit nicht oft an den Tag gelegt hat.
„Bei Cameron Menzies sprechen alle über seine Emotionen, doch entscheidend war, wie er dieses Spiel gewinnen musste.“
Der ehemalige Top-Profi sagte, das Match sei vom Spielfluss her alles andere als ideal gewesen. „Nichts lief nach Plan. Er wurde früh zweimal zurückgebreakt, das sind emotionale Aufs und Abs. Das Hoch nach einem Break, um dann direkt wieder gebreakt zu werden.“
Dennoch blieb Menzies stabil. „Dann legte er einen Lauf hin und wurde wieder eingeholt. In diesem Spiel passierte unheimlich viel, doch er hielt das alles großartig zusammen.“
Genau in den Phasen, in denen Humphries scheinbar zurückkam, blieb Menzies auffallend ruhig, sagte Mardle. „Humphries hatte eine überragende Phase mit vier Legs am Stück.“
Wo Menzies dem Druck früher womöglich nachgegeben hätte, passierte diesmal das Gegenteil. „Aber dann fand Menzies wieder sein Niveau, und das sehen wir nicht oft genug.“
„Es wirkte, als wäre er schon millionenfach in dieser Situation gewesen“
Für Mardle ist das Wichtigste an diesem Sieg nicht die sauberen Finishes oder das sensationelle 170-Finish zum Abschluss, sondern das Selbstvertrauen, das er aus der Leistung ziehen kann. „Was er heute Abend vor allem mitnehmen sollte, ist, wie er die Situation gemeistert hat.“
Den Sky-Sports-Analysten beeindruckte die Abgeklärtheit, die der Schotte in den Schlüsselmomenten zeigte. Mardle glaubt daher, dass dieser Erfolg ein entscheidender Wendepunkt in der Karriere des Schotten sein könnte. „Was er heute Abend mitnehmen sollte, ist die Art, wie er diese Situation gehandhabt hat. Es wirkte, als wäre er schon millionenfach in dieser Situation gewesen. Er weiß jetzt, dass er alles wegstecken kann.“