Deta Hedman richtet einen Appell an die PDC wegen kollidierender Darts-Kalender: „Die Standardantwort lautet, dass Frauen sich einfach entscheiden müssen“
PDCDeta Hedman hat die PDC dazu aufgerufen, bei der Erstellung des neuen Darts-Kalenders mehr Rücksicht auf Turniere anderer Verbände zu nehmen. Die amtierende WDF-Weltmeisterin sieht, dass Events der PDC Women's Series regelmäßig mit wichtigen WDF-Turnieren kollidieren. Als sie dieses Problem in der Vergangenheit ansprach, bekam sie nach eigenen Angaben stets dieselbe Antwort: Die Spielerinnen müssten einfach wählen, wo sie antreten wollen.
Die Diskussion kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die PDC in Kürze ihren neuen Kalender bekannt gibt. Hedman hofft, dass dabei stärker auf die Programme unter anderem der WDF geachtet wird.
Auch in dieser Saison steht nämlich noch eine deutliche Überschneidung an. Die letzten vier Turniere der Women's Series werden im Oktober in Wigan gespielt, während am selben Wochenende in Selsey drei Ranglistenturniere im Rahmen der England Classic stattfinden.
Für Hedman ist das auch persönlich relevant. Die mittlerweile 66-jährige Engländerin rangiert derzeit auf Platz fünf der Women's Series Order of Merit. Im Mai gewann sie Event 11 und qualifizierte sich zudem für die Women's World Matchplay. Gleichzeitig ist Hedman weiterhin häufig auf dem WDF-Circuit aktiv.
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„Die PDC zahlt fantastisches Preisgeld“
Hedman betont, dass sich ihre Kritik nicht gegen die Investitionen der PDC in den Frauendarts richtet. Im Gegenteil, sie würdigt ausdrücklich die finanzielle Entwicklung, die die Women's Series genommen hat.
„Da die PDC bald den Kalender bekannt gibt, hoffe ich wirklich, dass sie im Frauendarts die verschiedenen Kalender berücksichtigen“, schreibt Hedman auf Facebook. „Sie zahlen auf der Women's Series absolut fantastisches Preisgeld und mit 15.000 Pfund hat die PDC Women's World Matchplay das zweithöchste Preisgeld im Frauendarts.“
Seit der Einführung im Jahr 2020 ist die Women's Series deutlich gewachsen. Die erste Saison umfasste vier Turniere mit jeweils 5.000 Pfund Preisgeld. Im Jahr 2026 zählt der Circuit inzwischen 24 Events mit jeweils einem Gesamtpreisgeld von 15.000 Pfund. Die Siegerin jedes Turniers erhält 2.500 Pfund.
Gerade wegen dieser Entwicklung findet Hedman es schade, dass Spielerinnen regelmäßig gezwungen werden, zwischen verschiedenen Circuits zu wählen.
„Wir haben immer wieder Überschneidungen mit Events im Vereinigten Königreich und in Irland“, führt sie aus. „Das Vereinigte Königreich und Irland stellen mehr als achtzig Prozent der Meldungen für die Women's Series im Vereinigten Königreich. Selbst wenn wir nach Deutschland gehen, kommen vierzig Prozent der Teilnehmerinnen von dort.“
Laut Hedman handelt es sich zudem nicht um ein einmaliges Problem. „In den vergangenen Jahren hatten wir Kollisionen mit Turnieren auf der Isle of Man und mit den Welsh, Scottish, English und British Open. Für das Wachstum des Frauendarts wäre es fantastisch, wenn wir solche Überschneidungen auf ein Minimum reduzieren könnten.“
Deta Hedman wurde 2025 erstmals Weltmeisterin bei den Damen
Sherrock und Hayter als Beispiele
Hedman verweist dabei auf Gemma Hayter und Fallon Sherrock. Beide Spielerinnen stehen hoch in der Women's Series Order of Merit, treten aber auch bei großen WDF-Events an.
„In letzter Zeit haben wir gesehen, dass Gemma Hayter, wann immer sie die Möglichkeit hat, an WDF-Ranglistenturnieren im Vereinigten Königreich und an den World Masters in Las Vegas teilnimmt“, so Hedman. „Bei den Welsh Open am vergangenen Wochenende spielte Fallon Sherrock in Wales und die Zuschauer dort waren überaus erfreut, sie zu sehen.“
Hayter steht aktuell auf Rang vier der Women's Series Order of Merit und damit einen Platz vor Hedman. Sherrock belegt Platz drei.
Das Problem wird im Oktober erneut sichtbar. Vom 09.10. bis 11.10. steht in Selsey das Wochenende rund um die England Classic mit drei Ranglistenturnieren auf dem Programm. Gleichzeitig werden in Wigan die letzten vier Events der Women's Series ausgetragen.
„Ein klassisches Beispiel ist der 09.10. bis 11.10.“, erklärt Hedman. „Dann haben wir das England-Classic-Wochenende in Selsey mit drei Ranglistenturnieren und gleichzeitig die PDC Women's Series in Wigan.“
Für die Spielerinnen, die noch um wichtige Plätze in der Women's Series Order of Merit kämpfen, kommt diese Kollision zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Events 21 bis 24 bilden nämlich das letzte Women's Series-Wochenende der Saison. Danach werden die endgültigen Positionen in der Rangliste und die zugehörigen Qualifikationsplätze bestimmt.
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„Die Frauen müssen eben wählen“
Hedman selbst mischt trotz des Verpassens von vier Women's Series-Turnieren früher in dieser Saison weiterhin vorne mit. Ihr Titel bei Event 11 im Mai war ihr erster Women's Series-Erfolg seit 2020. Zudem erreichte sie in diesem Jahr bei ihren besten weiteren Auftritten ein Halbfinale und zweimal das Viertelfinale.
Dennoch richtet die erfahrene Engländerin ihren Appell vor allem an die nächste Generation. Mit 66 Jahren weiß Hedman, dass sie selbst nicht mehr jahrelang mit diesem Problem konfrontiert sein wird.
„Mit meinen 66 Jahren wird es mich nicht mehr sehr lange betreffen“, räumt die amtierende Weltmeisterin ein. „Aber für die jungen Spielerinnen wäre es großartig, wenn sie die Möglichkeit hätten, auf den PDC-, WADC- und WDF-Touren zu spielen, ohne dass diese kollidieren.“
Das Thema ist laut Hedman keineswegs neu. Sie hat die Angelegenheit bereits früher angesprochen, stieß dabei aber auf wenig Gehör. „Ich habe das schon zuvor gefragt, aber die Standardantwort lautet: Die Frauen werden wählen müssen.“
Pieter Verbeek ist seit 2017 Chefredakteur von Dartsnieuws.com, der niederländischen Schwesterwebsite von Dartsnews.de. Dort ist er für die redaktionelle Ausrichtung, die tägliche Inhaltsplanung und die Berichterstattung über internationale Dartturniere verantwortlich. Darüber hinaus veröffentlicht er Beiträge auf Dartsnews.de und bringt dabei seine langjährige Erfahrung und umfassende Expertise im professionellen Dartsport ein.
Seine Beschäftigung mit der Dartswelt begann 2013, als er im Rahmen einer Aufgabe für die Journalistenschule über ein Live-Event der European Tour in Veldhoven berichtete. Seitdem verfolgt er den professionellen Dartsport intensiv und sammelte umfangreiche Erfahrung mit Interviews, Spielberichten und Liveblogs zu großen PDC-Turnieren.
Bei Dartsnews.de konzentriert er sich auf die Berichterstattung über bedeutende Veranstaltungen wie die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts, das World Matchplay und weitere internationale PDC-Turniere. Dabei verbindet er die Echtzeitberichterstattung von Spielen mit Analysen von Leistungen, Entwicklungen auf der Tour und historischen Hintergründen.
Neben seiner journalistischen Tätigkeit war er zwischen 2022 und 2025 Medienmanager des professionellen Dartteams TOTO Dart Kings und dort für die Medienkommunikation sowie die Öffentlichkeitsarbeit rund um das Team verantwortlich.
Durch seine Arbeit in der Dartswelt war er bei mehreren internationalen Veranstaltungen vor Ort, darunter bei Premier-League-Abenden im Rotterdam Ahoy, mehreren Ausgaben der PDC World Darts Championship und den US Darts Masters im Madison Square Garden in New York.
Seine Berichterstattung basiert auf offiziellen Turnierinformationen, Interviews mit Spielern und anderen Beteiligten aus der Dartswelt sowie der kontinuierlichen Beobachtung der professionellen Dart-Circuits.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










