Wenn
Andy Baetens auf einer PDC-Bühne in seiner belgischen Heimat ans Oche tritt, scheint der 37-Jährige regelmäßig ein paar Prozent mehr aus sich herauszuholen. Bereits zu Beginn des Jahres hatte „The Beast from the East“ bei den Belgian Darts Open in Wieze mit dem Einzug ins Viertelfinale auf sich aufmerksam gemacht. Nun sorgte Baetens auch bei der
Flanders Darts Trophy in Antwerpen für das nächste Ausrufezeichen.
Am Freitag setzte sich der Belgier in der Antwerp Expo eindrucksvoll mit 6:3 gegen
Joe Cullen durch und spielte dabei einen Average von fast 103 Punkten. Dass Baetens derzeit auf einem derart hohen Niveau agiert, kommt allerdings nicht von ungefähr: Hinter seinen jüngsten Erfolgen steckt intensive Trainingsarbeit.
Harte Arbeit zahlt sich aus
Wie schon bei den Belgian Darts Open in Wieze hatte sich Baetens auch für die
Flanders Darts Trophy über den Host Nation Qualifier einen Startplatz gesichert. In Wieze nutzte er seine Chance anschließend eindrucksvoll und spielte sich bis ins Viertelfinale.
Andy Baetens begeisterte das heimische Publikum in Antwerpen mit einem 6:3-Erfolg gegen Joe Cullen und einem Average von fast 103 Punkten.
Auch außerhalb des PDC-Zirkus konnte Baetens zuletzt starke Resultate verbuchen. Unter anderem gewann er eine Spielwoche der MODUS Super Series. Nach eigener Aussage sind diese Leistungen das Ergebnis zahlreicher Trainingsstunden.
„Ich habe in den letzten sechs Wochen enorm hart dafür trainiert“, sagte Baetens nach seinem Erfolg gegen Cullen gegenüber
Het Nieuwsblad. „Ich habe die MODUS mit einem guten Niveau gewonnen, das war mir enorm wichtig, und dann habe ich weiter durchgezogen. Jetzt war es auch gut, also müssen wir versuchen, das mitzunehmen.“
Cullen kann Baetens nicht stoppen
Gegen Cullen konnte sich Baetens von Beginn an auf die lautstarke Unterstützung des belgischen Publikums verlassen. „The Beast from the East“ erwischte einen starken Start und erspielte sich schnell eine 2:0-Führung. Cullen kämpfte sich zwar zurück in die Begegnung, benötigte dafür allerdings starke Checkouts von 160 und 100 Punkten.
Beeindrucken ließ sich Baetens davon nicht. Der Belgier holte sich ein Break und setzte sich zunächst auf 4:2 und anschließend auf 5:3 ab. Auf der Doppel-4 verwandelte er schließlich seinen Matchdart und machte den überzeugenden 6:3-Erfolg perfekt.
Für Baetens war es ein weiterer Beleg dafür, dass ihm Auftritte vor heimischer Kulisse besonders liegen. „Dass ich zuhause immer am besten spiele? Ja, für das eigene Volk zu spielen, ist immer speziell. Aber es ist harte Arbeit. Ich stehe wieder in Vollzeit im Laden (im „Spar“-Supermarkt in Hofstade, Anm. d. Red.), also habe ich wenig Freizeit. Und die geht fast komplett fürs Training drauf, die Stunden muss man reinstecken.“
Baetens peilt Rückkehr zur PDC an
Baetens kennt das Leben auf dem PDC-Circuit bereits aus eigener Erfahrung, besitzt aktuell jedoch keine Tour Card mehr. Die Rückkehr auf die Profitour steht deshalb weit oben auf seiner persönlichen Wunschliste.
„Bei der PDC hatte ich das vielleicht etwas verloren, es ist eine harte Welt. Aber ich will nächstes Jahr zurück dorthin, mit einer Tourkarte. Jetzt will ich erst auf die Champion’s Week der MODUS und den WM-Qualifier hinarbeiten.“
Vorerst muss Baetens seine Ambitionen am Board also weiterhin mit seinem Vollzeitjob im Supermarkt verbinden. Der überzeugende Erfolg gegen Cullen unterstreicht allerdings, dass ihn diese Doppelbelastung nicht daran hindert, auf der großen Bühne mit etablierten Namen der PDC mitzuhalten.
Zwischen Darts und Fußball: Baetens fiebert mit KAA Gent
Neben dem Dartsport nimmt auch der Fußball einen wichtigen Platz im Leben von Baetens ein. Der Belgier ist leidenschaftlicher Anhänger von KAA Gent und trägt seine Verbundenheit mit seinem Lieblingsverein sogar auf der Haut: Mehrere Tattoos des Klubs zieren seinen Körper. „Ich gehe immer schauen, wenn ich kann. Sollte ich am Sonntag nicht mehr dabei sein, gehe ich zum Spiel gegen Genk.“
Die Entwicklung seines Vereins verfolgt Baetens entsprechend aufmerksam. Trotz des guten Saisonstarts will er mit allzu großen Erwartungen allerdings noch vorsichtig sein. „Ob ich an den Titel glaube? Sie spielen momentan gut, aber der Weg ist noch lang.“