„Er ist bissiger, als viele glauben“ - Nathan Aspinall verrät den überraschenden PDC-Star, mit dem er am häufigsten aneinandergerät

PDC
Mittwoch, 05 August 2026 um 15:00
Nathan Aspinall at the 2026 World Matchplay
Nathan Aspinall hat Danny Noppert als den Spieler genannt, mit dem er sich auf der PDC-Tour am häufigsten reibt. Damit zeichnete er ein Bild des sonst so ruhigen Niederländers, das viele Fans auf der Bühne so nicht sehen.
Noppert gilt im Profitour-Zirkus als einer der zurückhaltendsten Spieler. Der frühere UK-Open-Champion zeigt selten große Gefühlsausbrüche, hält sich meist aus Konflikten heraus und lässt sich auf der Bühne kaum aus der Ruhe bringen.

Hinter den Kulissen kocht es öfter

Aspinall erklärte jedoch, dass hinter den Kulissen ein anderer Ton herrsche. „Weißt du, mit dem einen Kerl, mit dem ich am meisten streite oder Krach habe, ist Danny Noppert“, sagte er der Sun. „Er wirkt total ruhig, aber er ist ein kämpferischer kleiner B******. Bei ihm sind immer alle anderen schuld, nur er selbst nicht.“
Von echter Feindseligkeit wollte Aspinall aber nichts wissen. „Ich hasse ihn nicht. Danny Noppert ist ein wirklich netter Kerl“, stellte er klar. „Aber manchmal ist er ein A****.“
Das offene Bekenntnis fiel in ein Gespräch über Aspinalls schwierige Saison 2026. Trotz seines Erfolgs beim German Darts Grand Prix fand der frühere World-Matchplay-Sieger nicht durchgehend zu der Konstanz, die er in seiner starken European-Tour-Saison 2025 gezeigt hatte. Auch privat brachte das Jahr Themen mit sich, die den Darts-Alltag zusätzlich erschwerten.
„Jeder hat Sachen im Leben laufen. Leider kann ich mich nicht hinter einem Schreibtisch verstecken“, sagte Aspinall. „Ich stehe auf der Bühne und versuche zu performen, während anderes los ist. Ich habe es gut gemacht. Darts war dieses Jahr nicht meine Priorität.“
Der härteste Schlag traf ihn noch vor dem eigentlichen Saisonhöhepunkt. Aspinall verpasste die Nominierung für die Premier League Darts 2026, obwohl er im Vorjahr noch die Finals Night erreicht hatte. Damit riss seine Serie von drei aufeinanderfolgenden Teilnahmen. „Nicht in die Premier League zu kommen, hat mich gekillt. Wirklich“, sagte er. „Ich habe das nie so richtig zugegeben. Aber es hat mich absolut gekillt.“
Nathan Aspinall bei den World Matchplay 2026
Aspinall scheiterte mit 8:11 in der zweiten Runde beim jüngsten World Matchplay gegen Luke Littler

Rückschläge prägen das Jahr

Die Nichtberücksichtigung wirkte sich auch auf große Teile der World-Series-Saison aus. Aspinall kam nur bei den Bahrain Darts Masters zum Einsatz, weil ein anderer Profi absagte und er kurzfristig nachrückte.
„Keine World-Series-Events außer Bahrain, weil jemand nicht hinwollte“, sagte er. „Also bin ich eingesprungen. Ich habe dieses Jahr ein paar Rückschläge kassiert, aber meine Karriere war schon immer von Rückschlägen geprägt.“
Ohne diese regelmäßigen TV-Auftritte wurde auch das ständige Reisen schwieriger zu rechtfertigen, vor allem bei ausbleibenden Erfolgen. „Es ist hart, wenn du nicht gewinnst“, erklärte Aspinall. „Du bist viel weg von deinen Kindern und deiner Frau. Dann fährst du zu diesen Turnieren, spielst Mist. Und dann fliegst du wieder heim nach einem weiteren enttäuschenden Wochenende. Dranzubleiben ist schwer.“
Beim World Matchplay fand Aspinall dann neue Energie und brachte sich sportlich wieder stärker ins Gespräch. Zunächst setzte er sich mit 10:5 gegen Joe Cullen durch, ehe er Luke Littler in einem hochklassigen Achtelfinale alles abverlangte.
Littler startete mit einem Neun-Darter und spielte einen Average von 113,68 Punkten, doch Aspinall kämpfte sich zurück, stellte auf 7:7 und warf später sogar ein 170-Finish. Am Ende setzte sich die Nummer 1 der Welt mit 11:8 durch.
Trotz der Niederlage spielte Aspinall selbst über 100 im Average und lieferte dem späteren Champion das engste Match des gesamten Turniers. Noch wichtiger war für ihn aber die Wirkung auf den Kopf. „Diese zwei Spiele und das Turnier letzte Woche haben mir die Liebe fürs Spiel zurückgegeben“, sagte er.
In der PDC Order of Merit steht Aspinall weiter auf Rang 16 und damit knapp außerhalb der ganz engen Top-Setzplätze, die er über weite Strecken seiner Karriere besetzt hat. Blackpool brachte zwar keinen tiefen Turnierlauf, doch Aspinall reiste mit neuem Selbstvertrauen in die zweite Saisonhälfte.
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