Die großen Namen fehlten bei den
Players Championship 7 und 8 in Leicester größtenteils – doch die Qualität litt keineswegs. Stattdessen nutzten zwei der konstantesten Akteure der ProTour ihre Chance:
Ryan Searle und
Wessel Nijman sicherten sich die Titel und unterstrichen einmal mehr ihre Klasse auf dem Floor.
Gleichzeitig liefern die beiden Turniere reichlich Diskussionsstoff. Während einige Topspieler bewusst pausieren, rücken andere in den Fokus – darunter starke Performer wie
Gary Anderson und Shootingstar
Charlie Manby, die mit überzeugenden Auftritten auf sich aufmerksam machten.
Searle und Nijman prägen den Double-Header
Searle eröffnete den Double-Header mit einem souveränen 8:3-Finalsieg gegen Alan Soutar. Mit einem Average von 95,65 und vier geworfenen 180ern kontrollierte er das Geschehen und sicherte sich die Siegprämie von £15.000.
Noch beeindruckender fiel sein Turnieraverage aus: 100,13 Punkte im Schnitt zeigen die Konstanz, mit der Searle auftritt. Der 38-Jährige bleibt damit ein Dauerlieferant auf der ProTour und feiert bereits im siebten Jahr in Folge mindestens einen Titel auf dieser Ebene.
Auf dem Weg zum Triumph ließ Searle namhafte Gegner hinter sich. Er bezwang unter anderem Jimmy van Schie, Raymond van Barneveld und Manby, bevor er auch seinen Trainingspartner Anderson klar mit 7:3 ausschaltete. Im Finale nutzte er die frühen Schwächen von Soutar konsequent aus und brachte den Sieg ohne größere Probleme ins Ziel.
Einen Tag später rückte Nijman in den Mittelpunkt. Der Niederländer bestätigte seine herausragende Form im Jahr 2026 und sicherte sich beim achten Players Championship seinen nächsten Titel. Im Finale setzte er sich mit 8:4 gegen Joe Cullen durch.
Damit baute Nijman seine beeindruckende Bilanz weiter aus: Bereits drei Titel stehen in diesem Jahr zu Buche – darunter auch ein Erfolg auf der European Tour. Seine Entwicklung zeigt klar, dass er nicht nur auf dem Floor, sondern auch auf der großen Bühne bestehen kann.
Samuel Gill (DartsNews.com)
Die Diskussion um die Abwesenheit der Topstars flammt immer wieder auf – doch die Realität zeigt: Die ProTour funktioniert auch ohne sie. Viele der etablierten Namen tun sich auf diesem Niveau ohnehin schwer, und genau das wurde in dieser Woche erneut sichtbar.
Kein Luke Littler, kein Luke Humphries – und trotzdem hochklassiger Darts. Spieler wie Searle und Nijman beweisen regelmäßig, warum sie zu den stärksten Akteuren auf der ProTour zählen. Während Nijman weiter Titel sammelt, setzt Searle seine beeindruckende Serie fort.
Dennoch wirft insbesondere Littlers Turnierplanung Fragen auf. Der junge Engländer lässt weiterhin viele Events aus und scheint aktuell wenig Interesse am ProTour-Alltag zu zeigen. Selbst eine Qualifikation für das Turnier in Minehead ist unter diesen Umständen keine Selbstverständlichkeit mehr.
Zwar könnte Littler theoretisch mit wenigen Turnieren genug Preisgeld einspielen, doch dieses Risiko bleibt bemerkenswert. Gerade mit Blick auf seine Verpflichtungen in der Premier League Darts dürfte sein Fokus klar verteilt sein.
Luke Littler legte eine weitere Woche Pause ein, was mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert.
Sein Sieg auf der European Tour in Belgien zeigt zwar seine Klasse, doch sein selektiver Turnierkalender wirkt zunehmend wie eine bewusste Strategie. Ob die PDC darauf reagiert und die Qualifikationskriterien für Minehead anpasst, bleibt eine der spannendsten Fragen der kommenden Monate.
Lucas Michael (DartsNews.com)
Für Searle kam dieser Titel fast schon spät – zumindest gemessen an seinen eigenen Maßstäben. Der Engländer gehört seit Jahren zu den konstantesten Spielern auf der ProTour und bestätigte das erneut eindrucksvoll.
Sein Spiel lebt von starkem Scoring und seiner Sicherheit auf die Doppel, insbesondere auf Tops. Wenn er diese Form konstant abrufen kann, bleibt er ein gefährlicher Gegner für jeden im Feld.
Auch die schottischen Spieler rückten in den Fokus. Soutar nutzte seine Chance und spielte sich bis ins Finale, was ihn im Rennen um eine Teilnahme in World Matchplay wieder ins Gespräch bringt. Dennoch braucht es weitere starke Ergebnisse, um sich tatsächlich zu qualifizieren.
Ein differenzierter Blick lohnt sich bei Peter Wright. Der zweimalige Weltmeister zeigte Ansätze seiner Klasse, doch ein wirklich großer Lauf blieb aus. Fortschritte sind erkennbar, aber sie müssen sich künftig häufiger in Resultaten niederschlagen.
Peter Wright ist aktuell die Nummer 32 der Welt
Beim Players Championship 8 dominierte erneut Nijman die Schlagzeilen. Als erster Spieler der Saison mit mehreren Floor-Titeln unterstreicht er seine Entwicklung eindrucksvoll. In der Hälfte seiner Turniere erreichte er das Finale – eine Quote, die für sich spricht.
Auch Kevin Doets macht weiter auf sich aufmerksam. Zwar verpasste er den Finaleinzug knapp, doch seine Leistungen zeigen klar, dass er 2026 den nächsten Schritt gehen kann. Besonders auf der Bühne überzeugt er bereits seit einiger Zeit.
Ebenfalls positiv fiel Keane Barry auf. Nach schwierigen Wochen stabilisierte er sich und sammelte wichtige Preisgelder. Sein Viertelfinale und ein starker Auftritt gegen Nijman zeigen, dass er wieder auf dem richtigen Weg ist.
Parallel bleibt Littlers Abwesenheit ein großes Thema. Noch besteht kein Grund zur Sorge, doch mit jeder verpassten Teilnahme steigt der Druck. Sollte er die Qualifikation für Minehead verpassen, würden diese frühen Absagen plötzlich massiv an Bedeutung gewinnen.
Pieter Verbeek (Dartsnieuws.com)
Nijman bestätigte in Leicester eindrucksvoll seine Dominanz auf der ProTour. Fünf Finalteilnahmen in den letzten elf Turnieren sprechen eine klare Sprache – ebenso wie vier Titel in diesem Zeitraum.
Währenddessen konnte Michael van Gerwen die sich bietenden Chancen nicht nutzen. Trotz fehlender Topkonkurrenz schied er früh aus und offenbarte erneut Schwankungen in seinem Spiel.
Zwar zeigt „Mighty Mike“ weiterhin Phasen hoher Qualität, doch die Konstanz fehlt. Für ernsthafte Titelambitionen muss er sein Niveau stabilisieren.
Positive Signale sendeten hingegen van Barneveld und Wright. Beide lieferten solide Leistungen ab und deuteten an, dass sie sich steigern können. Für einen echten Durchbruch braucht es jedoch weitere Schritte.
Besonders spannend bleibt die Entwicklung von Manby. Der junge Engländer überzeugte erneut und etablierte sich zunehmend auf der ProTour. Zwei Viertelfinals brachten ihm nicht nur Preisgeld, sondern auch wichtige Erfahrung.
Nicolas Gayer (DartsNews.DE)
Ein Highlight dieser Turniere lieferte einmal mehr Anderson. Der Schotte zeigte auf dem Floor seine ganze Klasse und spielte in mehreren Matches Averages jenseits der 100-Punkte-Marke.
Diese Leistungen erinnern daran, welches Niveau Anderson nach wie vor erreichen kann. Auch wenn sein Turnier im Halbfinale endete, gehörte er zu den prägenden Figuren des Wochenendes.
Gestoppt wurde er ausgerechnet von Searle, der anschließend den Titel gewann. Für den Engländer bedeutet dieser Erfolg eine weitere Bestätigung seiner konstanten Karriere auf der ProTour.
Auch Manby bleibt ein Spieler, der Aufmerksamkeit verdient. In seiner ersten vollen Saison wirkt er bereits erstaunlich abgeklärt und liefert konstant starke Leistungen ab. Seine Ergebnisse sprechen für sich – und lassen auf eine vielversprechende Zukunft schließen.
Beim achten Event stand schließlich Nijman im Mittelpunkt. Der Niederländer gehört aktuell zu den formstärksten Spielern der Welt und entwickelt sich rasant weiter. Seine Präsenz in den späten Turnierphasen ist längst keine Überraschung mehr.
Trotz früher Kritik an seinen Bühnenleistungen zeigt Nijman inzwischen auch dort seine Qualität. Mit mehreren Titeln und konstant starken Auftritten gehört er zu den spannendsten Spielern dieser Saison – und ein großer Erfolg auf der Major-Bühne scheint nur noch eine Frage der Zeit.
Und ihr? Wie ist eure Meinung zu Players Championship 7 & 8? Sagt uns in den Kommentaren, was ihr denkt, und diskutiert mit.