„Es ist nur noch eine Frage des Wann, nicht des Ob“ – Matt Edgar erkennt in Wessel Nijman den nächsten Major-Champion
PDC
Nach einem beeindruckenden Wochenende, an dem Wessel Nijman in Göttingen seinen ersten European-Tour-Titel gewann, steht der Niederländer kurz vor dem endgültigen Durchbruch in die Weltspitze. Für viele Fans und Experten kommt dieser Aufstieg nicht überraschend. Mit seinem Triumph von Göttingen zeigt Nijman jedoch endgültig: Seine Entwicklung ist keine Zukunftsperspektive mehr – sie ist Realität.
Darts-Experte Matthew Edgar bringt es nach Nijmans Triumph bei der European Darts Trophy 2026 auf den Punkt: „Schaut man nur auf die Zahlen, dann spielt Nijman bereits wie ein Top-16-Akteur. Das Einzige, was noch fehlt, sind die großen Siege im TV.“
Vom Talent zur etablierten Größe
Nijmans Aufstieg verläuft Schritt für Schritt – aber konstant. Auf der Development Tour dominierte er über Jahre hinweg und sammelte Titel in Serie. Diese Entwicklung setzte er auf der Pro Tour fort, wo er sich in den vergangenen drei Saisons immer stärker in den Fokus spielte. Siege bei Players Championships und überzeugende Auftritte auf der European Tour zeigen klar: Er ist bereit für den nächsten Schritt.

Wessel Nijman gewann am vergangenen Wochenende die European Darts Trophy 2026
Was Nijman von vielen anderen Talenten unterscheidet, ist seine stetige Entwicklung. Lange musste er kaum Preisgeld verteidigen, sodass jede starke Leistung direkt zu einem Sprung in der Weltrangliste führte. Inzwischen hat sich diese Situation verändert, doch er befindet sich weiterhin auf dem aufsteigenden Ast.
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Auch für Edgar ist das ein entscheidender Faktor: „Er war jahrelang in einer Situation, in der es für ihn nur nach oben gehen konnte. Jetzt beginnt er, Preisgeld zu verteidigen, aber der Betrag ist relativ gering. Das verschafft ihm Spielraum, um Risiken einzugehen und weiter zu wachsen.“
Volle Fokussierung macht den Unterschied
Ein zentraler Wendepunkt in Nijmans Karriere ist seine Entscheidung, sich vollständig auf Darts zu konzentrieren. Während er zuvor noch einen Job nebenbei ausübte, lebt er inzwischen als Vollprofi. Diese Umstellung zahlt sich sichtbar aus.
Vor allem seine Konstanz hat sich deutlich weiterentwickelt. Woche für Woche spielt Nijman hohe Averages und zeigt, dass er technisch und physisch bereit für die Spitze ist. Ein Bereich bleibt jedoch noch hinter seinen Möglichkeiten: die Ergebnisse bei großen TV-Turnieren.
Seine besten Resultate sind bislang Achtelfinalteilnahmen, unter anderem bei den World Series Finals und dem Grand Slam of Darts. Bei anderen Majors wie der Weltmeisterschaft und den UK Open fehlt bislang ein tiefer Lauf.
Für Edgar ist das kein Grund zur Sorge: „Es ist nicht so, dass er im TV schlecht spielt — er gewinnt nur noch nicht die Partien, die er gewinnen sollte. Das ist oft das letzte Puzzleteil in der Entwicklung eines Spielers.“
Zahlen lügen nicht
Ein Blick auf die Statistiken zeigt einen Spieler, der längst auf Topniveau agiert. Über die vergangenen zwölf Monate liegt Nijmans Average deutlich über der Schwelle, die üblicherweise nötig ist, um sich in den Top-32 zu halten. Rechnet man rein nach Zahlen, würde er sogar etwa auf Rang 13 der Welt stehen.
Edgar ordnet das klar ein: „Würdest du die Rangliste nur nach Averages erstellen, dann wäre er bereits unter den besten Spielern der Welt. Das bedeutet, sein Niveau ist vorhanden. Jetzt muss er das noch in Titel auf den großen Bühnen ummünzen.“
Aktuell rangiert Wessel Nijman auf Platz 20 der Weltrangliste und hat mehr als £400.000 Preisgeld gesammelt. Der Rückstand auf die Top-16 beträgt rund £65.000 – eine Lücke, die im modernen Darts schnell geschlossen werden kann.
Hinzu kommt eine günstige Ausgangslage. Während Nijman in diesem Jahr rund £95.000 verteidigen muss, stehen viele Konkurrenten stärker unter Druck. Spieler wie Danny Noppert, Ross Smith und Stephen Bunting müssen deutlich höhere Summen einspielen. Selbst Topstars wie Michael van Gerwen spielen um große Teile ihres Preisgeldes – ein Faktor, der die Rangliste stark verändern kann.
Edgar erkennt darin eine klare Chance: „Es gibt Akteure in den Top-16, die verwundbar sind, weil sie enorme Beträge verteidigen müssen. Nijman befindet sich in der perfekten Position, um davon zu profitieren.“
Respekt aus allen Richtungen
Nijmans Entwicklung bleibt auch den Buchmachern nicht verborgen. Für die kommende Weltmeisterschaft zählt er bereits zu den interessanten Außenseitern auf den Titel. Er wird auf Augenhöhe mit erfahrenen Spielern wie Gary Anderson gesehen und sogar vor etablierten Namen wie Jonny Clayton und Rob Cross geführt. Dennoch bleibt die zentrale Frage: Wann gelingt ihm der endgültige Durchbruch auf der großen TV-Bühne?
Der Sieg auf der European Tour könnte genau dieser Wendepunkt sein. Häufig ist es der erste TV-Titel, der einem Spieler das nötige Selbstvertrauen gibt, auch auf den größten Bühnen zu bestehen. Edgar betont die Bedeutung dieses Moments: „So ein erster Titel auf einer großen Bühne verändert alles. Er liefert den Beweis, dass man auf diesem Niveau gewinnen kann. Ab dann spielt man anders, mit mehr Überzeugung.“
Fasst man alle Faktoren zusammen – sein statistisches Niveau, seine Form, seinen gesteigerten Fokus und die günstige Ausgangslage in der Rangliste – ergibt sich ein klares Bild. „Alles deutet darauf hin, dass er diesen nächsten Schritt gehen wird“, sagt Edgar. „Die Zahlen, die Form, der Kontext – es passt alles. Es ist nur noch eine Frage des Wann, nicht des Ob.“
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










