„Ehrlich gesagt war das wahrscheinlich eines der schlechtesten Spiele, die ich seit langer Zeit gespielt habe“ – Aaron Hardy kehrt nach 11 Jahren auf die Euro Tour zurück
Für Aaron Hardy wurde der Freitagabend bei den Austrian Darts Open zu einem Moment, den er so schnell nicht vergessen wird. Der in Österreich lebende Engländer verlor zwar sein Auftaktmatch mit 3:6 gegen Krzysztof Ratajski, dennoch überwog nach der Partie vor allem eines: pure Freude über seine Rückkehr auf die große Bühne.
Zum ersten Mal seit elf Jahren stand Hardy wieder bei einem Euro-Tour-Event der PDC am Oche. Entsprechend emotional fiel sein Fazit nach dem Match aus. „Fantastisch“, sagte Hardy im Gespräch mit Dartsnews.de. „Ich bin wirklich froh, wieder hier zu sein. Natürlich bin ich von meiner Leistung enttäuscht, aber allein die Rückkehr fühlt sich großartig an.“
Schwieriger Abend gegen Krzysztof Ratajski
Sportlich verlief der Abend allerdings nicht nach den Vorstellungen des Engländers. Hardy erwischte zwar den besseren Start und nutzte die frühen Chancen seines Gegners konsequent aus, verlor danach jedoch zunehmend den Zugriff auf sein Spiel. Vor allem sein Material bereitete ihm große Probleme.
„Ich habe zuletzt verschiedene Dinge mit den Spitzen meiner Darts ausprobiert, aber das hat heute überhaupt nicht funktioniert“, erklärte Hardy offen. „Die Pfeile flogen komplett anders als erwartet. Es war ehrlich gesagt ein kleines Desaster.“
Bereits beim Einwerfen habe sich noch alles gut angefühlt. Auf der Bühne änderte sich das jedoch schlagartig. „Im Warm-up lief es wirklich ordentlich. Aber sobald das Match begonnen hat, hatte ich Schwierigkeiten. Vielleicht lag es am Druck oder einfach am besonderen Moment nach so langer Zeit.“
Immer wieder ärgerte sich Hardy über unglückliche Ablenkungen und Abpraller seiner Darts. „Ich hatte unglaublich viele seltsame Deflections und Bouncer. Ehrlich gesagt war das eines der schlechtesten Spiele, die ich seit langer Zeit gespielt habe“, sagte er selbstkritisch.
Trotzdem fand Hardy nach dem Match lobende Worte für seinen Gegner. „Krzysztof ist ein fantastischer Spieler und ein absoluter Profi. Ich kenne ihn persönlich kaum, aber ich habe riesigen Respekt vor ihm. Deshalb freue ich mich trotzdem darüber, dass ich ihm einige Legs abnehmen konnte.“
Elf Jahre Arbeit für die Rückkehr auf die große Bühne
Dass Hardy überhaupt wieder auf einer Euro-Tour-Bühne stand, kam keineswegs überraschend. Auch während seiner langen Abwesenheit blieb der Engländer dem Dartsport treu. Er trainierte regelmäßig weiter und arbeitete konsequent an seinem Spiel.
„Ich habe all die Jahre weitergespielt und zuhause trainiert“, berichtete er. „Ich wollte meine Technik verbessern und mich als Spieler weiterentwickeln. Mittlerweile habe ich wieder das Gefühl, an mein bestes Niveau heranzukommen.“
Die erfolgreiche Qualifikation für Graz bedeutete ihm deshalb besonders viel. Nach Jahren abseits der großen PDC-Bühnen fühlte sich das Ticket für die Austrian Darts Open wie eine Belohnung für seine harte Arbeit an.
„Als ich die Qualifikation geschafft habe, war ich unglaublich glücklich“, erzählte Hardy. „Das war ein richtig besonderer Moment.“
Aaron Hardy fand in Österreich eine zweite Heimat
Abseits des Sports hat sich Hardy längst ein neues Leben aufgebaut. Bereits 2003 zog der gebürtige Londoner nach Österreich. Heute arbeitet er auf einem Golfplatz in Steinerkirchen und fühlt sich dort vollkommen zuhause.
„Ich arbeite auf einem wunderschönen Golfplatz in Enns bei Steinerkirchen“, sagte Hardy. „Die Menschen dort sind fantastisch. Österreich ist einfach ein großartiger Ort zum Leben.“
Im Interview wurde schnell deutlich, wie eng die Verbindung des Engländers zu seiner Wahlheimat inzwischen geworden ist. Vor allem die Offenheit der Menschen begeistert ihn bis heute.
„Ich liebe die Kultur hier“, erklärte Hardy. „Die Leute sind freundlich, herzlich und unglaublich gastfreundlich. Dazu kommen das Essen und natürlich auch das Bier – hier passt einfach alles zusammen.“
Auch seine Walk-on-Musik spiegelte diese Verbundenheit wider. Hardy entschied sich bewusst für den österreichischen Klassiker „Fürstenfeld“ und sorgte damit schon beim Einlauf für Stimmung in der Halle.
„Das war zu hundert Prozent meine eigene Entscheidung“, sagte er lachend. „Ich liebe dieses Lied einfach. Außerdem dachte ich mir, dass es perfekt zum Austragungsort passt und die Fans sofort mitnimmt.“
Niederlage schmälert den besonderen Moment nicht
Auch wenn Hardy sportlich keinen erfolgreichen Abend erlebte, nahm er aus Graz vor allem positive Gefühle mit. Nach elf Jahren wieder Teil eines großen PDC-Turniers zu sein, bedeutete ihm sichtbar viel.
Seine Geschichte zeigt, wie viel Geduld und Leidenschaft im Dartsport notwendig sind. Hardy verschwand über Jahre aus dem Fokus der Öffentlichkeit, blieb seiner Leidenschaft aber trotzdem treu. Jetzt belohnt er sich für diese Beharrlichkeit mit seiner Rückkehr auf die Euro Tour.
„Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich wieder zurückkomme“, sagte Hardy abschließend. „Und genau deshalb bedeutet mir dieses Comeback so viel.“