Deutsche Top-Darter müssen noch um World-Grand-Prix-Ticket kämpfen: Das brauchen Martin Schindler und Gabriel Clemens beim letzten Turnier vor dem Cut-off

PDC
Mittwoch, 09 September 2026 um 15:30
Martin Schindler & Gabriel Clemens
Das Qualifikationsrennen für den World Grand Prix steuert auf die Entscheidung zu. Die Flanders Darts Trophy, die vom 11. bis 13.09. in Antwerpen ausgetragen wird, ist das letzte Turnier, das für die Setzliste des prestigeträchtigen Double-in, Double-out-Turniers zählt. Besonders am Ende der ProTour Order of Merit steht an diesem Wochenende enorm viel auf dem Spiel.
Der World Grand Prix wird vom 28.09. bis 04.10. gespielt und ist als einziges großes PDC-Turnier dem besonderen Format verpflichtet, bei dem jedes leg mit einem Doppel begonnen und mit einem Doppel beendet werden muss. Das Teilnehmerfeld umfasst 32 Spieler. Die Top 16 der PDC Order of Merit werden durch die 16 höchstplatzierten noch nicht qualifizierten Spieler der ProTour Order of Merit ergänzt.
Bei den 16 gesetzten Spielern scheint die Zusammensetzung mittlerweile nahezu festzustehen. Nur Jermaine Wattimena kann aus der Verfolgung noch in die Top 16 der Weltrangliste vorstoßen. Dafür braucht der Niederländer allerdings das Maximum: Wattimena muss die Flanders Darts Trophy gewinnen.
Gelingt das nicht, muss er sich keine großen Sorgen machen. Dank seiner Position in der ProTour Order of Merit kann Wattimena auf die alternative Qualifikationsroute zurückfallen und bleibt für die Teilnahme am World Grand Prix sicher.

Littler mit enormem Vorsprung an der Spitze

Sicher ist bereits, dass Luke Littler die Setzliste anführen wird. „The Nuke“ hat inzwischen über drei Millionen Pfund an Preisgeld auf dem Konto und verfügt über mehr als zwei Millionen Pfund Vorsprung auf seine nächsten Verfolger. Luke Humphries steht aktuell auf Platz zwei, doch diese Position ist noch nicht völlig gesichert. Gian van Veen kann seinen englischen Konkurrenten bei der Flanders Darts Trophy noch überholen. Dafür braucht der Niederländer allerdings den Titel in Antwerpen.
Van Veen ist zudem längst nicht der einzige Niederländer, der den World Grand Prix als gesetzter Spieler beginnen wird. Michael van Gerwen ist derzeit Achter der Weltrangliste, kann bei einem starken Auftritt in Antwerpen aber noch auf Rang sechs klettern. Gleiches gilt für Danny Noppert, der aktuell Neunter ist. Auch Wessel Nijman hat sich mittlerweile fest in der Weltspitze etabliert. Er belegt Platz zwölf und kann bei der Flanders Darts Trophy möglicherweise noch Stephen Bunting überholen, der derzeit Elfter ist.
Am Ende der Top 16 liegen die Abstände deutlich enger beieinander. Ross Smith, Chris Dobey und Nathan Aspinall belegen derzeit die Plätze 14 bis 16. Vor allem Aspinall wird gerne noch mindestens eine Position gutmachen. Bleibt „The Asp“ als Nummer 16 gesetzt, ist ein frühes Duell mit Nummer eins Littler beim World Grand Prix möglich.

Niederländische Debütanten beim Double-in, Double-out-Turnier

Während der Kampf um die gesetzten Plätze weitgehend entschieden scheint, ist die Spannung über die ProTour Order of Merit deutlich größer. Dort geht es an diesem Wochenende nicht um eine bessere Setzung, sondern schlicht um Dabei sein oder daheim bleiben.
Kevin Doets muss sich kaum noch sorgen. Der Niederländer steht auf Platz zwei der relevanten ProTour-Rangliste und wird sein Debüt beim World Grand Prix geben. Auch Dirk van Duijvenbode und Niels Zonneveld sind bestens positioniert und werden sich über diese Route qualifizieren. Für Zonneveld bedeutet das ebenfalls seine erste Teilnahme am besonderen Double-in, Double-out-Turnier.
Doets und Zonneveld sind derzeit die einzigen beiden Debütanten, die einen Platz im Feld in Händen haben. Für William O’Connor geht es hingegen um eine Rückkehr auf bekanntes Terrain. Der Ire liegt auf Kurs, erstmals seit 2015 wieder beim World Grand Prix dabei zu sein.

Huybrechts jagt im eigenen Land noch ein Ticket

Die größte Spannung herrscht direkt an der Qualifikationslinie. Die letzten beiden Startplätze sind derzeit in den Händen von Joe Cullen und Cristo Reyes. Zwischen Cullen und Reyes liegen lediglich 750 Pfund Preisgeld. Ihre Abstände zu den Verfolgern sind sogar noch kleiner. Kim Huybrechts hat nur 500 Pfund Rückstand auf Reyes, während Sebastian Bialecki 1500 Pfund hinter dem Spanier liegt, der aktuell den letzten Qualifikationsplatz hält.
Dadurch kann bereits ein einziger Sieg bei der Flanders Darts Trophy große Auswirkungen haben. Huybrechts und Bialecki können Cullen und/oder Reyes überholen, wenn die Ergebnisse in Antwerpen in ihre Richtung fallen. Für beide Verfolger ist es dabei wichtig, dass sie selbst mindestens ein Match gewinnen, wenn sie Cullen oder Reyes aus einem der Qualifikationsplätze verdrängen wollen. Für Huybrechts wäre etwa ein Duell mit Cullen in Runde eins eine äußerst interessante Auslosung. „The Hurricane“ könnte dann vor heimischem Publikum einen direkten Konkurrenten ausschalten und zugleich einen großen Schritt Richtung World Grand Prix machen.
Auch hinter Huybrechts und Bialecki gibt es noch mehrere Spieler mit mathemischen Chancen auf die Qualifikation, doch für sie wird die Aufgabe deutlich schwieriger. Karel Sedlacek und Martin Schindler müssen mindestens das Viertelfinale der Flanders Darts Trophy erreichen, um noch eine Chance auf ein Ticket zu wahren. Für Beau Greaves, Jeffrey de Graaf, Mickey Mansell und Gabriel Clemens ist die Aufgabe noch klarer und härter: Sie müssen das Euro-Tour-Turnier in Antwerpen gewinnen, um sich doch noch ins Feld des World Grand Prix zu spielen. Damit kann jede Runde in Antwerpen große Folgen haben. Nicht nur der Kampf um den Titel und das dazugehörige Preisgeld steht im Fokus, sondern für verschiedene Spieler kann ein einziger verfehlter Doppel letztlich den Unterschied zwischen einer Major-Teilnahme oder dem Verpassen ausmachen.

De Decker muss erst die Flanders Darts Trophy erreichen

Selbst Mike De Decker hat noch eine kleine Chance, sich für den World Grand Prix zu qualifizieren. Das wäre eine bemerkenswerte Rettung für den Sieger der Ausgabe 2024.
„The Real Deal“ steht derzeit nicht einmal im Teilnehmerfeld der Flanders Darts Trophy. Der Belgier erhält am Donnerstag, 10.09., beim Host Nation Qualifier seine letzte Möglichkeit, sich für das Euro Tour-Turnier im eigenen Land zu qualifizieren.
Damit wäre jedoch erst der erste Schritt getan. Sollte De Decker die Qualifikation tatsächlich überstehen, müsste er anschließend auch noch die Flanders Darts Trophy gewinnen, um doch noch beim World Grand Prix dabei zu sein.

PDC Order of Merit

Rang Name Preisgeld (in Einheiten von £1.000)
1 Luke Littler 3135
2 Luke Humphries 1008,5
3 Gian van Veen 985,75
4 Gerwyn Price 723
5 Jonny Clayton 677
6 James Wade 626,25
7 Josh Rock 612,5
8 Michael van Gerwen 604,5
9 Danny Noppert 597,75
10 Gary Anderson 594,25
11 Stephen Bunting 583,25
12 Wessel Nijman 565,25
13 Ryan Searle 554,75
14 Ross Smith 544,75
15 Chris Dobey 537,25
16 Nathan Aspinall 536
17 Jermaine Wattimena 516,75

PDC Pro Tour Order of Merit

Rang Name Preisgeld (in Einheiten von £1.000)
1 Luke Woodhouse 172,5
2 Kevin Doets 167,25
3 Jermaine Wattimena 154,75
4 Krzysztof Ratajski 149,5
5 Andrew Gilding 124,5
6 William O'Connor 110,25
7 Rob Cross 104
8 Damon Heta 103,25
9 Dirk van Duijvenbode 102,75
10 Niels Zonneveld 99
11 Ryan Joyce 97
12 Cameron Menzies 92,25
13 Dave Chisnall 87,5
14 Niko Springer 87
15 Joe Cullen 82,75
16 Cristo Reyes 82
17 Kim Huybrechts 81,5
18 Sebastian Bialecki 80,5
19 Karel Sedlacek 76,25
20 Martin Schindler 75,5
21 Beau Greaves 67,75
22 Jeffrey de Graaf 66,5
25 Mickey Mansell 60
28 Gabriel Clemens 57,75
39 Mike De Decker 49,25
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