Am Eröffnungsabend des World Matchplay standen nicht nur die Matches im Mittelpunkt. Auch die neuen Trikots mehrerer Target-Spieler sorgten in der Viaplay-Übertragung für Gesprächsstoff. Vor allem TV-Experte Martijn Kleermaker nahm die neuen Outfits von Stephen Bunting und Nathan Aspinall genau unter die Lupe – und ließ dabei kaum ein gutes Haar an den Designs.
Seine Kritik fiel dabei ungewöhnlich deutlich aus. Sowohl Buntings als auch Aspinalls neues Shirt kassierten vernichtende Bewertungen. Vor allem die Gestaltung und die Farbwahl stießen bei dem ehemaligen Tour-Card-Inhaber auf massives Unverständnis.
„Das ist ein scheußliches Ding“
Besonders hart ging Kleermaker mit dem neuen Trikot von Stephen Bunting ins Gericht. Der Engländer hatte sein gewohntes Design gegen ein neues rot-schwarzes Shirt eingetauscht – für den Niederländer jedoch alles andere als ein gelungenes Update.
„Das ist ein scheußliches Ding“, lautete sein unmissverständliches Urteil.
Anschließend erklärte er detailliert, was ihn an dem Design störte. „Es fängt schon mit der Brusttasche an. Die sitzt so tief, dass man sie keine Brusttasche mehr nennen kann. Die sitzt fast auf seinem Bauchnabel. Das ist nicht normal.“
Auch der Schnitt überzeugte Kleermaker überhaupt nicht. „Sowieso ist das alles viel zu weit. Normalerweise ist Rot und Schwarz eine sehr gute Kombination, aber hier geht das komplett daneben.“
Seiner Ansicht nach fehlt dem Trikot jede gestalterische Linie. „Ich habe das Gefühl, als hättest du einem zweijährigen Kind einen schwarzen und einen roten Stift gegeben und gesagt: ‚Leg los.‘ Und das ist dabei herausgekommen.“
Moderator Bart Nolles merkte daraufhin an, dass das Shirt zusätzlich silberne Akzente enthalte und selbst die Flights an das neue Design angepasst worden seien. Für Kleermaker spielte das jedoch keine Rolle.
„Das ist logisch, denn das gehört zum Paket. Aber wenn ich hier Punkte vergeben muss, komme ich wirklich nicht über 1,5 hinaus.“
Als Nolles überrascht nachfragte, wofür der halbe Punkt überhaupt vergeben worden sei, konterte Kleermaker trocken: „Für denjenigen, der es entworfen hat.“ Selbst eine Aufwertung auf zwei Punkte kam für ihn nicht infrage. „Nein, dann würde ich eher nach unten runden. Ich würde das aus Spaß nicht anziehen.“
Nathan Aspinall reiht sich am Eröffnungsabend des World Matchplay in die Parade der neuen Trikots ein
Aspinalls neues Shirt fällt komplett durch
Später am Abend rückte Nathan Aspinall in den Fokus. Auch der Engländer präsentierte sich beim World Matchplay erstmals in einem neuen Target-Trikot. Statt seines bisherigen rot-schwarzen Designs trägt Aspinall nun ein rot-hellblaues Shirt mit einer auffälligen Schlange auf Vorder- und Rückseite.
Bei Kleermaker fiel auch dieses Outfit gnadenlos durch.
„Das Einzige, was noch fehlt, ist eine enge blaue Hose und ein Umhang. Dann hast du einfach den Temu-Superman.“
„Die Trikots werden immer besser“ – Luke Littler präsentiert seinen neuen Look
Vor allem die Farbwahl konnte der ehemalige WM-Teilnehmer überhaupt nicht nachvollziehen. „Das ist nicht gut. Die Farbkombination passt nicht. Es ist viel zu unruhig. Was war denn falsch an dem rot-schwarzen Shirt?“
Im weiteren Verlauf stellte Kleermaker außerdem die Frage, wie viel Einfluss die Spieler überhaupt auf die Gestaltung ihrer Trikots haben. Moderator Nolles erinnerte daran, dass Aspinall selbst erklärt habe, mit seinem bisherigen rot-schwarzen Outfit abgeschlossen zu haben.
Für Kleermaker war das allerdings keine ausreichende Erklärung. „Er sagte in seinem Interview auch, dass die Leute hierzu schon eine Meinung hätten. Da habe ich das Gefühl, dass er selbst nicht ganz dahintersteht. Wenn ich eine Mail von meinem Lieferanten bekäme mit: ‚Das wird dein neues Shirt‘, würde ich sagen: zurück an das Reißbrett, denn das ist es nicht.“
Erster Blick auf Josh Rocks neues Trikot für das World Matchplay 2026
Auch die große Schlange auf Vorder- und Rückseite überzeugte ihn überhaupt nicht. „Das geht auch auf eine andere Art.“
Bei der abschließenden Benotung wurde Kleermaker sogar noch deutlicher als zuvor. „Ich darf nicht ins Minus, also 0,1 für die Mühe.“
Nolles konnte kaum glauben, dass sein Kollege diese Bewertung ernst meinte, doch Kleermaker blieb dabei. „Ja, bluternst.“
Deutliche Abrechnung mit den Target-Designern
Damit schnitt Aspinalls neues Shirt sogar noch schlechter ab als das von Stephen Bunting. Zuvor hatte Kleermaker bereits Luke Littlers neues Trikot mit 1,6 Punkten bewertet, Bunting erhielt 1,5. Deutlich besser kam dagegen Josh Rock weg, dessen Outfit der Niederländer mit 6,7 Zählern bewertete.
Chris Dobey schließt sich in Blackpool dem Trend neuer Trikots beim World Matchplay an
Sein Gesamtfazit zu den aktuellen Target-Designs fiel entsprechend vernichtend aus.
„Eigentlich ist das Fazit, dass derjenige, der die Shirts bei Target entwirft, momentan entweder farbenblind ist oder seinen Job nicht ernst nimmt. Oder er hat gerade erst angefangen, denn das geht komplett daneben.“
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.