Jimmy van Schie hat den ersten großen Meilenstein seit dem Gewinn seiner PDC Tour Card erreicht. Der 32-jährige Niederländer qualifizierte sich erstmals in seiner Karriere für ein Turnier der
European Tour und wird Ende Mai in Kiel debütieren.
Für van Schie bedeutet dieser Erfolg weit mehr als nur ein sportliches Ausrufezeichen. Nach einem schwierigen Start in seine erste Saison als Profi auf dem PDC-Circuit wirkte die Qualifikation auch mental befreiend. Trotz seines sportlichen Erfolgs hielt der Turniertag noch eine Hürde bereit, wie van Schie kürzlich schilderte.
Unwetter verhindert Heimreise
„Es war Scheißwetter, das Taxi fuhr deutlich langsamer als normal. Dadurch verpassten wir den Check-in und mussten einen Tag länger bleiben“, sagte van Schie gegenüber
Sportnieuws.
Jimmy van Schie verpasste nach seiner erfolgreichen Qualifikation wegen schlechten Wetters den Rückflug
„Aber das fand ich auch wieder nicht so schlimm“, ergänzte er. „Schön entspannt im zusätzlich gebuchten Hotel und alles in Ruhe angehen.“ Während Kist zweimal mit 5:6 im Entscheidungsleg scheiterte, sicherten sich van Schie und Sparidaans jeweils einen Startplatz bei einem Euro-Tour-Event.
Für van Schie kam der Durchbruch zu einem besonders wichtigen Zeitpunkt. Seit dem Gewinn seiner Tour Card im Januar waren die Erwartungen hoch. Der groß gewachsene Spieler aus Breda startete zwar stark mit der Qualifikation für die Hauptrunde des World Masters, danach blieben jedoch weitere nennenswerte Ergebnisse zunächst aus. „Ich brauchte diesen Schub. Die Qualifikation kommt später in der Saison, als ich selbst erwartet hatte.“
Diese Aussage verdeutlicht, unter welchem Druck van Schie in seinen ersten Monaten auf dem PDC-Circuit stand. Nach seiner erfolgreichen Zeit bei der WDF, in der er 2025 unter anderem Weltmeister wurde, musste er sich erst an das deutlich höhere Niveau gewöhnen.
Bereits in der vergangenen Woche deutete sich bei den Players Championships in Wigan eine Trendwende an. Dort gelang van Schie ein überzeugender Sieg gegen Andrew Gilding, den früheren Gewinner der UK Open.
„Das hat mir wirklich ein gutes Gefühl gegeben. Ich hatte in der letzten Zeit viel trainiert und meine Darts liefen gut. Dieser Sieg gegen Gilding hat mir einen enormen Schub gegeben. Ich dachte: ‚Siehst du, dass du es kannst, es steckt drin.‘“
Thriller gegen Suljovic
Schon in der ersten Runde des Qualifikationsturniers stand van Schie gegen
Mensur Suljovic knapp vor dem Aus. Beide Spieler erspielten sich zahlreiche Chancen, doch die Partie entwickelte sich zu einem echten Doppelkrimi. „Aber mein achter Versuch saß.“
Suljovic ließ insgesamt sechs Matchdarts ungenutzt, van Schie selbst vergab sieben Chancen auf den Sieg. Am Ende setzte sich der Niederländer dennoch durch und hielt sein Turnier am Leben. Anschließend bezwang er Adam Gawlas und schließlich Richard Veenstra im entscheidenden Spiel um das Ticket für die European Tour.
„Gegen Richard lief es bei mir richtig gut. Ich brauchte ein starkes Spiel. In den letzten Legs habe ich mehr nachgedacht, weil die Qualifikation näher rückte. Aber als ich es gewann, fiel eine große Last ab. Endlich darf ich zur Euro Tour.“
Eingewöhnung auf PDC-Niveau
Von einem echten Formtief möchte van Schie trotz der durchwachsenen Ergebnisse der vergangenen Monate nicht sprechen. Dennoch räumt er ein, dass seine Resultate hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Für ihn gehört diese Phase jedoch zum Anpassungsprozess an die Weltspitze im Darts dazu.
„Dort war ich der Allerbeste, aber hier bei der PDC darfst du mitspielen. Da gibt es einfach 127 andere Topdarter, und damit musste ich klarkommen.“
Damit spielte der Niederländer auf seine dominante Zeit bei der WDF an, in der er zu den stärksten Spielern der Szene zählte. In der PDC hingegen wartet in nahezu jeder Runde ein Gegner auf Topniveau – Fehler werden dort sofort bestraft.
„Ich bekam viele Nachrichten von Leuten, die viel von mir erwarteten, deshalb brauchte ich das jetzt.“